Stromsparchallenge – Fasten für den Umweltschutz

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Fasten für den Umweltschutz – ein etwas provokanter Titel für eine Stromsparchallenge, aber ich werde versuchen die Gründe dafür in diesem Artikel zu erklären.

Nun erstmal zum Hintergrund dieses Beitrags. Der Energieversorger ENTEGA hat mich gefragt, ob ich mit vier weiteren Bloggern an der ENTEGA Stromsparchallenge teilnehmen möchte. Ich sagte natürlich zu, da ich eine Stromsparchallenge als interessante Herausforderung sehe.

Die Stromsparchallenge

Um an der Stromsparchallenge teilzunehmen, wurden von dem Stromversorger ENTEGA ein paar Regeln aufgestellt. Diese sind glücklicherweise einfach gehalten, sodass der Kreativität zum Stromsparen freien Lauf gelassen wurde. Hier die Regeln für die Stromsparchallenge:

  • Zeitraum: 1 Woche
  • Ziel: so viel und so kreativ wie möglich Strom sparen
  • Gewinner ist: wem es gelingt, am meisten und am einfallsreichsten Strom zu sparen

Wie viel Strom letztlich wirklich jeder Blogger während der Stromsparchallenge spart, lässt sich mit Sicherheit sehr schwer nachweisen. Das ist aus meiner Sicht aber auch nicht wichtig. Für mich zählen die Ideen, die alle Blogger in dieser Stromsparchallenge entwickelt haben und der Ehrgeiz, mit dem sie versuchen alternative Wege zum Stromsparen aufzuzeigen.

Während der Stromsparchallenge habe ich ein paar Messgeräte zum Abschätzen der Leistungsaufnahme verschiedener Verbraucher eingesetzt. Die Einsparung werde ich mit realistischen Schätzungen in meinen Ergebnissen am Ende des Beitrags aufzeigen. Nun wünsche ich euch auf jeden Fall viel Spaß mit der Stromsparchallenge.

Die Ideensuche

Nach meiner Zusage für die Stromsparchallenge kam eine kleine Ernüchterung. Wie soll ich noch mehr Strom sparen als ich eigentlich schon spare? Mein jährlicher Stromverbrauch lag im Jahr 2013 bei gerade einmal 648 kWh (siehe Abbildung 1).

Jahresabrechnung Strom 2013

Abbildung 1: Jahresabrechnung Strom 2013

Der durchschnittliche deutsche Single-Haushalt verbraucht ca. 1.500 – 1.900 kWh/a. Noch mehr Strom zu sparen schien für mich kurzerhand unmöglich. Also zählte ich alle Energiesparmaßnahmen auf, die ich bei mir zu Hause umsetze, um Strom zu sparen. Dazu gehören:

  • Verwendung von abschaltbaren Steckerleisten*, um Standby-Verluste zu vermeiden (Wenn ich nicht zu Hause bin oder schlafe, verbrauchen nur mein Wecker und mein Kühlschrank Strom)
  • Beleuchtung ist nur in dem Raum an, in dem ich mich aufhalte
  • Ich versuche das Tageslicht bestmöglich auszunutzen
  • Ich nutze LED* oder Energiesparlampen*
  • Mein Essen wird in Töpfen und Pfannen mit passenden Deckeln gekocht
  • Ich habe einen Laptop, sodass eine separate Stromversorgung von Monitor und PC wegfällt
  • Ich wasche nur volle Waschmaschinen und nutze meist die
    kalten Programme (30 – 40 °C)
  • Ich messe regelmäßig den Energieverbrauch von verschiedenen Geräten in Betrieb, um potenzielle Stromfresser ausfindig zu machen
  • Mein Fernseher läuft nur, wenn ich auch etwas schaue, was allerdings eher selten der Fall ist

Als nächstes überlegte ich mir, wo ich am meisten Strom verbrauche:

  • Mein Kühlschrank ist dauerhaft in Betrieb, auch wenn dieser nicht immer voll ist.
  • Wenn ich koche, ist mein Herd mit zwei Herdplatten, einer Dunstabzugshaube und der dazugehörigen Lampe in Betrieb
  • Mein Wasserkocher ist für das Kochen von Tee oder anderer warmer Getränke ca. 2x/Tag in Betrieb.
  • Ich lade einmal am Tag mein Mobiltelefon auf
  • Mein Laptop wird aufgeladen, wenn ich daran arbeite
  • Meine Weckuhr, ein  Philips Wake-Up Light* der ersten Generation mit 100 Watt Glühlampe, ist permanent am Stromnetz angeschlossen und weckt mich am Morgen mit Musik und Licht und wird abends zum Lesen genutzt.

Beim Auflisten der größten Stromverbraucher wurde mir klar, dass die Lagerung und die Zubereitung meines Essens sowie meine Weckuhr am meisten Strom verbrauchen könnte. Hier schien mir der Ansatz zur Ideenfindung am günstigsten.

Alternative zum Wecker gesucht

Mein Wecker in Betrieb

Abbildung 2: Mein Wecker in Betrieb

Meine Weckuhr ist ca. 2x am Tag für ca. 45 Minuten in Betrieb, um mich zu wecken und um vor dem einschlafen Lesebeleuchtung zu erzeugen. Die Leistungsaufnahme im normalen Modus liegt bei 1,6 Watt. Ist das Licht auf 100 % an und die Musik läuft, hat der Wecker eine Leistungsaufnahme von 101 Watt (dimmbare Glühlampe).

Um mich aufzuwecken, dimmt der Wecker das Licht innerhalb von 30 Minuten von 0 auf 100 %. Anschließend benötige ich ca. 15 Minuten, um aus meinem Bett zu kommen. Abends nutze ich das Licht des Weckers für ca. 45 Minuten, um ins Bett zu kommen.

Abbildung 3: Handy aufladen mit Sonnenlicht

Abbildung 3: Handy aufladen mit Sonnenlicht

Die große Frage war, wie kann ich diesen Wecker ersetzen? Meine Idee: Ich verzichte eine Woche auf das Wakeup Light, was im Sommer kein Problem darstellen sollte, und lasse mich stattdessen von meinem Handy wecken.

Glücklicherweise fiel mir in diesem Zusammenhang ein, dass ich noch ein Solaraufladegerät hatte, es jedoch noch nie richtig eingesetzt habe. Es war einen Versuch Wert das Handy damit für eine Woche aufzuladen.

Ziel Nummer 1: Eine Woche mein Handy mit dem Solaraufladegerät aufladen und mich von dem Handywecker wecken lassen.

Fasten für den Umweltschutz

Da ich fast täglich koche, verbrauchen die Lagerung und die Zubereitung von Essen einen erheblichen Anteil meines Stroms. Die weiteren großen Verbraucher in meiner Wohnung sind daher mein Kühlschrank mit Gefriefach (Energieeffizienzklasse A+), mein Herd mit Ceranfeld zum Kochen von Speisen und der dazugehörigen Dunstabzugshaube mit Glühlampe.

Um auf diese Verbraucher zu verzichten, musste ich mir etwas einfallen lassen. Außer Haus zu essen würde bedeuten den Strom zu Hause zu sparen, ihn aber woanders wieder zu verbrauchen. Eine Alternative wäre, ganz auf das Essen zu verzichten.

„Meine Überlegung: Hungern hört sich hart an, Heilfasten beruhigend.“

Auf das Essen zu verzichten und zu hungern, hört sich in meinen Ohren nicht gerade motivierend an. Also googelte ich ein bisschen zum Thema „Hungern“ im Internet und stieß auf das „Heilfasten“, welches sich in meinen Ohren eher interessant anhört. Ich las daraufhin ein paar interessante Texte zum Fasten, wie alles ablaufen kann und welchen positiven, heilenden Einfluss das Fasten auf meinen Körper hat.

Eine Woche fasten und gleichzeitig zu arbeiten schien für mich jedoch nicht sinnvoll. Also beschloss ich vier Tage zu Fasten und drei Tage meinen Körper mit leichter Nahrung wieder an das Essen zu gewöhnen.

Mit dieser Maßnahme kann ich meinen Kühlschrank ausschalten und auf Herd und Dunstabzugshaube verzichten. Hätte ich eine Spühlmaschine, könnte ich diese ebenfalls für eine Woche pausieren lassen.

Mein Entschluss stand fest: Fasten für den Umweltschutz.

Ziel Nummer 2: Keine Nutzung von Kühlschrank, Herd und Dunstabzugshaube – 4 Tage fasten, 3 Tage leichte Nahrung, welche die Nutzung von Kühlschrank und Herd ausschließt. Tee und Wasser trinken sind erlaubt.

Beginn der Challenge

Der Abend vor der Challenge

Ich habe am Abend vor dem ersten Tag der Stromsparchallenge meinen Wecker vom Stromnetz getrennt, meinen Kühlschrank leer geräumt und anschließend auch diesen abgeschaltet. Zum Abendbrot gab es noch einmal eine leckere Mahlzeit und eine kleine Phase der Besinnung, um mich mental auf die Fastentage vorzubereiten. Zugegeben – ich wusste nicht, was auf mich zukommt und war ziemlich aufgeregt.

Leute, die schon längere Zeit gefastet haben, werden vielleicht denken, dass vier Tage nicht viel sind. Für mich ist es jedoch meine erste Fastenerfahrung und somit auch etwas ganz Neues.

Vor dem Schlafengehen stellte ich den Wecker in meinem Handy und kontrollierte den Akkustand. Er war bei 100 %, da ich ihn noch einmal mit herkömmlichem Strom aus der Steckdose auflud.

Montag

Am ersten Morgen der Stromsparchallenge wurde ich erstmals von meinem Handy geweckt, was etwas ungewöhnlich aber nicht schlimm war. Ich vermisste ein wenig das helle Licht meines eigentlichen Weckers, konnte aber ansonsten keine Komforteinbußen feststellen.

Tee zur Mittagspause

Abbildung 4: Tee zur Mittagspause

Meine ersten Komforteinbußen stellte ich gegen Mittag fest, als mich ein ziemlich starkes Hungergefühl plagte. Ich machte mir daraufhin einen Tee und stillte damit mein Hungergefühl, was sehr gut funktioniert hat. Trotz dieser ersten Maßnahme gegen meinen Hunger dachte ich permanent ans Essen.

Am Nachmittag war mein Handy immer noch gut aufgeladen, sodass ich mir keine Sorgen um die Akkuleistung machte. Mein erneut auftauchendes Hungergefühl wurde wieder mit Wasser und Tee gestillt. Ehrlich gesagt hatte ich diese Art von Hungergefühl lange nicht mehr und wusste nicht, ob ich das Fasten wirklich vier Tage durchhalten würde.

Am Abend gab es einen leckeren Kräutertee und ich begann viel über das Essen nachzudenken. Recht schnell merkte ich, dass Hunger etwas anderes ist als Appetit und ich meist eher aus Appetit als aus Hunger esse. Diese Erkenntnis war sehr interessant für mich.

Dienstag

Wieder wurde ich von meinem Handy geweckt und stellte gleichzeitig fest, dass sich die Akkuleistung meines Handys dem Ende neigte und es Zeit wurde das Mobiltelefon aufzuladen. Ein Blick aus dem Fenster bestätigte: Gutes Wetter – dem ersten Ladevorgang sollte also nichts mehr im Wege stehen.

Gegen Vormittag schien dann die Sonne auf mein Fensterbrett, sodass ich den Ladevorgang für das Handy starten konnte. Es funktionierte! Auch wenn der Ladevorgang erheblich länger dauerte, als über eine herkömmliche Steckdose. Die Sonne schien permanent auf das Solaraufladegerät und gab mir ein gutes Gefühl, mein Handy mit Sonnenlicht aufzuladen.

Am Mittag hatte ich wieder ein Hungergefühl, wusste aber inzwischen, dass ich diesem durch die Zufuhr von genügend Flüssigkeit entgegenwirken konnte.

Am Nachmittag war mein Handy ca. 5 Stunden an dem Solarladegerät angeschlossen und fast komplett aufgeladen (siehe Abbildung 3).

Handy durch Sonnenenergie fast aufgeladen

Abbildung 5: Handy durch Sonnenenergie fast aufgeladen

Vergleichsweise dauerte das Aufladen mit meinem etwas älteren Solaraufladegerät ziemlich lange – und das trotz permanenter und guter Sonneneinstrahlung.

Am Abend stillte ich meinen Hunger wieder mit einem Kräutertee, welcher mir nicht mehr ganz so gut schmeckte wie am Vortag. Dennoch merkte ich, dass mir das Fasten ganz gut bekam.

Mittwoch

Ich wurde, wie die beiden Tage zuvor, wieder von meinem Handy geweckt, war jedoch am heutigen Tag etwas neben der Spur. Das Fasten wurde langsam etwas anstrengend und ich merkte, wie es mir sehr schwer fiel aus dem Bett zu kommen.

Ein grüner Tee in der Mittagspause brachte wieder etwas Leben in meinen Körper und ich war guter Dinge den Tag zu meistern. Körperlich fühlte ich mich schwach und wollte mich ausruhen.

Geistig war ich weiterhin topfit und konnte meine Arbeit sehr gut absolvieren. Ich schaffte an diesem Tag erstaunlicherweise mehr als gedacht und war am Ende des Tages zufrieden mit meiner geleisteten Arbeit.

Am Abend hatte ich kein wirkliches Hungergefühl, sodass mir das Teetrinken eine willkommene Abwechslung war. Dennoch – die Vorfreude, nur noch einen Tag fasten zu müssen, stieg. Morgen Abend würde ich Fastenbrechen (so nennt man das Ende einer Fastenzeit).

Was mir etwas den Kopf zerbrach, war die Akkuleistung meines Handy. Ich hatte meine mobilen Daten sowie die Synchronisation abgeschaltet und auf den Energiesparmodus umgestellt, um so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. Heute war es etwas bewölkt und mein Handy konnte nicht wirklich aufgeladen werden. Ich konnte mit weniger Sonneneinstrahlung den Akkustand lediglich auf 26 % halten. Ich hoffte, dass am folgenden Tag die Sonne wieder scheinen würde.

Donnerstag

Wieder ein Handyklingeln, ein Tee, ein Glas Wasser und ziemliche Erschöpfung. An diesem Morgen war ich froh nur noch diesen Tag Fasten zu müssen und abends das Fasten zu brechen.

Auch heute war die Sonneneinstrahlung wieder nur mäßig und viele Wolken bedeckten den Himmel. Mein Akkustand war bei 9 %. Wenn heute keine Sonne strahlen würde, müsste ich das Handy abends an das Stromnetz anschließen oder ohne Handy auskommen.

Am Nachmittag dachte ich nur noch ans Essen. Und freute mich auf das Fastenbrechen. Aber hier war Vorsicht geboten. Der Körper muss sich erst wieder an Nahrung gewöhnen. Laut meinem Fastenplan stand ein einsamer Apfel auf der Speisekarte. Egal – Hauptsache etwas zu essen. Am Freitag könnte ich dann schon etwas Magerquark, Knäckebrot und einen weiteren Apfel zu mir nehmen – tolle Aussichten.

Am Abend aß ich mit vielen Kauwiederholungen langsam und genüsslich meinen Apfel. Es war ein Hochgenuss und meine Geschmacksnerven explodierten. Ich wusste gar nicht, wie gut ein Apfel nach dem Fasten schmecken kann. Allein für dieses Erlebnis hat sich das Fasten gelohnt!

Der Akkustand meines Handys stand am Abend bei 2 % und ich entschied mich dafür es wieder an das Stromnetz anzuschließen. Aber auch hier kann ich sagen, dass mein Mobiltelefon 4 Tage von Sonne und Luft gelebt hat – ein tolles Gefühl. Wenn die nächsten Tage wieder gutes Wetter sein sollte, würde ich das Solaraufladegerät weiter einsetzen.

Freitag

Auch am Freitag wurde ich wieder von meinem Hady geweckt, diesmal jedoch mit einem Akkustand von 100 % und dem Wissen, dass ich an den folgenden zwei Tagen ausschlafen könnte. Zum Frühstück gab es einen Apfel und Tee.

Mein Mittag gestaltete sich etwas abwechslungsreicher. Ich kaufte mir im Supermarkt einen Magerquark und etwas Knäckebrot, welches ich anschließend mit Hingabe verspeise. Dazu gab es Tee.

Am Abend das gleiche Bild. Ein spärliches Abendbrot bestehend aus Apfel, Gurke und Tee. Der Akku meines Handys war dank guter Sonneneinstrahlung zu 95 % aufgeladen. Ich schlief beruhigt ein und wusste, dass die Stromsparchallenge nur noch 2 Tage gehen würde. Bisher war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Samstag

Am Samstag schlief ich sehr lange und beschloss nach dem Aufstehen ein paar Zutaten für einen Salat zu kaufen. Dabei behielt ich im Hinterkopf, dass keines der anfallenden Reste gekühlt werden könnte.

Meine Salatzutaten waren folgende: Rucola, Tomaten, Gurke, Kichererbsen und Bohnen (beides aus der Dose), Cranberries, Sonnenblumenkerne, Olivenöl und Balsamico Essig.

Mein Handy konnte an diesem sonnigen Samstag wieder mit Sonnenenergie aufgeladen werden, sodass mein Akkustand am Abend bei 85 % stand. Zum Abendbrot gab es wieder Salat, einen Apfel und viel Tee.

Sonntag

Am Sonntag und somit dem letzten Tag der Stromsparchallenge gab es nach langem Ausschlafen zum Frühstück Tee, eine Banane, einen Apfel und eine Melone. Mein Körper hatte sich wieder sehr gut an die Nahrungsaufnahme gewöhnt und ich freute mich schon wieder auf eine warme Mahlzeit. Diese konnte ich jedoch erst nach der Stromsparchallenge zu mir nehmen, bis dahin gab es weiterhin Salat, Obst und Knäckebrot.

Der Akkustand meines Handys betrug am Abend 45 %, sodass ich entspannt ein letztes Mal den Wecker für Montag stelle. Der permanente Blick auf die Sonne und das Wetter war teilweise etwas anstrengend und hat nicht immer für Freude gesorgt.

Fazit

Der Tag nach der Stromsparchallenge

Sieben Tage Stromsparchallenge sind nun vorbei und ich habe meine Ziele größtenteils erreicht. Ich habe knapp vier Tage gefastet und mich drei Tage von leichter Kost ernährt, welche keine Kühlung oder warme Zubereitung benötigte. Einzig das Aufladen meines Handys mit Sonnenenergie hat nicht zu 100 % funktioniert. Bei einem Akkustand von 2 % am Donnerstagabend hatte ich mich dazu entschlossen das Handy am Stromnetz anzuschließen. Für das Aufladen mit Sonnenenergie sind bei meinem Aufladegerät eine perfekte Sonneneinstrahlung und viel Zeit ausschlaggebend.

Als positiven Nebeneffekt kann ich sagen, dass mir das Fasten wirklich sehr gut bekommen ist und ich zu späterer Zeit noch einmal eine längere Fastenzeit in Angriff nehmen werde. Dann jedoch mit Urlaub. Vielleicht werde ich die Fastenzeit auch in einer Gruppe absolvieren, um Erfahrungen mit anderen Menschen auszutauschen.

Auswertung der Einsparung

Am Ende der Stromsparchallenge ist es natürlich interessant zu wissen, wie viel Energie beziehungsweise Strom durch meinen Einsatz eingespart wurde. Hier ist die Auflistung meines eingesparten Stroms in einer Woche:

Mein Kühlschrank hat einen Verbrauch von 151 kWh/ Jahr (Energielabel A+)
Berechnung: 151 kWh/ Jahr : 52 Wochen = 2,9 kWh/ Woche

Mein Herd mit 4 Ceranfelder hat eine Gesamtleistungsaufnahme von 8 kW. In der höchsten Stufe haben die kleinen Platten eine Leistungsaufnahme von 1,5 kW und die großen Platten 2,5 kW. Da ich beim Kochen jedoch nur 2 Felder verwende, werden auch nur diese berücksichtigt. Weiterhin koche ich nicht jeden Tag.
Berechnung: 4 kW * 0,5 Stunden/ Tag * 4 Tage = 8 kWh/ Woche

Meine Dunstabzugshaube mit Glühlampe hat eine Leistungsaufnahme von 114 W
Berechnung: 0,114 kW * 0,5 Stunden/ Tag * 4 Tage = 0,228 kWh/ Woche

Mein Wecker hat im normalen Modus eine Leistungsaufnahme von 1,6 W und im Weckmodus mit Licht und Musik 101 W
Berechnung Weckmodus:
0,101 kW * 1,5 Stunden/ Tag * 5 Tage = 0,758 kWh/ Woche
Berechnung Normalbetrieb:
(0,0016 kW * 22,5 Stunden/ Tag * 5 Tage) + (0,0016 kW * 24 Stunden/ Tag * 2 Tage) = 0,257 kWh/ Woche

Mein Handy Akku hat eine Kapazität von 1500mAh = 1,5 Ah und ein 12 V Netzteil. Das Handy muss einmal am Tag aufgeladen werden.
Berechnung: 1,5 Ah * 12 V * 6 Tage (einmal ohne Sonnenenergie aufgeladen) = 108 Wh/ 6 Tage = 0,108kWh/ 6 Tage

Gesamtsumme Stromeinsparung: 12,25 kWh/ Woche = 637 kWh/ Jahr

Da ich in dieser Woche nicht nur Strom sondern auch Kilokalorien gespart habe, möchte ich diese ebenfalls auflisten.

In der Woche der Stromsparchallenge habe ich durch das Fasten (4 Tage) und die reduzierte Nahrungsaufnahme (3 Tage) anstelle der empfohlenen 14.000 Kilokalorien (2.000 kcal/ Tag), gerade einmal 3.000 Kilokalorien zu mir genommen und 3,8 kg an Gewicht verloren. Ich habe also 11.000 Kilokalorien durch Fasten und weniger Essen eingespart, was einem Energieverbrauch von 12,8 kWh entspricht (1 Wh = 859,84 cal).

Meine Gesamtbilanz der Energieeinsparung liegt in der Summe also bei 25,05 kWh in einer Woche. Grandios!

Zusammenfassung

Das Ergebnis meiner Stromsparchallenge ist für mich sehr überraschend, da ich nicht damit gerechnet habe, so viel Strom zu sparen. Insgesamt habe ich mit meinen Maßnahmen 12,25 kWh an Strom gespart! Auf das Jahr hochgerechnet wären das 637 kWh! Das entspricht fast meinem Gesamtjahresverbrauch aus dem Jahr 2013 und hätte einen monetären Wert von ca. 165,- € (Strompreis 0,26 €/kWh) ohne Grundgebühren.

Erstmals wird mir deutlich, dass der Großteil meines Stromverbrauchs für die Lagerung und Zubereitung von Nahrung verwendet wird. Ohne die ENTEGA Stromsparchallenge wäre mir dieser Zusammenhang jedoch nicht bewusst geworden. Für die Stromsparchallenge war das Fasten eine tolle Möglichkeit Strom und Körperenergie zu sparen, ist auf Dauer jedoch natürlich nicht umzusetzen.

Weiterhin kann ich sagen, dass mein aktueller Jahresverbrauch aus dem Jahr 2013 von 648 kWh so gering ist, weil ich schon viele Stromsparmaßnahmen durchführe und diese zu wirklich enormen Einsparungen führen. Das macht mich stolz und zeigt mir, wie sinnvoll es ist, bewusst mit seinem Strom umzugehen. Meinen Wecker möchte ich in Zukunft weiterhin nutzen, da es ein kleiner Luxus ist, den ich mir beibehalten möchte.

Ich hoffe ihr hattet viel Spaß beim Lesen meiner Stromsparchallenge. Mir hat es riesigen Spaß gemacht und ich hatte tolle Erkenntnisse. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, nutzt die Kommentarfunktion.

Liebe Grüße! Martin

Titelbild: Das Titelbild ist von Jo Marshall und steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-2.0 – Link zum Foto: https://flic.kr/p/aKusa2
An dem Bild wurden folgende Veränderungen vorgenommen: Bildzuschnitt


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13 Kommentare/Fügen deinen eigenen Kommentar hinzu

  1. Rainer / Antworten ¬

    Schön der „Naturstrom“ ist lediglich virtuell bei Ihnen angekommen. Klar da muss gespart werden – kein Verbrauch, eine ganze Reihe ihrer „echten“ Erzeuger müssen nicht liefern.

    Hätten sie auch gespart, wenn die Energie von Ihrem Dach gekommen wäre – immer dann, wenn die Sonne der echte „Lieferant“ ist ? Falls ja, warum denn ? Etwas, was sowieso da ist, kann man nicht wirklich verbrauchen, nur nutzen. Dieses Sparen macht nur Sinn, wenn dafür irgendwo etwas verbrannt (im weitesten Sinn) werden muss. Da macht es besonders viel Sinn, weil Sie dann auch gleich die Verluste dort einsparen – inkl. der Verluste bist der Strom in Ihren Haushaltsgeräten angekommen ist.

    Was wirklich Sinn machen würde, wäre der lokale Verbrauch von etwas was sowieso in Wärme umgewandelt wird, wenn Sie – jeder – niemand etwas damit anfängt. Wenn diese herrlich kleine Entnahme tatsächlich aus dem Netz kommt, dann sollten Sie womöglich über eine „Balkon PV“ nachdenken. Oder noch besser, über eine Methode, wie (zunächst) jeder seinen Eigenverbrauch mit seiner PV-Leistung besser „in Einklang“ bringen kann.

    Sparen kann sinnvoll sein – wenn man am richtigen Ende spart – ich werde etwas weniger atmen, damit ich von der mich umgebenden Luft nicht soviel verbrauche – nein doch nicht, die muss ja nicht auf abenteuerlichen Wegen zu mir kommen – verbraucht – im allerschlechtesten Sinn wird sie ja auch von allem was da unnütz verbrannt wird, auch um die läppischen 648 kWh/a = zwischen 1.944 bis 2.592 kWh/a, falls das in der Realität aus einer fossilen Quelle kommt.

  2. Desiree / Antworten ¬

    Beim kochen kann man auch sparen. Ich erhitze zum Beispiel kein Wasser in einem Topf, sondern koche es mit dem Wasserkocher auf. Dann leere ich es kochen in den Topf. So können Nudeln sofort gekocht werden.

  3. Ich / Antworten ¬

    Toll! Ich hab mit grosser freude den beitrag gelesen! Und die weckuhr ist klasse! Viele Grüße !

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Vielen Dank! Ich finde die Weckuhr auch Klasse 🙂

  4. Stephan Madre / Antworten ¬

    Klasse Beitrag!!

    Das mit dem Kühlschrank und Gefriertruhe abschalten funktioniert prima, wenn es möglich ist nach dem Arbeiten genau den täglichen Bedarf einzukaufen.
    Im Winter lagere ich den Inhalt des Kühlschranks im kühlen (+2 bis +8 °C.) Vorraum.

    Nur leider möchte meine Ehefrau weder auf den Kühlschrank, noch auf die Gefriertruhe verzichten. Deshalb habe ich die Gefriertruhe (A+++ ca. 105 kw/h/Jahr) mit einer Zeitschaltuhr versehen, so dass diese nur tagsüber mit eigenem Solarstrom vom Dach arbeitet.
    Unser Strombedarf (wir kochen und erwärmen unser Brauchwasser mit Gas) beträgt ca. 750 kw/h/Jahr.

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Vielen Dank für deinen Kommentar Stephan. 750 kWh/a ist trotz der Gasnutzung für kochen und erwärmen von Brauchwasser ein sehr guter Wert für einen Mehrpersonenhaushalt.

  5. Thea / Antworten ¬

    Das ist wirklich ein super Artikel und hat selbst mich zum nachdenken angeregt. Ich interessiere mich derzeit auch für ein Solar betriebenes Akkuaufladegerät. Wie zufrieden warst Du denn damit?

    VG
    Thea von Kosten senken Klima schützen

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Thea,

      mein Solaraufladegerät gehört zu einer älteren Generation und wurde über einen langen Zeitraum nicht genutzt. Dafür hat es aber bei voller Sonneneinstrahlung recht gut funktioniert.
      Heute würde ich ehr ein tragbares und faltbares Solar Ladegerät* mit einer Power Bank* kombinieren. Die Power Bank kann mit dem Solarmodul aufgeladen werden, sodass du anschließend deine Geräte jederzeit mit Hilfe der Power Bank aufladen kannst. Du bist dann während des Ladevorgangs deiner Geräte nicht permanent auf eine gute Sonneneinstrahlung angewiesen.

      Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.

      Liebe Grüße! Martin

  6. Leonardo Puddu / Antworten ¬

    Hallo Matin,

    alle Achtung, Dein Verbrauch ist ja wirklich beachtenswert niedrig !

    Tipp Badewasser:
    Wenn man wärend der Heizsaison das Badewasser erst ablässt wenn es kalt ist, bleibt die Energie im Gebäude und verschwindet nicht im Abfluss. Bei höheren Duschtassen, Handwaschbecken, Küchenwaschbecken etc. ebenso möglich.

    LG Leonardo

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Leonardo, den geringen Stromverbrauch zu halten ist mein nächstes Ziel 🙂 Vielen Dank für den Tipp mit der Badewanne. Ich habe ihn gleich ausprobiert.
      Liebe Grüße! Martin

  7. Erik Schlobach / Antworten ¬

    Hallo Martin

    Ein wirklich sehr Interessanter Artikel. Mit Licht ( LED ) kann noch mehr Sparpotenzial erreicht werden. Die Glühbirne mit 60 Watt ist vergleichbar einer 10 Watt LED-Lampe. Bei einem Strompreis beispielhaft von 21 Cent per Stunde und täglich 6 Stunden kostet die Glühbirne jährlich 27,59 Euro. Die LED kostet nur rund 4,60 Euro. Der Austausch ergibt eine Strom-Ersparnis von rund 23 Euro im Jahr. Es gibt aber auch Nachteile, vorfallem bei Schnäppchen.

    LG Erik

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