12 Tipps zum Heizkosten sparen

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In meinem heutigen Beitrag möchte ich euch zeigen, wie ihr mit ein paar einfachen Maßnahmen eure Heizkosten senken könnt. Der Winter steht vor der Tür und eine Prüfung verschiedener Parameter und Einstellungen ist daher mit Sicherheit sinnvoll.

  1. Stehen Möbel vor den Heizkörpern oder sind diese hinter Vorhängen versteckt?
    Heizkörper sollten nicht zugestellt sein, damit sich die Wärme optimal im Raum verteilen kann. Falls vereinzelte Heizkörper verstellt sein sollten, empfehle ich diese freizustellen.
  2. Welche Raumtemperaturen herrschen in meinen Räumen?
    Wenn ihr kleine Kinder habt, die gerne an den Thermostaten spielen, kann man diese auf eine gewünschte Raumtemperatur/Stellung begrenzen. Weiterhin ist es möglich die Raumtemperatur mit Hilfe der Heizungsregelung auf eine gewünschte Temperatur einzustellen.
    WICHTIG!  1 Grad weniger in der Wohnung spart ca. 6 % Heizkosten.
  3. Gibt es Räume, in denen sich entweder kaum oder nur selten jemand aufhält?
    In diesen Räumen sollten die Raumtemperaturen ebenfalls mit Hilfe der Thermostatköpfe reduziert werden. Dies kann auch wie bei Punkt 4 mit einer Begrenzung oder mit dem Einstellen der Thermostatköpfe auf eine geringere Raumtemperatur erfolgen.
  4. Sind meine Heizkörperthermostate programmierbar?
    Mit programmierbaren Heizkörperthermostaten kann man in einer Mietwohnung bis zu 30 % an Wärmeenergie einsparen. Hier besteht die Möglichkeit in allen Räumen bestimmte Heizzeiten und Raumtemperaturen festzulegen. Das spart eine Menge Energie, da nur dann geheizt wird, wann ich es möchte. Hier geht es zu meinem passenden Beitrag: „Elektronische Heizkörperthermostate im Test
  5. Wie ist mein Lüftungsverhalten?
    Wenn gelüftet wird, dann solltet ihr darauf achten eine Stoßlüftung durchzuführen und eine Kipplüftung vermeiden. Dabei gilt: je kälter es draußen ist, desto kürzer die Stoßlüftung. Als Anhaltspunkte kann man folgende Werte nehmen:
    April bis Oktober ca. 11 - 15 Minuten
    März und November ca. 6 - 10 Minuten
    Dezember bis Februar ca. 3 - 5 Minuten

    WICHTIG! Während der Stoßlüftung die Thermostatköpfe auf Frostschutz drehen, da sonst unnötig viel Energie verbraucht wird.

  6. Welche Heizzeiten sind in meiner Heizungsregelung hinterlegt? Hier sollte man realistische Zeiten hinterlegen, um den Energieverbrauch so gering wie möglich zu halten. Das gilt besonders für die Nachtabsenkung und den Wochenendbetrieb.
  7. Bei welcher Außentemperatur schaltet sich die Heizungsanlage ab?
    Eine Heizungsanlage kann bei richtiger Einstellung witterungsgeführt betrieben werden. Das bedeutet, dass sich die Heizungsanlage bei beispielsweise 15°C Außentemperatur von alleine abschaltet. Bei warmen Außentemperaturen ist die Heizung somit automatisch nicht in Betrieb.
  8. Kann ich den Energieverbrauch ständig kontrollieren?
    Es ist sinnvoll regelmäßig den Energieverbrauch kontrollieren zu können, um gegebenenfalls Maßnahmen zur Reduzierung einzuleiten. Den Energieverbrauch kann man mit Hilfe seiner Verbrauchszähler ermitteln.
  9. Welche Einstellung hat meine Heizkurve?
    Meist sind die Heizkurven in der Heizungsregelung nicht optimal eingestellt, was zu einem erhöhten Wärmeverbrauch führt. Auch nach der Sanierung einer Gebäudehülle (Dämmung oder Fenstertausch) wird die Einstellung der Heizkurve meist beibehalten. Hier gibt es ein enormes Einsparpotenzial. Es ist also zu empfehlen die Heizkurve der Gebäudephysik anzupassen.
  10. Läuft die Heizungspumpe, wenn die Heizungsanlage aus ist?
    Über die Regelung kann die Heizungspumpe ebenfalls abgeschaltet werden, wenn die Heizungsanlage nicht in Betrieb ist (z.B. während der Nachtabsenkung oder im Sommerbetrieb). Auch diese Einstellung sollte überprüft werden.
  11. Ist das Heizungssystem hydraulisch abgeglichen?
    Ein hydraulischer Abgleich spart enorm viel Energie. In meiner Beitragsserie “Hydraulischen Abgleich selber machen – Beispiel an einem Einfamilienhaus” zeige ich euch wie ein hydraulischer Abgleich gemacht werden kann.
  12. Sind die Rohrleitungen und Armaturen im Heizungskeller gedämmt?
    Mit der Dämmung von Heizungsrohren und Heizungsarmaturen in nicht beheizten Räumen kann eine Menge Wärmeenergie gespart werden. Eine nachträgliche Dämmung ist daher sehr zu empfehlen.

Mit diesen 12 einfachen Tipps könnt ihr relativ einfach Heizkosten sparen. Sollten alle Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden, kann man mit einer Einsparung von bis zu 20 % oder mehr rechnen. Für die Einstellungen an der Heizungsregelung ist es meist sinnvoll einen Fachmann oder einen Fachbetrieb einzuschalten, da dieser die Gebäudephysik und die technische Anlage besser einschätzen kann.

Wenn ihr keinen Fachbetrieb in eurer Nähe kennt, könnt ihr unter dem folgenden Link, kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von Fachfirmen aus eurer Region anfordern: Heizungsfachbetriebe finden.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Energie und Heizkosten sparen. Falls ihr Fragen, Anregungen, Kritik oder Erweiterungswünsche habt, nutzt die Kommentarfunktion.

Liebe Grüße! Martin

Titelbild: Das Titelbild ist von Martin Abegglen und steht unter der Creative Commons Lizenz CC BY-SA-2.0 – Link zum Foto: https://flic.kr/p/7vqJDZ
An dem Bild wurden folgende Veränderungen vorgenommen: Bildzuschnitt, Tonwertkorrektur


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15 Kommentare/Fügen deinen eigenen Kommentar hinzu

  1. Alex / Antworten ¬

    Punkt 4 ist besonders interessant. Diese Regler gibt es auch zum Nachrüsten.

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Alex,

      damit hast du vollkommen Recht! In meiner aktuellen Beitragsserie teste ich aus diesem Grund verschiedene programmierbare Heizkörperthermostate.

      Liebe Grüße! Martin

  2. Ilo / Antworten ¬

    Hallo, besitze eine EG Wohnung die sich direkt über dem Heizungskeller befindet..somit heize ich lediglich mal im bad kurz bevor ich meine kinder bade oder gelegentlich im Kinderzimmer. Die Heizkörper springen wohl ab einer gewissen Raumtemperatur von alleine an. Das heisst ich verbrauche im grunde enorm viel energie obwohl ich meine heizung fast nie anhabe. Die Nachzahlung war diesbezüglich häftig. Wie kann ich das reduzieren und muss ich das zahlen obwohl ich von selbst nie die Heizung an mache??? Lg ilo

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Ilo,

      vielen Dank für deine Frage. Wenn du in einem Mehrfamilienhaus wohnst, wird der Gesamtenergieverbrauch des Gebäudes über den Heizkostenschlüssel bereinigt. Der Heizkostenschlüssel kann dabei zwischen 70:30 und 50:50 liegen. Die genauen Angaben kannst du in deinem Mietvertrag finden. Dabei wird einmal in Verbrauchskostenteil und in Grundkostenteil unterschieden. Je höher der Verbrauchskostenanteil ist (50 – 70%) desto höher ist dein Einfluss auf den Wärmeverbrauch in deiner Wohnung.
      Angenommen du hast einen Heizkostenschlüssel von 70:30 wird der Verbrauch in deiner Wohnung mit 70% gewertet. Die anderen 30% beziehen sich auf den Grundkostenanteil welcher aus Festkosten und Wärmeverlusten der Heizungsanlage besteht. Damit wird sichergestellt, dass du anderen Mietern gegenüber nicht bevorteilt wirst, denn die Wohnung im Dachgeschoss kann nicht über die Wärmeverluste im Heizungskeller passiv beheizt werden und wäre ohne den Heizkostenschlüssel im Nachteil.

      Heizkörper werden in der Regel dann warm, wenn das Thermostat merkt, dass geheizt werden muss, weil die Raumtemperatur zu niedrig ist. Hier kannst du überprüfen ob deine Thermostate richtig eingestellt sind. Das “runter drehen” eines Thermostats kann meist Wunder bewirken. Die Funktion eines Thermostats kannst du in meinem Artikel “Wie funktioniert ein Thermostatventil?” noch einmal nachlesen.

      Weiterhin kannst du bei deinem Vermieter fragen ob ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wurde. Heizkörper, welche sich nah an der Wärmequelle oder der Heizzentrale befinden, sind ohne hydraulischen Abgleich meist übervorteilt und können dazu führen, dass sich die Temperatur in den übervorteilten Räumen nur schwer regeln lässt.

      Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.

      Liebe Grüße! Martin

  3. Erik / Antworten ¬

    Hallo Martin

    Vielen dank für deine Mühe und den hydraulischen Abgleich in meinem Haus (Sachsen).
    Zudem habe ich die „Grudfoss“ Autoadapt Funktion abgeschalten und auf Manual „Stufe I“ umgeschalten.
    Die Pumpe läuft jetzt zwischen 5-6 Watt und ich kann keinen Unterschied feststellen, was die Heizleistung betrifft. (Autoadapt 17-23Watt) vorher 60 Watt „Dauerbetrieb“ alte Pumpe.
    Der positive Nebeneffekt meiner Bobachtung ist, weniger geräusche in den Heizkörpern.
    Ich freue mich weiterhin mein Haus, dir als Referenzobjekt zur Verfügung zu stellen. Als nächtes wird eine App Heizfunktion
    getestet.

    Ich bin viel unterwegs vorallem mit dem Flugzeug und bin gespannt auf die ergebnisse.

    LG Erik
    (Brüderchen)

  4. Ingrid / Antworten ¬

    Ich wusste garnicht, dass man so viel Falsch machen kann beim Heizen und Lüften. Danke für die tollen Ratschläge

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Sehr gerne 🙂

  5. elli / Antworten ¬

    Ich denke, die meiste Energie könnte man sparen, wenn man die Temperatur um ein paar Grad runterdreht und sich eine Pulli anzieht. Ich kenne so viele Leute, die im Winter mit T-Shirt in der Wohnung hocken und dafür die Heizung aufdrehen und dann krieg ich richtig schlechte Laune. 😉

  6. Martin / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    zu den Energiespartipps möchte ich eine Anmerkung machen.
    Ständig wird gesagt, dass durch eine Nachtabsenkung Brennstoff eingespart werden kann.
    Untersuchungen hierzu finde ich nicht.
    Habe hier aber mal auf den Rat eines bekannten Architekten aus Süddeutschland gehört und durchgeheizt. In den Jahren darauf hatte ich im Vergleich die bisher niedrigsten Verbrauchswerte an Brennstoff.
    Ich habe mir überlegt, woran das wohl liegen könnte,weil meistens das Genteil behauptet wird. Dabei bin ich zu dem Ergebnis gekommen, das die Funktionsweise und Verhalten des Wärmeerzeugers bei diesen Betrachtungen nicht berücksichtigt wird. Damit meine ich das Regelungsverhalten des Wärmeerzeugers. Das Haus stellt technisch gesehen
    eine Proportional -Integrale Regelstrecke dar. Der Heizungsregler (bei mir jedenfalls) ist ein Proportional-Integral Regler.
    Das hat zur Folge, dass am Ende des Absenkbetriebs praktisch eine „Sprungfunktion“ auf die neue Regelgröße (Tagtemperatur) erfolgt und durch die Eigenschaften der Regelstrecke (Haus) und Regler der Heizung ein Überschwingen der Vorlauftemperatur erfolgt. Man will es ja schnell wieder warm haben. Das heißt auch höhere Verluste durch wärmere Abgase, stärkere Konvektion an den Heizkörpern mit Verlusten durch die Lüftung .
    Dummerweise dauert dieses Überschwingen wegen der Trägheit mehrere Stunden wordurch die Einsparung in der Nacht zunichte gemacht wird.
    Was meinen Sie dazu ?

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Martin,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Überlegungen. Ein unerwünschtes Überschwingen nach dem Beenden der Nachtabsenkung, kann, wenn es wie bei dir wirklich über mehrere Stunden dauert, die Energieeinsparung der Nachtabsenkung zunichtemachen. Eine gut funktionierende Heizungsregelung sollte jedoch damit keine Probleme haben, sodass eine deutliche Energieeinsparung zu erwarten wäre. Auch wenn du keine Untersuchungen zum Einsparpotenzial der Nachtabsenkung gefunden hast, kann ich dir aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, dass eine Nachtabsenkung unter bestimmten Voraussetzungen viel Energie sparen kann. Die Nachtabsenkung ist beispielsweise in Altbauten, mit erhöhtem Wärmeverlust über die Gebäudehülle ein effizientes Mittel um Energie zu sparen, da in der Nacht nicht die gewünschte Raumtemperatur von 20 °C sondern beispielsweise nur 16 °C erhalten werden muss. In hochgedämmten Gebäuden wie Niedrigenergiehäusern oder Plusenergiehäusern macht die Nachtabsenkung nicht immer Sinn, da generell weniger Energie (Transmissions- und Lüftungswärmeverluste) über die Gebäudehülle verloren geht. Um welche Regelung handelt es sich bei dir? Vielleicht gibt es eine Möglichkeit die Regelparameter weiter zu optimieren.

      Liebe Grüße!
      Martin

  7. Martin / Antworten ¬

    Hallo Martin,
    noch als Anmerkung. Es ist schon seltsam, das es zum Thema Nachtabsenkung keine Untersuchungen gibt. Sonst wird ja auch alles geprüft.
    Zur Sache selbst:
    Dieses scheinbare Überschwingen der Vorlauftemperatur muß ja nicht an der Regelung der Heizungstherme liegen. Das werden die Konstrukteure wohl in den Griff bekommen
    haben.
    Ich denke, es sind die mechanischen Thermostatventile an den Heizkörpern selbst.
    Diese öffnen im Absenkbetrieb zeitversetzt und schließen
    im Heizbetrieb auch zeitversetzt.Dadurch entstehen die Zeiten
    des Überschwingens. Merkt man an der starken Erwärumung des Heizkörpers, der
    den Wasserfluss nicht passend bremst.
    Zur Lösung des Problems im Bestand gehört wohl noch zusätzlich
    ein hydraulischer Abgleich und ein genaues anpassen der Vorlauftemperatur.
    Dann kann es mit den Einsparungen was werden.
    Aber, braucht man dann, außer auf der Südseite, noch Thermostatventile ?

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Martin,

      ja, zur Regelung der Raumtemperatur benötigst du die Thermostatventile, da die Heizungsregelung in der Heizzentrale nicht weiß, wann die Raumtemperatur in einem Zimmer der Nordseite erreicht wurde. Der hydraulische Abgleich sorgt für das optimale Strömungsverhalten des Heizwassers, jedoch nicht für die Raumtemperaturregelung.

      Liebe Grüße. Martin

  8. Thomas / Antworten ¬

    programmierbare Heizungsregler habe ich; Lüftung habe ich richtig gemacht; leere Räume im Haus habe ich auch wenig geheizt; Leitungen und Röhre sind auch gedämmt.
    Eine Ergänzung habe ich: die Fensterfolie, die bis zu 20% Energie sparen kann (Werbung ist immer übertrieben) Aber gefühlher hat die geholfen.

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Thomas,

      vielen Dank für den Hinweis mit der Fensterfolie. Diese sorgt jedoch lediglich dafür, dass die Strahlungskälte, welche von einem Fenster mit schlechtem Wärmeschutz ausgeht, leicht reduziert wird. Die Einsparung von 20 % ist physikalisch nicht möglich und, wie du auch schon gesagt hast, ein netter Werbeversuch.

      Liebe Grüße, Martin.

  9. Thomas / Antworten ¬

    Hallo Martin
    die Folie ist durchsichtig aber schon etwas dick ca 0,5 mm. Ich denke es reduziert auch die Wärmeleitung durchs Glas. Und die relative rauere Oberflächer speichert auch Wärme.
    Also früher fühlte ich die Kälte zwischen Gardine und Fenster, jetzt nicht so kalt.
    LG Thomas

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