Wie funktioniert ein Thermostatventil?

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Das Thermostatventil wird auch Thermostat oder thermostatisches Heizkörperventil – kurz THKV – genannt. In diesem Beitrag stelle ich euch die Funktion eines Thermostatventils vor. Zuallererst muss jedoch eine Differenzierung vorgenommen werden, denn ein Thermostatventil besteht aus zwei Bauteilen: dem Thermostatkopf und dem Heizkörperventil.

In Abbildung 1 sind die beiden Einzelteile eines Thermostatventils abgebildet: links ein Thermostatkopf (Oventop Uni LH*) und rechts ein Heizkörperventil (Oventrop AV6*) mit sechsstufiger Voreinstellung. Ich werde euch anhand dieser beiden Bauteile die Funktion exemplarisch erklären.

Bauteile eines Thermostatventils - Linkes Bild: Thermostatkopf, rechtes Bild: Heizkörperventil

Abbildung 1: Bauteile eines Thermostatventils

Der Thermostatkopf

Der Thermostatkopf ist der sichtbare Teil des Thermostatventils und hat unter anderem die Aufgabe die Raumtemperatur zu regeln. In den letzen Jahren hat sich das klassische Thermostat rasant weiterentwickelt, sodass ein Thermostat auf dem neuesten Stand weit mehr Funktionen hat als das klassische Regeln der Raumtemperatur.

Neben der Fähigkeit die Raumtemperatur zu regeln, können elektronisch programmierbare Heizkörperthermostate die Raumtemperatur zu einer bestimmten Zeit reduzieren und anheben oder per App, Tablet und PC ferngesteuert werden. Ein programmierbares Thermostat stellt somit einen wichtigen Pfeiler im modernen Energiemanagement dar.

Eine Erweiterung der elektronischen Heizkörperthermostate ist die intelligente Heizungssteuerung, welche es ermöglicht mehrere Heizkörper und Räume zentral per App oder über ein Bediengerät zu steuern. Somit muss man nicht mehr jedes elektronische Heizkörperthermostat einzeln programmieren, sondern kann alle Daten zentral für bestimmte Räume und Zonen eingeben. Weiterhin sind die meisten intelligenten Heizungssteuerungen bereits heute mit Sprachsteuerungen wie Amazon Alexa* und Google Assistent* sowie dem Software Framework Apple Homekit* kompatibel.

Ich stelle euch nachfolgend beide Formen, also die typischen konventionellen Thermostate sowie elektronische programmierbare Thermostate vor.

Konventionelle Heizkörperthermostate

Mithilfe eines konventionellen Thermostatkopfes (siehe Abbildung 2) ist es möglich eine gewünschte Raumtemperatur manuell einzustellen – Stufe 5 kann bei entsprechender Einstellung der Heizungsregelung bis zu 28 °C entsprechen, Stufe 3 entspricht ca. 20 °C und Stufe * entspricht ca. 7 °C – Frostschutz. Ein Thermostatkopf ist somit ein Fühlerelement.

Einstellung des Thermostatkopfes – Bild Links: Einstellung auf Stufe 0 und entspricht ca. 7 °C – Frostschutz; Bild Mitte: Einstellung auf Stufe 3 und entspricht ca. 20 °C; Bild Rechts: Einstellung auf Stufe 5 und entspricht ca. 28 °C

Abbildung 2: Einstellung des Thermostatkopfes

Anschließend ist der Thermostatkopf in der Lage die Temperatur in dem gewählten Bereich zu regeln und auf Abweichungen von +/- 2 Kelvin zu reagieren. Im Inneren des Thermostatkopfes befindet sich ein Fühlerelement mit einer Ausdehnungsmasse oder einer Flüssigkeit, welche sich bei Wärme ausdehnt und bei Kälte zusammenzieht. Durch das Ausdehnen der Masse im Inneren des Fühlerelementes wird ein Übertragungsstift bewegt, welcher das Ventil öffnet oder schließt (siehe Abbildung 3)

Bestandteile eines Thermostatkopfes

Abbildung 3: Bestandteile eines Thermostatkopfes

Um die Funktion eines Thermostatkopfes etwas besser zu verstehen, kann man den Regelvorgang eines konventionellen Thermostatkopfes wie folgt beschreiben (siehe Abbildung 4):

  • Zunächst gehen wir davon aus, dass das Thermostat auf Stufe 3 eingestellt wurde. Laut Anleitung haben wir in Erfahrung gebracht, dass die Stufe 3 ungefähr einer Raumtemperatur von 20 °C entspricht.
  • Bei Überschreiten der gewünschten Raumtemperatur von 20 °C dehnt sich die Ausdehnungsmasse im Thermostatkopf aus. Dadurch drückt der Übertragungsstift der Fühlerspindel [1] im Thermostatkopf auf den Stopfbuchsenstift [2] im Heizkörperventil, sodass das Heizkörperventil geschlossen wird [3].
  • Bei Unterschreiten der gewünschten Raumtemperatur von 20 °C zieht sich die Ausdehnungsmasse im Thermostatkopf wieder zusammen. Der Übertragungsstift der Fühlerspindel im Thermostatkopf [4] bewegt sich also wieder zurück in seine Ausgangsstellung und nimmt den Druck vom Stopfbuchsenstift im Heizkörperventil [5], sodass das Heizkörperventil wieder geöffnet wird [6].
Funktion Thermostatventil - Bild 1: Stellung des Übertragungsstifts bei 22 °C, Bild 2: Stopfbuchse wird durch den Übertragungsstift bewegt, Bild 3: Ventil wird dadurch geschlossen. Bild 4 Stellung des Übertragungsstifts bei 18 °C, Bild 5: Stopfbuchse wird durch den Übertragungsstift bewegt, Bild 6: Ventil wird dadurch geöffnet.

Abbildung 4: Funktion Thermostatventil

Um die Bauteile eines Thermostatventils besser zuordnen zu können, findet ihr in Abbildung 5 den Querschnitt eines Thermostatventils abgebildet. Die Rote Umrandung zeigt den Thermostatkopf und die blaue Umrandung das Ventilgehäuse. In diesem Beispiel handelt es sich um den Querschnitt eines Danfoss RA 2000* Thermostats und eines Danfoss RA-N* Ventils.

Querschnitt eines Thermostatventils

Abbildung 5: Querschnitt eines Thermostatventils

In dem Beispiel befindet sich um die Fühlerspindel [2] ein dampfgefülltes Wellrohr [1], welches auf die Temperaturunterschiede im Raum reagiert. Die Fühlerspindel überträgt die Bewegungsenergie auf den Stopfbuchsenstift [4], wodurch der Ventilkegel [11] bewegt wird und das Ventil öffnet oder schließt.

Programmierbare Heizkörperthermostate

Honeywell Home evohome Heizkörperregler zur Heizungssteuerung per App und Wlan, THR092HRTEine Erweiterung der konventionellen Thermostate sind elektronisch programmierbare Heizkörperthermostate oder komplett nachrüstbare intelligente Heizungssteuerungen. Diese können, im Vergleich zu konventionellen Thermostatköpfen durch eine Zeit- und Temperatursteuerung zusätzlich bis zu 30 % an Wärmeenergie einsparen.

Bei den 30 % Heizkostenersparnis geht man von einem sogenannten „Worst Case Szenario“ aus. Dieses Szenario kann folgendermaßen aussehen:

  • ein Gebäude hat keine Nachtabsenkung
  • die Raumtemperatur ist überdurchschnittlich hoch (ca. 24 °C)
  • tagsüber werden die konventionellen Thermostate nicht manuell herunter gedreht.

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Abbildung 7: Homematic IP Software - Übersicht eines Wochenzeitprogramms

Abbildung 7: Homematic IP Software – Übersicht eines Wochenzeitprogramms

Bei Absenkung der Raumtemperatur von einem Kelvin werden ca. 6 % an Wärmeenergie eingespart. Reduziert nun man die Raumtemperatur um 3 Kelvin von 24 auf 21 °C werden allein durch die Temperaturreduzierung ca. 18 % an Wärmeenergie eingespart. Wenn jetzt noch eine zusätzliche Nachtabsenkung und eine Absenkung der Raumtemperaturen bei Nichtanwesenheit über den Tag auf 17 °C erfolgen (siehe Abbildung 7), kommt man den 30 % schon sehr nahe.

Sollte dies immer noch nicht reichen, kann man mit dem Einsatz von Fensterkontakten oder der immer besser werdenden „Fenster offen“ Funktion argumentieren, welche einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Einsparpotenzial haben.

Das Prinzip von elektronisch geregelten Heizkörperthermostaten ist das gleiche wie bei konventionellen Thermostaten. Elektronische Thermostate haben jedoch keine Ausdehnungsmasse oder Flüssigkeit als Fühlerelement verbaut, sondern einen elektrischen Fühler, welcher auf Temperaturschwankungen reagiert und anschließend, je nach Bedarf, einen Motor bewegt, um das Ventil zu schließen oder zu öffnen (siehe Abbildung 8).

Bestandteile eines elektronischen Thermostatkopfes - Bild 1: elektronisches Thermosta; Bild 2: Blick auf offenes Thermostat und Sicht auf die Platine, Bild 3: Blick auf offenes Thermostat mit Sicht auf Motor, Fühler und Batteriefach; Bild 4: Blick auf den Ventilanschluss mit Übertragungsstift

Abbildung 8: Bestandteile eines elektronischen Thermostatkopfes

In dem hier gezeigten Modell handelt es sich um eines der ersten elektronischen Heizkörperthermostate von Thermy. Die Zentrale Einheit des Thermostates ist ein ATmega169 Controller der Firma Atmel. Der Controller dient in diesem Fall zur Messung der Temperatur und der Zeit sowie der Steuerung des Motors zur Bewegung des Heizkörperventils.

Über das LC-Display werden alle notwendigen Informationen wie Solltemperatur, Schaltzeiten oder aktueller Betriebsmodus angezeigt. Weiterhin gibt es die drei Tasten AUTO/MANU, PROG und Temperatur Tag/Nacht, über die alle programmierschritte zur Hinterlegung eines Heizprofils vorgenommen werden können. An der Vorderseite des Thermostates befindet sich das Stellrad zur Einstellung der Solltemperatur.

Bauteile elektronisches Thermostat - Bild 1: elektronisches Thermostat; Bild 2: Vorderseite Platine mit ATmega169PV Controller und Anschluss für Stellrad; Bild 3: Rückseite Platine mit Anschlüssen für LC-Display und Programmiertasten

Abbildung 9: Bauteile elektronisches Thermostat

Damit elektronische Thermostate funktionieren, werden sie in der Regel mit Batterien ausgestattet. Diese halten normalerweise für ca. 2 Heizperioden. Mir ist nur ein Hersteller bekannt, welcher elektronische Thermostate ohne Batterien anbietet. Es handelt sich dabei um das das System EnKey der Firma Kieback&Peter, welches das sogenannte Energy Harvesting anwendet, bei dem Wärmeenergie in elektrische Energie umwandelt wird.

Das Heizkörperventil

Ähnlich wie bei den Thermostatköpfen hat sich auch in der Entwicklung von Heizkörperventilen eine Menge getan. Diese unterscheiden sich in nichvoreinstellbare Ventile, voreinstellbare Ventile und voreinstellbare Ventile mit Differenzdruckregelung. Als Bauformen sind Durchgangsventile und Eckventile gängig.

Nichtvoreinstellbare und voreinstellbare Heizkörperventile

Voreinstellbares Heizkörperventil

Abbildung 10: Voreinstellbares Heizkörperventil

Nichtvoreinstellbare Heizkörperventile haben lediglich die Funktion das Ventil zu öffnen und zu schließen. Da es in den letzten Jahrzehnten immer wichtiger geworden ist Heizenergie zu sparen, spielt eine gute Hydraulik, also ein optimiertes Fließverhalten von Heizungswasser in einem Heizsystem, eine immer wichtigere Rolle. Hier kommen voreinstellbare Heizkörperventile ins Spiel, welche neben dem Öffnen und Schließen noch eine weitere Funktion haben. Mithilfe von voreinstellbaren Heizkörperventilen ist es möglich einen hydraulischen Abgleich durchzuführen.

Durch die Voreinstellung der Heizkörperventile mit einem Voreinstellschlüssel* (siehe Abbildung 10) kann die genaue Wassermenge für jeden Heizkörper festgelegt werden. Dies erfolgt durch die Verringerung des Durchflussquerschnitts am Ventil (siehe Abbildung 11).

Dadurch wird verhindert, dass Heizkörper mit Warmwasser überversorgt oder unterversorgt werden. In Abbildung 5 kann man die Verringerung des Durchflussquerschnitts in 6 Stufen nachverfolgen. Dargestellt ist ein voreinstellbares Heizkörperventil der Firma Oventrop Durchgangsventil, Baureihe ."AV 6" DN10-3/8"* mit 6 Voreinstellstufen. Natürlich gibt es noch viele andere Hersteller für voreinstellbare Heizkörperventile. Dazu gehören unter anderem Danfoss, Heimeier oder Honeywell.

Heizkörperventil voreinstellbar

Abbildung 11: voreinstellbares Thermostatventil – Oventrop AV6 mit 6-stufiger Voreinstellung

Voreinstellbare Heizkörperventile mit Differenzdruckregelung

Eine Erweiterung von voreinstellbaren Heizkörperventilen sind voreinstellbare Heizkörperventile mit interner Differenzdruckregelung. Die interne Differenzdruckregelung sorgt für eine weitere Verfeinerung des hydraulischen Abgleichs im Teillastsbereich der Heizungsanlage.

Querschnitt Danfoss Dynamic Valve - Bild links: äußeres Ventilgehäuse; Bild rechts: aufgeschnittenes Ventilgehäuse mit Blick auf Ventilkegel und internen Differenzdruckregler

Abbildung 12: Querschnitt Danfoss Dynamic Valve

Die Berechnung der Volumenströme für einen hydraulischen Abgleich erfolgt immer für den Volllastfall, sodass die Hydraulik im Teillastfall nicht immer optimal funktioniert. Dies hat mit unterschiedlichen Volumenströmen im Teillast- und Volllastbetrieb zu tun, was verschiedene Druckverhältnisse im Heizungssystem zur Folge hat.

Mit Hilfe eines voreinstellbaren Ventils mit interner Differenzdruckregelung wird der Differenzdruck über dem Ventil konstant gehalten und eine mögliche Überversorgung vereinzelter Heizkörper verhindert. In dem nachfolgenden Video von Danfoss wird die Funktion vom Dynamic Valve sehr anschaulich erklärt.

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Heizkörperventile mit interner Differenzdruckregelung werden selbstverständlich nicht nur von Danfoss, sondern auch von IMI Heimeier (Eclipse Ventile) und Oventrop (Baureihe AQ) angeboten und stellen aus meiner Sicht eine wichtige Weiterentwicklung von voreinstellbaren Heizkörperventilen dar. Somit ist es möglich einen hydraulischen Abgleich weiter zu verfeinern, um weiteres Energieeinsparpotenzial freizusetzen.

Der „Ventil Dschungel“

In den vergangenen Jahrzehnten haben viele Ventilhersteller viele Ventile auf den Markt gebracht, um die Ventile der eigenen Marke zu etablieren. Das Ergebnis ist, dass bei der Nachrüstung von Heizkörperthermostaten anderer Hersteller diese nicht immer auf das vorhandene Heizkörperventil passen.

Die Lösung ist entweder auch das Ventil zu tauschen oder Ventiladapter einzusetzen. Inzwischen hat sich das Gewindemaß M30 x 1,5 nach Werksnorm für Heizkörperthermostate etabliert, sodass fast alle neuen Heizkörperthermostate diesen Gewindeanschluss besitzen. Einzig die Firma Danfoss arbeitet weiter mit ihren eigenen Gewindemaßen. Um den Überblick nicht zu verlieren, findet ihr in meinem Beitrag „Die große Übersicht: Adapter für Thermostatventile“ alle wichtigen Informationen zu Ventiladaptern.

Anleitung: Adapter und Thermostat montieren

Abbildung 13: Anleitung: Adapter und Thermostat montieren

Fazit

Für mich persönlich ist es sehr spannend zu sehen, wie sich Heizkörperthermostate und Heizkörperventile weiterentwickelt haben und auch noch stetig weiterentwickeln. Man darf gespannt sein wie es weitergeht und ob sich Alternativsysteme, wie beispielsweise das Wilo Geniax System, in Zukunft noch durchsetzen.

Ich hoffe, dass ich euch mit diesem Beitrag helfen konnte, ein Thermostatventil und dessen Bauteile etwas besser zu verstehen. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik zu diesem Beitrag habt, nutzt die Kommentarfunktion.

Liebe Grüße, Martin

Weiterführende Links und Quellen:
DeltaQ – Grundlagen der Optimierung
Oventrop
Heimeier
Danfoss
Honeywell
Analyse Heizkörperthermostat  der HTW Dresden


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126 Kommentare/Fügen deinen eigenen Kommentar hinzu

  1. Avatar
    Simon / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    klasse Seite und vorweg ein großes Lob, dass du weiterhin so aktiv auf die Kommentare eingehst! Ich habe auch eine Frage die mich brennend interessiert:

    Ich habe in meiner Wohnung ganz gewöhnliche Heizungsthermostate mit den Stufen 1 bis 5.

    Mich würde interessieren, ob ein Ventil in dem Thermostat nur die Ist-Zustände „voll auf“ und „komplett zu“ kennt, oder ob es sich zum Teil auch nur zu 20% oder 30% öffnet, wenn die Wunschtemperatur ähnlich der gemessenen Temperatur ist.

    Ich stelle nämlich oft fest, dass die Heizungen, die ca auf Stufe 1,5 stehen (wenig genutzte Räume in denen ich nur eine Grundtemperatur sicherstellen will) sehr oft nur ca 30-35 Grad warm sind, und habe die Befürchtung, dass die Heizung so permanent mit zu wenig Durchfluss arbeitet, weil die Thermostate nur minimal öffnen weil die gewünschte Temperatur (ca 16 Grad Raumteperatur) durch Abwärme der anderen Räume einfach erreicht ist.

    Vom Gefühl her müsste das doch sehr uneffizient sein und der Anteil der Verlustwärme die in den Rohren vom Keller zum Zimmer führen wäre in dem Beispiel höher als wenn das Ventil „kurz und knackig“ in regelmäßigen Abständen die Heizung voll aufheizt und dann wieder komplett schließt… Zumindest gaukelt mir mein Kopf vor, dass auf 24 Stunden gesehen 6-8 mal ca. 10 Minuten die Heizung auf 60 Grad effizienter wäre, als wenn die Heizung 24 Stunden lang am Stück bei 30 Grad pendelt…

    Danke!

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Simon,

      1,5 steht für eine abgesenkte Raumtemperatur von ca. 16°C, wie du schon gesagt hast. Wenn du diese in deinem Raum erreichst und die Oberflächentemperatur der Heizkörper bei 30 – 35 °C liegt, ist doch alles super. Die Annahme, dass 6 – 8 Mal am Tag 10 Minuten die Heizung auf 60 Grad aufzuheizen effizienter sei, stimmt jedoch nicht, denn je heißer das Heizwasser ist, desto mehr Energie muss zur Erwärmung des Wassers aufgewandt werden. Außerdem glaube ich nicht dass 6 – 8 Mal ausreichen werden. Weiterhin ist es für einen Heizkessel von Vorteil durchzulaufen, anstatt andauernd neu zu starten. Die Vorlauftemperatur der Heizung wird über eine Heizkurve in der Regelungs-/Steuerungseinheit hinterlegt, sodass du bei einer kalten Außentemperatur eine höhere Vorlauftemperatur hast als bei wärmeren Außentemperaturen. Die Vorlauftemperatur muss dann lediglich dafür sorgen, dass deine Räume bei jeder Außentemperatur eine Raumtemperatur von beispielsweise 20 °C erreicht.
      Liebe Grüße, Martin

  2. Avatar
    Simon / Antworten ¬

    Danke dir für die schnelle Antwort.

    Da dieses Haus keinen Außentemperatur-Fühler hat, ist unsere Vorlauftemperatur auf einen fixen Wert (bei mir ca 60°C) eingestellt. Daher eben meine Frage ob so ein Ventil im Thermostat auch nur geringfühgig öffnen kann, und dadurch dann die 30-35 Grad am Heizkörper resultieren…

    Daher hatte ich die Bedenken dass in den Rohren überall die 60 Grad Verlustwärme verloren gehen aber am Heizkörper durch den geringen Durchfluss nur weniger Energie wirklich im Raum ankommt…

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Simon, ja das geht auf jeden Fall mit voreinstellbaren Ventilen. Die Idee ist jedoch den Durchfluss zu verringern. Dies wird für einen hydraulischen Abgleich genutzt. Wenn du einen fixen Wert von 60°C hast ist das energetisch gesehen, und wahrscheinlich auch technisch, nicht optimal. Hast du eine Raumtemperaturregeleung mit einem Referenzraum?
      Liebe Grüße, Martin

  3. Avatar
    Stafan Weber / Antworten ¬

    Hallo, Die beste Seite, auf der man alles richtig erklärt. Danke!
    Frage: Haus 60 Jahre alt. Vor 14 Jahren wurden alle Heizkörper, Thermostatköpfe mit Ventilen und Rücklaufverschraubungen erneuert.
    Jetzt möchte ich alle Rohre, die in den Wänden liegen, erneuern lassen. Der Fachmann sagt, man soll jetzt auch alle Thermostatköpfe mit Ventilen und Rücklaufverschraubungen erneuert.
    Stimmt das? Nach 14 Jahren? Der Heizmann möchte alles von Buderus einbauen. Stimmt die Qualität von Buderus?
    Danke im voraus.

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Stafan,
      Buderus gehört zu den Top Marken im Heizungsbau, über die Qualität brauchst du dir hier also keine Sorgen machen.
      Es kann durchaus sein, dass die Ventile und Rücklaufverschraubungen mit getauscht werden müssen, wenn die neuen Rohrleitungen einen anderen Querschnitt haben als die Alten. Die Lebensdauer von Thermostaten wird mit knapp 15 Jahren angegeben, wenn diese jedoch ohne Probleme funktionieren, müssen diese nicht unbedingt getauscht werden.
      Liebe Grüße, Martin

  4. Avatar
    peter mayer / Antworten ¬

    Guten Abend
    Frage :
    Fußbodenheizung, warmwasser geht hinein, kommt aber gar nichts zurück, Rücklauf bleibt kalt Versuchte Ventil zum klopfen, mittlere Federgesteuerte Zapfen federtsich, wasser geht aber nicht durch WARUM ??
    Danke 1000 x !Leidr Fotos läßt sich nicht hochladen —
    Peter

    ############################

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Peter, hier empfehle ich dir, dass sich eine Fachfirma die ganze Sache einmal anschaut. Eine Ferndiagnose ist von meiner Seite aus nicht möglich.
      Liebe Grüße, Martin

  5. Avatar
    peter mayer / Antworten ¬

    na und wann wirds du antworten ??

  6. Avatar
    Jürgen / Antworten ¬

    Vielen Dank für den Aufschlussreichen Artikel. Ich komme nur an einer Frage nicht weiter. Woher weiß ich, ob ich auf 1K oder 2K Regeldifferenz auslegen muss. Ich würde Vermuten, dass das mit dem Hub des Ventilkopfes zusammenhängt, da dieser bei 1K Regeldifferenz doppelt so hoch sein muss. Ich finde aber nirgendwo Informationen dazu.
    Oder denke ich in die falsche Richtung?

  7. Avatar
    Sebastian / Antworten ¬

    Hallo,
    erstmal ganz toll! Super Seite.
    Habe schon viel gelernt durch ihre Beiträge. DANKE!!

    Ein paar Punkte spezielle Punkte die mir aber nicht klar sind.
    Vielleicht können Sie Licht ins Dunkel bringen.

    Verbaut ist eine Junkers Cerapur mit klassischem zweirohrsystem.
    Die Anlage ist „noch“ Außentemperatur geführt.
    Jetzt würden wir gerne in unserem Haus auf Funk Thermostatköpfe umrüsten und
    dieses mit dem Smarthome verbinden.

    Ein paar Fragen dazu:
    Wenn ich das zeitprofil der Therme ausschalte und auf den manuellen Modus wechsele,
    kann ich dann ausschließlich über die Funkthermostate regeln?

    Wie verhält sich die Therme wenn dann alle Thermostate auf 7 Grad stehen
    also quasi geschlossen sind?

    Ist dies dann, weil keine Zirkulation im Rohrsystem, ein Problem für die Heizpumpe?

    Frohe Weihnachten
    Sebastian

  8. Avatar
    Birgitt / Antworten ¬

    Hallo,
    Ich habe eine Frage.
    Was kann ich tun, dass die Heizung NICHT anspringt, wenn ich nachts das Fenster auf habe und es kalt ist. Ich habe die Heizung ganz abgeschaltet, also noch weiter als bis zum „Sternchen“ und trotzdem wird sie manchmal warm, was ich aber nicht möchte.
    Viele Grüße

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Birgitt,
      dies ist ein Selbstschutz der Heizung. Das Sternchen steht für Frostschutz und sorgt dafür, dass die Heizung bei zu kalten Temperaturen keinen Schaden nimmt.
      Liebe Grüße, Martin

  9. Avatar
    Christian / Antworten ¬

    Guten Tag, ich habe eine Frage zur Funktion des Thermostat. Ich möchte einen einzelnen Heizkörper auswechseln und dazu nicht die gesamte Anlage entleeren. Kann ich den Heizkörper entfernen, wenn ich das untere Ventil und den Thermostat schließe? Der Berater im Baumarkt meint, nur ein Thermostat mit Null Stellung schließt komplett dicht, mein Thermostat hat dagegen ein Frostsymbol. Was meinen Sie? Ist er dicht oder nicht? Die Temperatur im Raum liegt derzeit über 20°.

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Christian,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Beim Tausch eines Heizkörpers muss entweder die Anlage entleert werden oder es gibt die Möglichkeit den Vor- und Rücklauf lokal vor und nach dem Heizkörper einzufrieren. Das Ventil wird nicht vollständig schließend und ich würde die Variante der Vereisung empfehlen. In den nachfolgenden Video wird dies sehr gut gezeigt:
      https://www.youtube.com/watch?v=Odp3L6ZyXwk

      Viele Grüße, Martin

  10. Avatar
    Christian / Antworten ¬

    Ich weiß nicht, ob es jemanden interessiert oder ob hier noch überhaupt jemand liest, aber Ich habe es ausprobiert, es ist dicht.

  11. Avatar
    Claudia Krueger / Antworten ¬

    Sehr geehrter Herr Schlobach,
    mit Interesse habe ich die Ausführungen auf dieser Internetseite verfolgt. Ich habe leider auch ein Problem. Es handelt sich um einen ca. 1983 eingebauten Heizkörper und dessen Thermostatventil. Dieses Ventil schließt leider nicht mehr richtig. Man muß etwas in den Thermostatkopf einlegen, damit genügend Druck ausgeübt wird. Jetzt ist aber nirgends ersichtlich, von welcher Firma der Plattenheizkörper stammt, noch um welches Therostatventil es sich handelt.
    Vielleicht können Sie mir helfen. Die Fachfirmen möchten gerne einen neuen Heizkörper einbauen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Claudia Krueger

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Frau Krueger,

      es sollte sich dabei um ein Danfoss RAVL Ventil handeln. Hier sollte dieser Thermostatkopf passen: Danfoss RA/VL“ 2950*.

      Liebe Grüße, Martin

      1. Avatar
        Claudia Krueger / Antworten ¬

        Sehr geehrter Herr Schlobach, vielen Dank für die Mitteilung. Wie ich inzwischen herausgefunden habe handelt es sich um den Heizkörper Thermopanel mit einem AGA-Ventil. Es hat 6 Einkerbungen.
        Einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr.
        Liebe Grüße
        Claudia Krueger

  12. Avatar
    Michael W. / Antworten ¬

    Guter Artikel, ich habe eine Frage, die ich trotz Recherche nicht klären kann. Ich muss aufgrund Wärmestau, der Heizkörper (das Ventil) ist dicht unter einem Fensterbrett montiert und der Heizkörper schaltet immer ab obwohl der Raum nicht warm ist, das Ventil auf eines mit Fernfühler umbauen. Nun haben meine Heizkörper alle einen Durchflussbegrenzer und das Ventil muss da drüber passen. Mein Installateur meinte, es müsste einen „langen“ Teil haben, wo es montiert wird, damit es sozusagen den Teil mit dem Durchflussbegrenzer (heißt das so?) aufnehmen kann. Ich finde dazu aber bei keinem einzigen Ventil eine Angabe, die mich dahin führt, festzustellen ob das Ventil passen kann. Ich hoffe, Sie verstehen mich (Laien :)). Vielleicht können Sie mir helfen.

    LG aus Wien, Michael W.

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Michael,

      ich denke, dass dir dieses Thermostat mit Fernfühler weiterhelfen kann: Oventrop Thermostat mit Fernverstellung*
      Liebe Grüße, Martin

  13. Avatar
    Michael Hertle / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    allen Respekt an deine Seiten.
    Ich habe hier schon einige Stunden verbracht.
    Der hydraulische Abgleich steht nun bei mir kurz bevor.
    Hierzu lasse ich vom Energieberater die komplette Berechnung machen, so dass ich nur noch die Einstellung am Ventil machen muss.
    Bei den Ventilen hätte ich mich nun für die Heimeier Eclipse entschieden.
    Meine Frage ist nun, ob ich die Ventile komplett tauschen muss, oder ob ein Heimeier Ventileinsat Eclipse, den ich in die vorhandenen einschraube, reicht?
    Bzw. ist dies überhaupt möglich und macht das Sinn?
    Besten Dank vorab.

    Mit freundlichen Grüßen
    Michael

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Michael,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich habe mal eben geschaut, ob es Ventileinsätze von Heimeier Eclipse gibt und habe keine gefunden. Auch wenn es Ventileinsätze gäbe, ist nicht gesagt, dass diese auch bei deinen vorhandenen Ventilen passen. So wie es aussieht muss das ganze Ventil getauscht werden.

      Liebe Grüße, Martin

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