Der hydraulische Abgleich optimiert das Fließverhalten des Heizungswassers im Heizungsnetz und das Heizungssystem wird so eingestellt, dass jeder Heizkörper und jede Heizfläche im Haus exakt die Wassermenge bekommt, die es tatsächlich zum Heizen benötigt – nicht mehr und nicht weniger.
Warum ist das wichtig? Wasser ist unser Energieträger, und wenn das Fließverhalten nicht optimal ist, gibt es Bereiche, die über- oder unterversorgt sind, denn Wasser ist recht faul und sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstands. Ohne diesen Abgleich fließt also das warme Heizwasser bevorzugt durch die kürzesten Wege im Rohrnetz, also meist zu den Heizkörpern, die dem Kessel oder der Wärmepumpe am nächsten liegen. Räume weiter hinten im Haus bleiben dann kalt – obwohl die Umwälzpumpe (zuständig für den Wassertransport) auf Hochtouren läuft.
Die Korrektur erfolgt durch gezieltes Einstellen der Voreinstellventile an jedem Heizkörper oder am Heizkreisverteiler für Fußbodenheizungen. Dafür wird der notwendige Durchfluss je Heizkörper beziehungsweise Heizfläche auf Basis der Heizlast des jeweiligen Raums berechnet. Praxisbeispiel: In einem Einfamilienhaus mit 120 m² kann ein korrekt durchgeführter hydraulischer Abgleich den Heizenergieverbrauch um 5 bis 15 Prozent senken. Seit dem GEG 2024 ist der hydraulische Abgleich für viele Bestandsgebäude mit zentraler Heizung Pflicht, sobald bestimmte Modernisierungsmaßnahmen, etwa der Tausch des Wärmeerzeugers, durchgeführt werden.
Im Folgenden findet ihr die Übersicht zur Serie „Hydraulischen Abgleich selber machen“:
- Hydraulischer Abgleich – Beispiel an einem Einfamilienhaus
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 1: Grundlagen
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 2: Heizlastberechnung
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 3: Datenaufnahme
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 4: Berechnen der Heizkörperleistung
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Korrektur: Fußbodenheizung oder Fußbodenerwärmung?
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 5: Volumenstrom berechnen
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 6: Voreinstellung der Heizkörperventile
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 7: Heizungspumpe berechnen
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 8: Heizkurve einstellen
Zugehörige Beiträge zum hydraulischen Abgleich außerhalb der Serie:
- Was ist ein hydraulischer Abgleich?
- Wie funktioniert ein Thermostatventil?
- Berechnung von alten Heizkörpern im Bestand
- Kosten für einen hydraulischen Abgleich berechnen
- Automatischer hydraulischer Abgleich – Alles Quatsch?!
- Hydraulischer Abgleich im Vergleich: Statisch vs. Dynamisch vs. Adaptiv vs. Thermisch





