Hydraulischen Abgleich selber machen – Beispiel an einem Einfamilienhaus

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In dieser kleinen Serie möchte ich euch am Beispiel eines Einfamilienhauses zeigen, wie ihr mit dem vereinfachten Berechnungsverfahren einen hydraulischen Abgleich selber durchführen könnt. Dazu könnt ihr meiner 7-Schritt Anleitung folgen.

Der hydraulische Abgleich am Beispielgebäude

Je nach Beschaffenheit und vorhandener Technik, ist die Umsetzung für den hydraulischen Abgleich einfacher oder komplexer. Es ist zu beachten, dass möglicherweise Komponenten der Heizungsanlage erneuert oder hinzugefügt werden müssen. Umbaumaßnahmen an der Heizungsanlage sollten jedoch von einem Fachhandwerker durchgeführt werden.

In dieser Serie versuche ich so viele Optionen wie möglich abzubilden, sodass die Berechnung für viele Anwendungsfälle nachvollziehbar ist. Der hydraulische Abgleich wird an einem Beispielgebäude aufgezeigt.

Beispielgebäude - Hydraulischen Abgleich selber machen

Abbildung 1: Beispielgebäude – Hydraulischen Abgleich selber machen

Unser Beispielgebäude (Abbildung 1) steht in Sachsen und gehört meinem Bruder Erik. Das Haus wurde 1935 gebaut und 2005 saniert. Dabei wurden die Fenster erneuert, eine Fassadendämmung sowie eine Dachdämmung angebracht und eine Gasbrennwerttherme installiert. Weiterhin wurden neue Heizkörper mit voreinstellbaren Heizkörperventilen im Gebäude installiert.

Ein hydraulischer Abgleich wurde nicht durchgeführt. Das Gebäude hat eine beheizte Fläche von ca. 100 m². Am besten fangt ihr mit Schritt 1 der Serie an, um einen ersten Überblick sowie eine Zusammenfassung der Grundlagen zu erhalten und arbeitet euch bis Schritt 7 durch. Im Folgenden findet ihr die Übersicht zur Serie „Hydraulischen Abgleich selber machen“.

Übersicht zur Serie “Hydraulischen Abgleich selber machen”:

Zugehörige Beiträge außerhalb der Beispielserie:

WICHTIG: Bevor ihr mit der Anleitung zum hydraulischen Abgleich beginnt, weise ich euch darauf hin, dass die hier geschilderten Arbeitsweisen auf meinen persönlichen Erfahrungen und meinen persönlichen Gedankengängen basieren. Das Ausprobieren und das Implementieren der beschriebenen Vorgehensweisen erfolgt ausschließlich auf eigene Verantwortung und Gefahr. Ich übernehme keine Verantwortung. Weiterhin empfehle ich euch die berechneten Werte immer von einem Fachhandwerker oder einem Ingenieurbüro prüfen zu lassen. Denn auch wenn der hier beschriebene Weg einfach erscheint, können sich immer wieder Rechenfehler einschleichen.

Ich wünsche euch viel Spaß mit der Durchführung eures hydraulischen Abgleichs.

Liebe Grüße! Euer Martin


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15 Kommentare/Fügen deinen eigenen Kommentar hinzu

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    Dipl.-Ing. Claus J.M. Kurz / Antworten ¬

    Ganz wunderbare Beschreibung und Anleitung. Großes Lob!

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Vielen Dank Herr Kurz! 🙂

  2. Avatar
    Volker Hintelmann / Antworten ¬

    Sehr gut und auch für Laien verständlich beschrieben. Ich hätte mir gewünscht, dass mein Heizungsfachbetrieb dies auch so gut beschrieben hätte. Aber dort behält man sein Wissen lieber für sich.

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Herr Hintelmann,

      ich hoffe Sie konnte inzwischen etwas Licht ins Dunkle bringen und genauere Angaben zu Ihrem hydraulischen Abgleich erhalten.

      Liebe Grüße! Martin Schlobach

  3. Avatar
    Lothar Müller / Antworten ¬

    Hallo Herr Schlobach,

    Es wurde mir ein 9 Jahre alter Brennwert- Heizkessel Marke MHG-Prokon 25S angeboten.
    Die 2 eingebauten Umwälzpumpen sind 10 Jahre alt.
    Es ist ein Ausstellungsgerät und war noch nie in Betrieb.( Sieht aus wie neu)
    Frage: Ist das Gerät noch Stand der Technik? Z.B.Pumpen, Brenner, Isolation usw.
    Mit wie viel Rabatt kann ich ungefähr rechnen?
    Oder darf so ein Gerät überhaupt noch verkauft werden, bzw. entspricht es den heutigen Vorschriften?

    für eine Antwort danke ich vorab.

    Freundliche Grüße

    Lothar Müller

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    Klaus Glatzel / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    Deine Seite gefällt mir sehr gut, auch Dein Werdegang ist interessant!

    Weiter so und viel Spaß dabei!

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Klaus, vielen Dank für deinen Kommentar. Das ist schön zu hören 🙂 .
      Liebe Grüße! Martin

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    Rolf / Antworten ¬

    Hallo Herr schlobach

    Ich kann leider nirgends wo finden ob mann ein hydraulischen abgleich auch bei einer elektro blockspeicher Heizung machen kann.

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Rolf,

      vielen Dank für deine Frage. Die Hydraulik ist die Lehre vom Strömungsverhalten von Flüssigkeiten. Einen hydraulischen Abgleich kann man daher nur bei Systemen mit flüssigen Medien durchführen. Bei einem klassischen wassergeführten Heizungssystem wäre es dann die Optimierung des Fließverhaltens vom Heizungswasser. Bei einer Elektro Blockspeicherheizung ist ein hydraulischer Abgleich also nicht möglich.

      Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.
      Liebe Grüße, Martin

  6. Avatar
    Winfried Schmitz / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    auf der Suche nach grundlegenden Informationen über den „geheimnisumwobenen“ hydraulischen Abgleich bin ich auf Deine Seite gestossen. Vielen Dank dafür, dass Du hier eine solche Menge an Informationen in (für mich) verständlicher Weise zur Verfügung stellst.

    Das Geheimnis hat sich jetzt gelüftet und ich denke, dass ich verstanden habe, was genau beim h.A. passiert. Ich habe jetzt für mich geplant, den h.A. im Laufe diesen Jahres selber anzugehen.

    Ein Frage hätte ich jedoch zum letzten Handlungsschritt – der Pumpe.

    Die Pumpe ist bei mir eienr 24KW-Kombi-Heiztherme (Bj. 1994) von Wolf verbaut. Angaben über die verbaute Pumpe habe ich weder von Grundfos, noch von Wolf erhalten. Ein Tausch macht ja sicher nicht nur wegen des Abgleiches, sondern auch wegen des Stromverbrauches Sinn.

    Kann ich die Pumpe – entsprechene Einbaumasse vorausgesetzt – nach den errechneten Daten tauschen oder muss ich mir dann Sorgen über die Therme (ausreichende Wärmeabfuhr) machen ? Oder ist eine neue Pumpe aus dem Wolf-Ersatzteilkatalog sinnvoller ? Oder einfach auf den letzten Schrit verzichten, bis die Therme irgendwann mal ausgetauscht wird, was ja wegen des Alters nicht mehr so lange dauern kann.

    Vorab vielen Dank für Deine Rückmeldung
    Winfried Schmitz

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Winfried,

      eine gute und berechtigte Frage, die nicht so einfach zu beantworten ist. Da die Pumpe in der Therme auf das Kombi System abgestimmt ist, würde ich den Tausch nur in Absprache mit einer Fachfirma durchführen lassen, wenn diese weiß was sie tut, oder wie du schon richtig erwähnt hast auf den letzen Schritt verzichten.

      Liebe Grüße, Martin

    2. Avatar
      Klaus-Dieter / Antworten ¬

      Hallo Winfrid, die in Heizgeräten verbauten Pumpen sind Bestandteil des Gerätes selbst und somit auch der Zulassung dessen. Bei Austausch dürfen nur Originalteile verwendet werden, welche dann die gleichen (veralteten) Parameter aufweisen. Bei Verwendung einer anderen Pumpe erlischt die Gerätezulassung incl. Versicherungsschutz etc.
      Bei dem Alter des Gerätes würde ich dringend einen Austausch empfehlen.
      Aktuelle Geräte verfügen über eine schnellere, komfortablere Warmwasserbereitung und im Heizbetrieb über einen wesentlich höheren Modulationsbereich, welcher sich wesentlich auf die Wirtschaftlichkeit des Gerätes auswirkt.
      Grüße
      Klaus-Dieter

  7. Avatar
    Meinke / Antworten ¬

    Hallo.

    Wir wohnen im EFH, Bj. um 1900, teilweise Fachwerk sowie doppelwandigen Mauerwerk.
    Neuere Fenster mit Doppelverglasung wurden vor ca. 18 Jahren eingebaut, laut ehemaligen Eigentümer.
    Eine Aussendämmung besteht nicht, aber Dach und Dachboden wurden gedämmt.

    Unser altes Brennwertgerät muß durch ein neues ersetzt werden.
    Fördermittel würden uns laut KfW, BAFA und Co. nicht zustehen da Brennwert gegen Brennwert getauscht wird.
    Würde dann ein hydraulischer abgleich überhaupt Sinn machen.

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Meinke,

      falls noch kein hydraulischer Abgleich durchgeführt wurde, lohnt sich auf jeden Fall ein hydraulischer Abgleich.

      Liebe Grüße, Martin

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