Der statische Druck ist der Anlagenfülldruck in einem Heizungsnetz. Er sorgt dafür, dass das Heizwasser auf Höhe gehalten wird und alle Anlagenteile bis zum obersten Heizkörper gefüllt sind. Erst dann ist eine Zirkulation im gesamten System möglich.
Wichtig ist die Abgrenzung: Der statische Druck ist nicht der dynamische Druck, den die Umwälzpumpe in einer geschlossenen Heizung erzeugt (Förderdruck/ Förderhöhe), und auch nicht der Umtriebsdruck in Schwerkraftanlagen. Der statische Druck ist auch dann vorhanden, wenn die Pumpe stillsteht.
Seine Höhe hängt direkt von der Gebäudehöhe ab: Pro Meter Wassersäule steigt der Druck um rund 0,1 bar. Das bedeutet: Bei 8 Metern Höhendifferenz zwischen Wärmeerzeuger und oberstem Heizkörper braucht ihr rechnerisch schon etwa 0,8 bar, bevor überhaupt Sicherheitszuschläge dazukommen. Typische Fülldrücke im Einfamilienhaus liegen deshalb zwischen 1,0 und 2,0 bar.
Damit sich das Wasservolumen bei Erwärmung ausdehnen kann, ohne den Druck unzulässig ansteigen zu lassen, arbeitet jede Heizung mit einem Ausdehnungsgefäß. Aus dem gleichen Grund schwankt die Anzeige der Druckanzeige je nach Betriebszustand: Kalt abgelesen zeigt sie weniger als im warmen Betrieb. Das ist normal und kein Fehler. Bei einer offenen Heizung lest ihr den statischen Druck am Hydrometer ab (Anzeige in Meter Wassersäule (mWS)) und bei einer geschlossenen Heizung am Manometer (Anzeige in bar – 1 bar entspricht etwa 10 mWS)
Hinweis: Fällt der Druck unter den eingestellten Mindestdruck, schaltet der Wärmeerzeuger auf Störung. Steigt er über den Ansprechdruck, öffnet das Sicherheitsventil. Wenn ihr regelmäßig Wasser nachfüllen müsst, ist das kein Wartungsritual, sondern ein Symptom: Entweder habt ihr ein Leck im Netz, oder das Ausdehnungsgefäß ist defekt beziehungsweise hat den falschen Vordruck.
Tipp: Als grobe Faustformel für den Fülldruck einer geschlossenen Anlage gilt: statische Höhe in bar (Höhe in Metern geteilt durch 10) plus etwa 0,5 bar Zuschlag. Dies sollte aber von einer Fachfirma bestätigt sein, welche die Herstellerangaben und die Auslegung des Ausdehnungsgefäßes geprüft hat.





