Die Norm-Außentemperatur ist nach DIN EN 12831-1 die Außenlufttemperatur, mit der die Heizlast (Norm-Wärmeverluste) eines Gebäudes berechnet werden. Sie beschreibt den kältesten Auslegungsfall, für den die Heizungsanlage dimensioniert werden muss.
Für Deutschland wird dieser Wert in der nationalen Ergänzung DIN/TS 12831-1:2020-04 als Auslegungsaußentemperatur konkret festgelegt. Sie basiert auf dem kältesten Zweitagesmittel der Außenlufttemperatur, das statistisch etwa alle zwei Jahre auftritt. Grundlage dafür sind die Klimadaten vom Deutschen Wetterdienst (DWS) über 18 Jahre (1995–2012), die postleitzahlengenau für Deutschland vorliegen und Berlin-Mitte (PLZ 10178) beispielsweise – 11,2 °C beträgt. Hier könnt ihr die Auslegungsaußentemperatur für euren Standort aus der Klimakarte des Bundesverbands Wärmepumpe ermitteln.
Optional kann die Auslegungsaußentemperatur über die Zeitkonstante des Gebäudes angepasst werden. Bei trägen, schweren Gebäuden kann die Temperatur beispielsweise um bis zu etwa 4 K angehoben werden, weil solche Gebäude langsamer auskühlen und weniger Heizreserve benötigen.
Historischer Kontext: Früher wurden im Heizungsbau „Norm-Außentemperaturen“ nach DIN 4701 bzw. DIN EN 12831:2003 verwendet. Dabei handelte es sich um eine tabellarisch begrenzte Anzahl von Orten. Heute werden für Deutschland die Auslegungsaußentemperaturen nach DIN/TS 12831-1 verwendet, Inhaltlich geht es dabei um dieselbe physikalische Idee: eine seltene, aber typische Winterkälte als Grundlage für den Wärmeverlust und die Heizlastauslegung.
Weiterführende Links und Quellen:
DIN/TS 12831-1:2020-04 – Verfahren zur Berechnung der Raumheizlast – Teil 1: Nationale Ergänzungen zur DIN EN 12831-1





