Testbericht: en:key Einzelraumregelung

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In meinem heutigen Beitrag stelle ich euch die Einzelraumregelung en:key der Firma Kieback & Peter vor. Ich konnte en:key über ein Jahr in meinem Büro testen und möchte euch hier meine Ergebnisse vorstellen. Der Beitrag ist Teil der Beitragsserie “Intelligente Heizungssteuerung im Test”, in welcher ich Heizsteuerungssysteme verschiedener Hersteller teste und bewerte.

Die wichtigsten Merkmale

  • Elektronischer Ventilregler mit Raumsensor
  • Keine Batterien oder externe Spannungsversorgung notwendig
  • Die Kommunikation erfolgt über Funk (EnOcean)
  • Keine Programmierung notwendig
  • Erstellung eines Raumprofils über einen Präsenzmelder
  • Automatisches absenken der Temperatur beim Verlassen des Raumes/ der Wohnung
  • Fenster offen Erkennung
  • Raumtemperaturanzeige
  • Einsparung bis zu 20 % möglich
  • Funktioniert nur mit Raumsensor und Ventilregler!
  • Vergleichsweise teures System

Technische Daten

Betriebsspannung:keine Hilfsenergie notwendig
Funktechnologie:EnOcean
Anschluss:M30 x 1,5
Betriebsart:elektronisch über Präsenzmelder und Funk
Schaltzyklus:automatisch und nach Nutzerprofil
Anzahl der Schaltprogramme pro Tag:automatisch
Temperatureinstellung:Einstellung über Thermostatkopf
Frostschutzfunktion:Ja

Was ist en:key und wie funktioniert es?

En:key ist eine automatische Heizungsregelung, welche mit Hilfe von einem Präsenzmelder feststellt, ob sich jemand in einem Raum befindet oder nicht. Wenn sich jemand in einem Raum aufhält, wird geheizt, wenn sich keiner in einem Raum aufhält, wird die Temperatur in dem Raum um 4 Kelvin abgesenkt. Dadurch kann mit dem en:key System laut Hersteller bis zu 20 % an Wärmeenergie gespart werden.

en:key Komponenten

Um en:key nutzen zu können benötigt man mindestens einen Ventilregler (Thermostat) und einen Raumsensor mit integriertem Präsenzmelder. Ein Raumsensor kann dabei mit maximal 4 Ventilreglern gleichzeitig kommunizieren. Ein Wohnzimmer mit 4 Heizkörpern lässt sich also mühelos von einem Raumsensor regeln. In dem Raumsensor befindet sich ein kleines Solarmodul, welches die interne Batterie des Sensors auflädt (siehe Abbildung 1.1).

Um die interne Batterie aufzuladen, ist keine direkte Sonneneinstrahlung notwendig. Die normale Helligkeit in einem Raum sowie die vorhandene Raumbeleuchtung kann somit ausreichend sein. In dem Ventilregler (siehe Abbildung 1.2) befindet sich ein Thermogenerator, welcher die Wärmeenergie des Heizkörpers in elektrische Energie umwandelt (ähnlich wie bei einem Peltier-Element) und keine externe Spannungsversorgung oder Batterien benötigt. En:key arbeitet somit vollkommen autark.

Enkey Raumsensor und Ventilregler

Abbildung 1: en:key Raumsensor und Ventilregler

Kommunikation der Komponenten

Die beiden en:key Komponenten kommunizieren über das EnOcean Funkprotokoll, welches für einen energiearmen und dennoch zuverlässigen Informationstransport entwickelt wurde. Die EnOcean Technologie wird heute aufgrund seiner geringen Hochfrequenzemission in sensiblen Bereichen wie Krankenhäusern eingesetzt (z.B. Müritz-Klinik in Waren, Klinikum Quedlinburg oder dem Institut de Cardiologie in Montreal, Quebec (Canada)). Die Hauptargumente für den Einsatz von EnOcean sind:

  • einsatzfähig in vielen Bereichen der Gebäudeautomation
  • geringe Installationskosten
  • benötigt keine externe Spannungsversorgung
  • weniger Elektrosmog

Das Institut für sozial-ökologische Forschung und Bildung (ECOLOG) hat in einem Messgutachten das emittierte, elektromagnetische Hochfrequenzfeld von EnOcean Funkschaltern untersucht und festgestellt, dass das elektromagnetische Hochfrequenzfeld von konventionellen Lichtschaltern ungefähr 100-mal höher ist als von EnOcean Funkschaltern. Der Elektrosmog von EnOcean Funkschaltern kann also als sehr gering bewertet werden.

Funktion der Komponenten

Der Präsenzmelder des Raumsensors scannt den Raum alle 5 Minuten ab und bewertet alle 15 Minuten ob sich jemand im Raum aufhält oder nicht. Damit wird verhindert, dass ein kurzfristiges Aufhalten im Raum oder ein kurzfristiges Verlassen des Raumes die Heizungsregelung beeinflusst. Nach der Bewertung der Präsenz entscheidet der Raumsensor ob geheizt werden soll oder die Raumtemperatur reduziert wird. Die Absenkung der Raumtemperatur erfolgt jedoch erst nach dreimaliger Bewertung des Raumes (wenn sich in der Zeitspanne von 45 Minuten niemand im Raum befindet).

Wenn der Raumsensor die Präsenz in einem Raum erfolgreich bewertet hat, erfolgt ein Funksignal an den Ventilregler, welcher anschließend das Heizkörperventil automatisch öffnet oder schließt. Alternativ zum automatischen Erkennen der Präsenz über den Raumsensors, kann man über die Präsenztaste angeben, ob man sich im Raum befindet oder den Raum verlässt. Dargestellt wird die Präsenz über das Display (siehe Abbildung 2). Dabei gilt:

  • Präsenz = Figur im Haus
  • keine Präsenz = Figur außerhalb des Hauses

Bei automatischer Erkennung befindet sich über dem Häuschen der Hinweis „Auto“.

En:Key - Statusanzeige: präsent und abwesend

Abbildung 2: Statusanzeige: präsent und abwesend

Die Einstellung der Raumtemperatur erfolgt über den Ventilregler und arbeitet dabei ähnlich wie ein konventioneller Thermostatkopf. Die Temperaturskala entspricht dabei ungefähr den folgenden Werten:

  • Frostschutz: ca. 6 °C
  • Stufe 1: ca. 12 °C
  • Stufe Halbmond: ca. 14 °C
  • Stufe 2: ca. 16 °C
  • Stufe 3: ca. 20 °C
  • Stufe 4: ca. 24 °C
  • Stufe 5: ca. 28 °C

Hinweis: Die hinterlegten Werte in der zentralen Heizungsregelung des Gebäudes sind zu beachten. Wenn in der zentralen Heizungsregelung eine maximale Raumtemperatur von beispielsweise 25 °C hinterlegt ist, kann bei Stufe 5 auch nur eine maximale Raumtemperatur von 25 °C erreicht werden.

Nutzerprofil

En:key lernt das Präsenzverhalten des Nutzers und legt ein individuelles Heizprofil an. Das System wird mit einem Standardprofil ausgeliefert und lernt über einen längeren Zeitraum, zu welcher Zeit sich jemand in einem Raum aufhält oder nicht. Dadurch kann das System individuell mit dem Heizprozess beginnen und für die gewünschte Raumtemperatur bei betreten des Raumes sorgen. Ein Nutzerprofil kann ähnlich wie in Abbildung 3 aussehen.

Beispiel: Du kommst Montags um 17:30 Uhr von der Arbeit nach Hause. Dies wird im Nutzerprofil registriert und en:key beginnt am folgenden Montag gegen 17:00 Uhr mit dem Heizprozess. Dadurch wird sichergestellt, dass um 17:30 Uhr deine gewünschte Komforttemperatur erreicht ist. Dies wird für jeden Wochentag im Heizprofil hinterlegt. Solltest du an einem Montag einmal um 16:00 Uhr nach Hause kommen, hat deine Präsenz dem Nutzerprofil vorrang und es wird augenblicklich mit dem Heizprozess begonnen. Das Nutzerprofil wird laufend optimiert und angepasst.

Das Heizprofil von en:key ist somit dynamisch und nicht wie bei herkömmlichen elektronischen Heizkörperthermostaten statisch. Dadurch wird sichergestellt, dass nur dann geheizt wird, wenn sich jemand in einem Raum aufhält.

en:key Heizprofil

Abbildung 3: en:key Heizprofil für einen Beispielraum

Sicherheit

Das Auslesen des Nutzerprofils ist meines Wissens nur über eine spezielle Schnittstelle und ein spezielles Auslesegerät für die Mitarbeiter der Firma Kieback & Peter möglich. Ein Auslesen per Funk oder durch fremde Geräte ist somit ausgeschlossen.

Lieferumfang

Im Lieferumfang des Raumsensors befinden sich der Raumsensor, eine Wandhalterung, eine zweiseitige Klebefläche zum befestigen der Wandhalterung an einer Wand (alternativ kann die Wandhalterung auch mit Schrauben oder Nägel an der Wand befestigt werden – diese befinden sich jedoch nicht im Lieferumfang) und eine Bedienungsanleitung. Im Lieferumfang des Ventilreglers befindet sich der Ventilregler und eine Bedienungsanleitung.

Verpackung en:key

Abbildung 4: Verpackung en:key

Der Ventilregler hat das Gewindemaß M30 x 1,5 und passt somit auf alle aktuellen Heizkörperventile von verschiedenen Ventilherstellern wie MNG, Heimeier, Danfoss, Honeywell oder Oventrop mit dem Gewindemaß M30 x 1,5. Kieback & Peter hat auf ein Adapterset für andere Ventilhersteller verzichtet, was bei den meisten elektronischen Heizkörperventilen für die Danfoss Ventile RA, RAV und RAVL standardmäßig dabei ist. Kieback & Peter verweist in der Bedienungsanleitung stattdessen auf Metalladapter, welche die Messgenauigkeit der Ventilregler garantieren sollen.

WICHTIG: Da ein Großteil der alten Heizkörperventile andere Gewindemaße haben, müssen für moderne Thermostatköpfe oft Adapter eingesetzt werden, um die Kompatibilität zu gewährleisten. In meinem Beitrag Die große Übersicht: Adapter für Thermostatventile findet ihr eine Übersicht verschiedener Adapter sowie eine Montageanleitung für ein Vaillant (30/30,5 mm) Ventil.

Ich habe für meine Vaillant Heizkörper verschiedene Adapter getestet und kann leider nur den Heimeier Adapter für Vaillant* empfehlen, welcher mit knapp 16 € sehr teuer ist. Günstiger bekommt man diesen Adapter, jedoch ohne Inbusschlüssel, für knapp 11 € bei Conrad Electronics. Alternative Adapter aus Kunststoff kann ich leider nicht empfehlen.

Vaillant Ventil mit Vaillant-Adapter

Abbildung 2: Vaillant Ventil mit Vaillant-Adapter

Installation

Heizkörperventil tauschen

Die Installation der beiden Komponenten war aus meiner Sicht nicht ganz so einfach wie erwartet. Zunächst wird das alte Heizkörperthermostat vom Heizkörperventil demontiert und gegen den Ventilregler getauscht. Der Ventilregler kann wie ein herkömmlicher Thermostatkopf auf das Heizkörperventil gedreht werden (siehe Abbildung 5).

Montageort für Raumsensor finden

Anschließend sucht man sich einen geeigneten Ort für den Raumsensor, welcher die Präsenz von Personen im Raum bestmöglich erfassen kann und gleichzeitig genügend Licht für die Solarzelle erhält. Weiterhin empfiehlt es sich den Raumsensor nah am Fenster zu platzieren (siehe Hinweise im Regelverhalten zur „Fenster offen Erkennung“). Hat man einen guten Montageort gefunden, kann man diesen testen und erhält, wenn alles gut läuft, auf dem Display des Raumsensor ein Sonnensymbol sowie eine Figur, welche in kurzen Abständen seine Position von „im Haus“ zu „außerhalb des Hauses“ wechselt.

Installation der en:key Komponenten

Abbildung 5: Installation der en:key Komponenten

Verknüpfung der Komponenten

Im nächsten Schritt muss man den Ventilregler mit dem Raumsensor verknüpfen, sodass diese kommunizieren können. Hier ist etwas Fingerspitzengefühl und Geduld gefragt. Auf der Rückseite des Raumsensors (siehe Abbildung 6.1) sowie unter dem Drehrad des Ventilreglers (siehe Abbildung 6.2) findet ihr zwei kleine unscheinbare Löcher. Hierbei handelt es sich um den Einstelltaster am Raumsensor und den Anmeldetaster am Ventilregler.

Um die beiden Komponenten miteinander zu verknüpfen, muss man diese drücken. Dazu benötigt man einen spitzen Gegenstand. Da es im Lieferumfang kein geeignetes Werkzeug gibt, habe ich eine Büroklammer verwendet um die Taster zu betätigen (siehe Abbildung 6.3).

Verknüpfung der en:key Komponenten

Abbildung 6: Verknüpfung der en:key Komponenten

Diese Vorgehensweise hat bei mir sehr gut funktioniert, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, dass diese Form der Betätigung der Taster von Kieback & Peter so vorgesehen war. Ich übernehme daher keine Garantie für diese Handlungsweise.

Im ersten Schritt der Inbetriebnahme drückt ihr den Einstelltaster an der Rückseite des Raumsensors. Anschließend erscheint auf dem Display der Hinweis „Prog“. Nun habt ihr ganze 15 Sekunden Zeit, um den Ventilregler im zweiten Schritt an dem Raumsensor anzumelden. Dies erfolgt durch ein drücken der Anmeldetaste am Ventilregler (Bestätigung erfolgt über einen Signalton). Die Bestätigung, ob ein Ventilregler angemeldet ist, erfolgt über zwei aufeinanderfolgende Signaltöne.

Bei mehreren Heizkörpern in einem Raum müssen die Ventilregler nacheinander angemeldet werden. Auch hier gilt: Ihr habt nur 15 Sekunden Zeit für die Anmeldung aller Ventilregler. Da ein Raumsensor mit bis zu vier Ventilreglern arbeiten kann, ist die Anmeldung von vier Ventilreglern in 15 Sekunden kaum zu schaffen. Man braucht also bei mehreren Ventilreglern in einem Raum definitiv personelle Unterstützung. Schafft man es nicht die Ventilregler innerhalb der Zeitspanne anzumelden, muss man den Prozess von vorne beginnen.

Anmerkung: Der Anmeldevorgang kann sich zu einer ziemlich langen Prozedur hinziehen und manchmal etwas frustrierend sein, da nicht nur die Zeitspanne von 15 Sekunden sehr kurz ist, sondern auch manche Ventilregler beim Anmeldevorgang nicht immer so wollen wie sie es sollten. Der Anmeldeprozess ist bei mehreren Ventilreglern an einem Raumsensor auf jeden Fall verbesserungswürdig.

Bedienbarkeit

Die Temperatur kann man über den Ventilregler, wie bei einen herkömmlichen Thermostatkopf, mit Hilfe des Drehrades regeln. So kann man durch das Drehen des Drehrades schnell die Temperatur erhöhen oder absenken. Über das Display des Raumsensors hat man eine Temperaturanzeige, welche vergleichsweise sehr genau ist. Ich habe dazu über einen längeren Zeitraum eine Temperaturmessung mit einem Temperatur-Datenlogger* durchgeführt und die Werte verglichen.

Die Präsenz am Raumsensor kann man neben der automatischen Erkennung über die Einstelltaste regeln. Weiterhin kann man sich auf dem Display die Urzeit anzeigen lassen. Ansonsten gibt es zu der Bedienbarkeit wendig zu sagen, da das en:key System das Wesentliche übernimmt.

Regelverhalten

Das Regelverhalten von en:key ist aus meiner Sicht sehr gut. Ich hatte fast immer die gewünschten Raumtemperaturen, welche mir über das Display angezeigt wurden. Das Nutzerprofil habe ich zusammen mit der Firma Kieback & Peter auslesen lassen. Darin konnte man die Absenkphasen deutlich erkennen (ähnlich wie in Abbildung 3).

En:key hat, wie fast alle elektronischen Heizkörperthermostate, eine „Fenster offen Erkennung“, welche für die Schließung des Thermostats beim Lüften sorgen soll. Aus meiner Sicht ist die „Fenster offen Erkennung“ bei en:key nicht optimal gelöst, da der Temperatursensor im Raumsensor und nicht im Ventilregler sitzt. Wenn sich der Raumsensor beispielsweise weit entfernt vom geöffneten Fenster befindet und der Heizkörper mit dem Ventilregler direkt unter dem geöffneten Fenster sitzt, ist die Reaktionszeit des Systems sehr träge und es wird unnötig Energie verschwendet. Es empfiehlt sich daher den Raumsensor nah am Fenster zu platzieren.

Auf der ISH 2015 in Frankfurt wurden viele neue en:key Komponenten vorgestellt. Darunter befanden sich auch Fensterkontakte, welche die „Fenster offen Erkennung“ in künftigen en:key Lösungen deutlich verbessern sollten.

Tipp: Wer beim Lüften sparen möchte, kann während der Stoßlüftung den Ventilregler manuell auf eine niedrigere Temperatur drehen. Nach Beendigung der Lüftung kann der Ventilregler wieder in seine ursprüngliche Stellung gedreht werden. Während einer Kipplüftung ist die “Fenster offen Erkennung” generell eine gute und sinnvolle Funktion.

Fazit

Ich konnte das en:key System kurz nach seinem Erscheinen im Jahr 2013 über ein Jahr in meinem Büro testen und habe neben Fehlermeldungen, Systemupdates und der Befürchtung, dass nach der Sommerperiode der Ventilregler nicht genug Energie zum Starten hat, so ziemlich alles miterlebt, was man mit dem en:key System erleben kann. Trotz der vereinzelten Befürchtungen und anfänglichen Schwierigkeiten, hat mich das en:key System überzeugt. Die Fehlermeldungen konnten behoben werden und der Ventilregler hatte genügend Energie zum Beginn der zweiten Heizperiode. Die Raumtemperaturanzeige ist ein wahrer Bonus bei dem en:key System und eine sehr gute Kontrolle für das Raumklima.

Aus meiner Sicht sind die anfänglichen Kinderkrankheiten des en:key Systems beseitigt und es stellt aktuell eine wahre Alternative zu elektronischen Heizkörperthermostaten oder Smart-Home Varianten im Heizungsbereich dar. Der größte Vorteil ist eindeutig, dass en:key keine externe Spannungsversorgung oder Batterien für Ventil und Raumsensor benötigt. Das System arbeitet vollständig autark und eignet sich daher ideal zum nachrüsten in Bestandsgebäuden. Der zweite große Vorteil ist das raumweise, individuelle und dynamische Heizprofil. Diese Technologie ist aus meiner Sicht zukunftsweisend und birgt ein sehr großes Energieeinsparpotenzial.

Der größte Nachteil ist aus meiner Sicht der Preis. Die beiden Komponenten kosten zusammen ca. 250 € (Stand 22.03.2015) und sind somit mehr als fünfmal so teuer wie das aktuell teuerste elektronische Heizkörperthermostat Honeywell HR30 Comfort+ (Stand 22.03.2015). Im Vergleich mit Smart-Home-Lösungen wie die Komforthaus „MAX!“ Intelligente Heizungssteuerung* ist en:key ebenfalls noch sehr teuer.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass en:key im Jahr 2015 ein überzeugendes und ausgereiftes System ist, welches mit der EnOcean-Funktechnologie einen zukunftsweisenden und alternativen Weg eingeschlagen hat. Man installiert en:key und braucht sich theoretisch nicht mehr darum zu kümmern – es wird automatisch und individuell Energie gespart. Auf der anderen Seite hat diese Technik Ihren Preis und ist daher nicht für jeden erschwinglich. Ob der Preis gerechtfertigt ist oder nicht, soll jeder für sich beurteilen. Für mich ist es ein entscheidendes Bewertungskriterium und sorgt für Abzüge in der Gesamtbewertung.

Bewertung: en:key Einzelraumregelung

Bewertung: en:key Einzelraumregelung
6.9

Technologie

10/10

    Lieferumfang

    7/10

      Installation

      6/10

        Bedienbarkeit/ Regelverhalten

        9/10

          Preis

          3/10

            Vorteile

            • läuft ohne externe Spannung
            • System arbeitet autark
            • dynamisches Heizprofil
            • Präsenzmelder
            • zukunftsweisend

            Nachteile

            • sehr hoher Preis
            • Installation
            • fehlendes Werkzeug
            • Fenster offen Erkennung

             

            En:key KomponentenHersteller
            en:key Ventilregler bei Grünspar*Kieback & Peter GmbH & Co. KG
            en:key Raumsensor bei Grünspar*Kieback & Peter GmbH & Co. KG
            en:key Raumset bei Grünspar*Kieback & Peter GmbH & Co. KG

            Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Testbericht zum en:key System wertvolle Informationen liefern und bei eurer Kaufentscheidung weiterhelfen. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, nutzt die Kommentarfunktion.

            Liebe Grüße! Martin

            Weiterführende Links und Quellen:
            en:key Webseite
            en:key Bedienungsanleitung
            en:key ECOLOG – Messgutachten – Zusammenfassung
            ECOLOG Messgutachten
            EnOcean Webseite
            Referenzen EnOcean Strahlung im Haus: Wie gefährlich ist das vernetzte Haus?


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            1. Tim / Antworten ¬

              Hallo Martin,

              wir haben en:key seit letztem Herbst großflächig in einem Verwaltungsgebäude mit ca. 50 – 60 Räumen, die hauptsächlich als Büro genutzt werden, eingesetzt und somit schon Erfahrung sammeln können. Daher steuere ich gerne paar Anmerkungen zur Diskussion über das Produkt bei. Das Gebäude wurde bereits vor 2 Jahren hydraulisch abgeglichen und mit einer neuen Heizungsregelung mit Nacht- und Wochenendabsenkung ausgestattet, sodass bereits einige Einsparungen erfolgt sind.

              Da wir die Raumsensoren hauptsächlich in der Nähe der Tür installiert haben, ist uns diese zeitlich verschobene „Fenster auf“-Erkennung deutlich aufgefallen. Beim Befestigen des Raumsensors an der Außenwand bei den Fenstern, haben wir allerdings auch den Effekt, dass die angezeigte Temperatur stark von der kalten Außenwand beeinflusst wird. Das entspricht bei uns teilweise ca. 1 – 1,5 K gegenüber der tatsächlichen Raumtemperatur.

              Eine Aufladung des Ventilreglers tritt erst ab einem Temperaturunterschied von 20 K zwischen Vorlauf und Raumtemperatur ein, so dass wir bei den, durch den hydraulischen Abgleich und der Regelung, eher geringen VL-Temperaturen im Netz immer wieder mit der Anzeige eines niedrigen Ladestand der Ventilregler, bis hin zum Verlust der Synchronisation zu tun hatten. Wenn der Ventilregler aber wieder geladen ist, findet die Synchronisation wieder automatisch statt.

              Nicht unwichtig ist der Fakt, dass durch das Betätigen der An-/Abwesenheitstaste am Raumsensor die Automatikfunktion nicht nur kurzzeitig ausgeschaltet wird, sondern das dieser manuelle Eingriff keinerlei Auswirkungen auf das automatische Profil hat. Einige bei uns haben die Taste halt immer wie einen Lichtschalter betätigt, wenn Sie gekommen oder gegangen sind. Dadurch wurde dann allerdings überhaupt kein korrektes Raumprofil mitgeschrieben.

              Nach Aussage von Kieback&Peter aktualisiert sich das Wochenprofil nicht nur wöchentlich, sondern bildet exakt die letzte Woche wieder und ist nicht z.B. ein mittleres Profil der letzten 3-4 Wochen. Wenn man nun also mal eine Woche eine abweichende Raumnutzung hat als in den vorrangegangenen Wochen, wird für die kommende Woche dieses abweichende Profil der letzten Woche gefahren.

              Eine weitere Aussage war, dass sich das System nach dreitägiger Abwesenheit automatisch in den Urlaubsmodus schaltet. Im Bürobetrieb ist dies in dem Moment etwas ungünstig, wenn ein Raum aufgrund von Krankheit oder einmaliger Abwesenheit z.B. am Freitag, sich am Montag dann im Urlaubsmodus befindet.

              Überhaupt bleibt unser Hauptproblem bei en:key, dass durch ständig abwechselnde Nutzung der Räume kein sauberes Nutzerprofil erstellt werden kann. Außentermine und Besprechungen können in unserem Betrieb jede Woche anders sein. In Räumen mit dauerhaft gleichbleibender Nutzung oder Büros mit mehr Nutzern, bei denen in der Regel immer jemand dort ist, funktioniert es problemlos. Zwar geht die Präsenz natürlich immer gegenüber dem Profil vor oder man kann manuell eingreifen mit der An-/Abwesenheitstaste am Raumsensor, allerdings haben wir auch hier durch den hydraulischen Abgleich und den damit geringen Leistungen und Temperaturen im System eine relativ lange Aufheizphase (ca. 1 K pro Stunde). So jedenfalls unsere bisherige Erfahrung.

              en:key reagiert leider auch nicht auf Veränderungen der Außentemperatur, da natürlich keine Verbindung zur außentemperaturgeführten Heizungsregelung vorhanden ist. So trat bei uns der Fall auf, dass im letzten Winter die Außentemperaturen übers Wochenende deutlich gefallen waren, en:key aber das Profil der Vorwoche fuhr und den Normalbetrieb zu spät aufnahm, um zum Arbeitsbeginn angenehme Raumtemperaturen zu erreichen. Da kein Eingriff in den Betrieb von en:key möglich ist, wurden daher die Zeiten der Nach- und Wochenendabsenkung sowie die Heizkurve in der zentralen Heizungsregelung verändert.

              Unser derzeitiges Fazit ist daher, dass das Einsparpotential im ersten Winter leider nicht erreicht wurde, da die oben angesprochenen Veränderungen an der Heizungsregelung zu einem höheren Verbrauch führten. Das en:key-System kann in den Fällen eines sehr trägen Systems mit langen Aufheizzeiten und ständig wechselnder Raumnutzung nicht nur zu stärkeren Komforteinbußen führen, sondern auch zu geringen Raumtemperaturen über mehrere Stunden.

              Diese derzeit etwas unbefriedigende Situation, lässt bei uns leider die Stimmen lauter werden, das en:key-System wieder zu entfernen und den Einsatz in einem Gebäude mit noch deutlicheren klaren Raumnutzungsprofilen fortzuführen. Ein weiterer Negativpunkt sind natürlich die schon angesprochenen hohen Investitionskosten, die bislang noch nicht im Verhältnis zu einer Einsparung stehen.

              Allerdings wäre der alternative Einsatz von zeitgesteuerten Heizkörperthermostaten auch keine adäquate Lösung, da hier der gemeine Nutzer doch überfordert wäre und der Wartungs- und Einstellungsaufwand für Hausmeister einfach zu hoch ist.

              Gruß, Tim

              1. Martin Schlobach / Antworten ¬

                Hallo Tim,

                vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar. Das sind sehr interessante Einblicke und Erfahrungen, die ihr mit en:key gemacht habt. Vielleicht ist das ständig wechselnde Raumprofil in der Tat eines der Hauptprobleme und sollte von Kieback&Peter in künftigen Generationen verbessert werden. Sollte es einen finalen Bericht zum Einsparpotenzial von en:key geben, kannst du die Ergebnisse gerne posten.

                Liebe Grüße! Martin

            2. Steffen Rose / Antworten ¬

              Sie schreiben, dass eine Zeitigere Präsenz 16:00 Uhr das System übersteuert und ein sofortiges Aufheizen auslöst. An anderer Stelle schreiben sie jedoch, dass Raumbewertung 45min benötigt, um eine kurze Präsenz zu ignorieren. Können sie kurz darauf eingehen?

              Das System kann nur um 4K absenken. Reicht dies für eine Fenster auf Funktion?

              Gerade in der Übergangszeit reicht wohl die Energie noch nicht aus. Bemerkt man dies gut genug, um an das manuelle Absenken zu denken?

              1. Martin Schlobach / Antworten ¬

                Hallo Herr Rose,
                in En:Key wird ein Nutzerprofil hinterlegt, welches lernfähig ist und versucht sich an Ihre Präsenz anzupassen. Sollten Sie einmal um 16:00 nach Hause kommen, dass Nutzerprofil jedoch erst um 17:30 mit Ihnen rechnet, wird dies vom Präsenzmelder erfasst und ihre Präsenz hat Vorrang – es wird also umgehend mit dem Heizbetrieb begonnen. Anders sieht es beim Verlassen des Raumes aus. Hier scannt der Präsenzmelder den Raum innerhalb von 45 Minuten 3 mal. Erst wenn er nach dreimaligem Scan feststellt, dass niemand mehr im Raum ist, wird die Absenkphase eingeleitet.

                Normalerweise sollten 4 Kelvin als Absenkung für das kurzzeitige Lüften ausreichen. Ansonsten empfiehlt sich beim Lüften den Ventilregler manuell auf eine niedrigere Temperatur zu drehen.

                Sollte der Ladestand des Ventilreglers sehr gering sein und keine Verbindung zum Raumsensor bestehen, wird dies mit einer Fehlermeldung auf dem Raumsensor gezeigt.

                Ich hoffe ich konnte Ihnen damit etwas weiterhelfen.
                Liebe Grüße! Martin Schlobach

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