Testbericht: Amazon Alexa und Echo Dot

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Alexa ist die Sprachsteuerung von Amazon, welche in Verbindung mit den Geräten Amazon Echo oder Amazon Echo Dot angeboten wird. In diesem Beitrag stelle ich euch die Sprachsteuerung Alexa sowie den Amazon Echo Dot vor und zeige euch, was man damit alles machen kann.

Da ich Alexa nicht nur positives abgewinnen kann, zeige ich euch zudem, wie ich meinen persönlichen Umgang mit Amazon Alexa gefunden habe, denn auch wenn eine Sprachsteuerung auf den ersten Blick eine faszinierende Technologie ist, sollte sie mit etwas Skepsis betrachtet und genutzt werden.

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Um ein kleines Smart Home Erlebnis mit Amazon Alexa auf Hardwareebene zu bekommen, habe ich die Sprachsteuerung mit dem Smart Home System Homematic IP getestet.

Was ist Amazon Alexa?

Wer erinnert sich nicht an Raumschiff Enterprise, wo Sprachbefehle umgehend in die Tat umgesetzt werden und Captain Kirk von der Kommandobrücke entspannt seine Befehle delegiert. Alexa ist eine Sprachsteuerung von Amazon, die auf bestimmte Befehle reagiert und dadurch ein Raumschiff Enterprise Gefühl in die eigenen vier Wände holt.

Ich habe den Sprachdienst Alexa in Verbindung mit einem Echo Gerät das erste Mal auf der ISH 2017 in Frankfurt erlebt. Der Echo Dot besitzt ein W-LAN Modul, ein Bluetoothmodul, einen Mikroprozessor sowie sieben hochsensible Mikrofone mit integriertem Lautsprecher.

Die Sprachsteuerung an sich ist ein Cloudbasierter Sprachdienst und beschreibt sich, wenn man es fragt, folgendermaßen: Alexa, hast du Arme?“ Antwort: „Ich habe keinen Körper. Stelle dir mich am besten mit ganz vielen Nullen und Einsen vor, die in der Cloud leben..

Die Sprachsteuerung ist permanent in Bereitschaft und reagiert auf ein hinterlegtes Aktivierungswort, welches „Alexa„, „Computer„, „Amazon“ oder „Echo“ sein kann.  Das Aktivierungswort wird lokal verarbeitet und anschließend beginnt für 8 Sekunden die Aufzeichnung. Das gehörte wird dann per W-LAN an Amazon Server übertragen und ausgewertet.

Wenn die gesagten Worte einem Befehl für den Sprachdienst Alexa entsprechen, erfolgt eine Reaktion von Alexa. Man kann dann seine Raumtemperaturen und Licht steuern (wenn die entsprechenden Geräte vorhanden sind), Musik abspielen oder sich Nachrichten vorlesen lassen. Aktuell gibt es dafür verschiedene Skills (ähnlich wie Apps) für Amazon Alexa* und verschiedene Hardware Anbieter, die passende Smart Home Komponenten für Alexa* anbieten.

Amazon Echo Dot

Ich habe mir einen Amazon Echo Dot bestellt und möchte euch hier zeigen, was dieses Gerät so alles kann. Alternativ zum Echo Dot kann man sich auch den etwas größeren Bruder Amazon Echo* zulegen.

Lieferumfang

Verpackung Amazon Echodot mit Inhalt

Abbildung 1: Verpackung Amazon Echo Dot mit Inhalt

Die Verpackung des Echo Dot ist klein und handlich und beinhaltet den Amazon Echo Dot, ein Netzteil (9 W), ein USB-Ladekabel und eine Kurzanleitung. Der Echo Dot besitzt sieben hochsensible Mikrofone, einem Lautsprecher, einen Micro-USB-Anschluss sowie einen 3,5 mm-Stereoaudioausgang für externe Lautsprecher.

Hier besteht die Möglichkeit den Echo Dot mit einer Musikanlage oder mit einem Bluetooth Lautsprecher* zu verbinden. Auf der Oberfläche des Echo Dot befinden sich die Aktions-Taste, jeweils eine Taste für laut und leise sowie eine „Mikrofon-Aus-Taste“. Ist das Mikrofon deaktiviert, ändert sich die Farbe des Lichtrings in Rot.

Funktionsübersicht Echo Dot

Abbildung 2: Funktionsübersicht Echo Dot

Amazon Echo VS Echo Dot

Da ich nur den Echo Dot zur Verfügung habe, möchte ich euch dennoch die Daten des großen Amazon Echos nicht vorenthalten. Hier gibt es eine kleine Gegenüberstellung.

 Amazon EchoAmazon Echo Dot
Abbildung: Amazon Echo, Schwarz Amazon Echo Dot (2. Generation), Schwarz
Amazon
Bewertung:
Maße: 235 x 83,5 x 83,5 mm 83,5 x 83,5 x 32 mm
Gewicht:ca. 1064 Gramm ca. 163 Gramm
 Audio:63 mm-Woofer und 50 mm-Hochtonlautsprecher.Integrierte Lautsprecher für Sprachfeedback,
alternativ: 3,5 mm-Stereoaudioausgang für externe Lautsprecher (Audiokabel* nicht im Lieferumfang).
 Verbindung:W-LAN: Dualband-WLAN mit zwei Antennen (MIMO). Unterstützt WLAN-Netzwerke mit den Standards 802.11a/b/g/n. Unterstützt nicht die Verbindung zu ad-hoc- oder Peer-to-Peer-WLAN-Netzwerken.

Bluetooth: Unterstützt Advanced Audio Distribution Profile (A2DP). Sprachsteuerung wird nicht auf Mac OS X-Geräten unterstützt.

W-LAN: Dualband-WLAN. Unterstützt WLAN-Netzwerke mit den Standards 802.11a/b/g/n. Unterstützt nicht die Verbindung zu ad-hoc- oder Peer-to-Peer-WLAN-Netzwerken.

Bluetooth: Unterstützt Advanced Audio Distribution Profile (A2DP). Sprachsteuerung wird nicht auf Mac OS X-Geräten unterstützt.

Anforderungen:Verbindung mit WLAN notwendig, Kompatible Systeme: Fire OS-, Android-, iOS-Geräten sowie über Desktopbrowser .Verbindung mit WLAN notwendig, Kompatible Systeme: Fire OS-, Android-, iOS-Geräten sowie über Desktopbrowser .
Lieferumfang:Amazon Echo, Netzteil/Kabel (1,8 m) und Kurzanleitung.Amazon Echo Dot, Netzteil (9 W), USB-Ladekabel und Kurzanleitung.
Preis:179,99 EUR 59,99 EUR  
 Bei Amazon kaufen*Bei Amazon kaufen*
Letzte Aktualisierung17. August 2017 - 14:0417. August 2017 - 18:04

Installation

Die Installation des Echo Dot ist sehr einfach. Ich habe das Gerät in der Nähe meiner Musikanlage platziert, um diese nach der Einrichtung per Audiokabel* (nicht im Lieferumfang) mit dem Echo Dot zu verbinden.

Das Netzteil wird an eine Spannungsquelle angeschlossen und mit dem Gerät verbunden. Der blaue Lichtring beginnt sich anschließend zu drehen und verwandelt sich nach ca. einer Minute in einen orange / gelben Ring. Als nächstes muss die Alexa App auf dem Smartphone / Tablett installiert werden.

Einrichtung der App

Die Alexa App gibt es zum kostenlosen Download für Android, iOS und als Desktopvariante. Nachdem die App installiert wurde kann man auch gleich mit dem Anlernen vom Echo Dot beginnen. Als erstes geht ihr über den Menüpunkt auf Einstellungen, wählt „Ein neues Gerät einrichten“ und habt anschließend die Wahl zwischen einem Echo, einem Tap und einem Echo Dot. Habt ihr euer Gerät gewählt, kommt die Sprachauswahl des Gerätes.

Den Tap gibt es derzeit noch nicht in Deutschland zu kaufen. Beim Amazon Tap handelt es sich um einen mobilen Bluetooth Lautsprecher mit integrierter Alexa Sprachsteuerung.

Einrichtung der Alexa App - Erste Schritte

Abbildung 3: Einrichtung der Alexa App – Erste Schritte

Jetzt könnt ihr mit der Einrichtung des Echo Dot beginnen. Klickt dazu auf „Mit WLAN verbinden“ und wartet, bis sich der Lichtring vom Echo Dot orange färbt. Sollte sich der Lichtring nicht orange färben, könnt ihr auf den Link „Sie sehen keinen Lichtring?“ klicken und werdet anschließend aufgefordert die Aktionstaste zu drücken. Nach kurzer Zeit kreist der Lichtring orange. In der App wird versucht eine Verbindung zum Echo Dot herzustellen.

Echo Dot mit Alexa verbinden

Abbildung 4: Echo Dot mit Alexa verbinden

Sollte die Verbindung mit dem Echo Dot nicht automatisch funktionieren, könnt ihr den Echo Dot auch manuell mit der App verbinden. Dazu müsst ihr euch über die W-LAN Optionen eures Smartphones / Tablett mit dem Amazon-xxx Netzwerk verbinden. Anschließend ist der Echo Dot erfolgreich mit der Alexa App verbunden und die W-LAN Verbindung kann eingerichtet werden.

Manuelle Verbindung zwischen Echo Dot und Alexa App

Abbildung 5: Manuelle Verbindung zwischen Echo Dot und Alexa App

Zur Einrichtung des W-LANs wählt ihr in der Liste „WLAN-Netzwerk auswählen“ euer W-LAN aus, gebt euer Kennwort ein und klickt auf verbinden. Die Einrichtung ist bei erfolgreicher Verbindung abgeschlossen.

Echo Dot mit W-LAN verbinden

Abbildung 6: Echo Dot mit W-LAN verbinden

Ist der Echo Dot erfolgreich mit dem W-LAN verbunden, wird man in der App gefragt, wie man den Echo Dot nutzen möchte. Hier hat man folgende Auswahl: Bluetooth, Audiokabel oder keine Lautsprecher. Ich habe mich dazu entschlossen den Echo Dot mit meiner Musikanlage zu verbinden.

Einrichtung Echo Dot abschließen

Abbildung 7: Einrichtung Echo Dot abschließen

Echo Dot an Musikanlage

Abbildung 8: Echo Dot mit Musikanlage per AUX Kabel verbunden

Anschließend kann man sich in der App noch ein kleines Informationsvideo von Amazon zum Echo Dot anschauen, was aus meiner Sicht wirklich gelungen ist und die wichtigsten Informationen noch einmal kurz zusammenfasst.

Alexa und Echo Dot im Test

Der erste Kontakt

Der Echo Dot ist eingerichtet und ich kann mit dem Testen loslegen. Meine erste Frage an den Echo Dot ist: „Alexa, wie ist das Wetter?“ und ich erhalte eine kleine Zusammenfassung der aktuellen Wetterlage. Ich freue mich, denn es funktioniert! Da ich noch nicht so richtig weiß auf welche Fragen Alexa antworten kann, frage ich wild drauf los und erhalte meist keine Antworten, manchmal aber auch echt lustige und interessante. Wie geht man jetzt mit dieser Sprachsteuerung um?

Ich wünsche mir ein Lied: „Alexa, spiele Paint it Black von den Rolling Stones.„. Als Antwort erhalte ich, dass dieses Lied nicht kostenlos ist, ich jedoch reinhören kann. Wenn mir das Lied nach einem kurzen Teaser gefällt, kann ich ein Abo für Amazon Music Unlimited* abschließen. Ok, jetzt weiß ich schon mal wie Amazon mit Alexa in Zukunft Geld verdienen möchte.

WICHTIG: Unter Einstellungen > Spracheinkauf könnt ihr Spracheinkäufe deaktivieren. Damit wird verhindert, dass ungewollt Käufe über Amazon abgewickelt werden. Alternativ kann man sich einen 4 Stelligen Bestätigungscode einrichten, der laut vorgelesen werden muss, wenn man einen Spracheinkauf durchführt.

Da ich jedoch Spotify als Musikprogramm nutze, will ich kein weiteres Abo abschließen. Was nun? Es wird Zeit sich mit der Alexa App auseinanderzusetzen.

Musik Einstellungen in der Alexa App

Abbildung 9: Musik Einstellungen in der Alexa App

Um Spotify als Standard-Musikdienst auszuwählen bin ich in die Einstellungen der Alexa App gegangen, habe im Bereich Konten > Musik und Medien die Alexa App mit meinem Spotify Konto verknüpft und anschließend Spotify als Standard-Musikdienst ausgewählt. Als weiterer Musikdienst wird neben Amazon Music Unlimited und Spotify der Streamingdienst für Radiosender „TuneIn“ angeboten.

Nachdem Spotify als Standard Musikdienst eingestellt war, konnte ich Paint it black von den Rolling Stones über Spotify auf Alexa hören 🙂 Hier besteht auch die Möglichkeit seine gespeicherten Playlisten aus Spotify abspielen zu lassen.

Nach vielen weiteren Fragen an Amazon Alexa war die Ausbeute etwas ernüchternd, da die Antwort- und Verständnisfunktion von Alexa noch nicht wirklich ausgereift ist. Manchmal habe ich nicht verstanden, weshalb Alexa mich nicht verstanden hat und war sauer auf die kleine Kiste. Es gibt also noch erheblichen Verbesserungsbedarf, um wirklich als Assistent durchzugehen.

Klangqualität Echo Dot

Ich muss zu Beginn eines klar sagen: Auch wenn ich Musik gerne und laut höre, bin ich kein Klang- und Audio Experte. Aus diesem Grund finde ich die Qualität des kleinen Echo Dot ausgesprochen gut. Für diese Größe habe ich mit einer weitaus schlechteren Klangqualität gerechnet.

Um eine angenehme und gute Soundqualität zu haben, empfehle ich dennoch den Echo Dot mit einer Anlage, einer guten Musikbox* oder mit einer Bluetooth Box* zu verbinden.

Ich habe den Echo Dot mit meiner Anlage per AUX Kabel* verbunden und höre Musik nun in gewohnter Qualität. Die Lautstärke kann über die beiden „Laut-“ und „Leise Tasten“ direkt am Echo Dot oder per Sprachbefehl auf einer Skala von 1 bis 10 über die Alexa App eingestellt werden. Die Lautstärke 10 entspricht dabei der lautesten und die Lautstärke 1 der leisesten Stufe. Der Sprachbefehl für die Lautstärkeregelung ist dann beispielsweise: „Alexa, Lautstärke Fünf.

Mikrofone

Hier kann ich nur eins sagen: Unglaubliche Technik! So etwas habe ich bis jetzt noch nicht erlebt. Man kann bei laufender Musik in lauter Zimmerlautstärke aus 5 Metern Entfernung das Aktivierungswort leise aussprechen und der Echo Dot reagiert darauf.

Wie ist das möglich? Laut Amazon befinden sich unter dem Lichtring sieben Mikrofone, welche mit einer Richtstrahltechnologie, Geräuschunterdrückung und Fernfeldspracherkennung arbeiten. Ziemlich viele Buzz Wörter auf einmal… Ich versuche das mal etwas einfacher zu erklären:

Über die sieben Mikrofone können Lärm, Hall oder laufende Musik als Störgeräusche im Raum identifiziert und unterdrück werden. Da der Fokus von Alexa beim ersten Hinhören nur auf dem Aktivierungswort liegt, ist der Echo Dot darauf getrimmt dieses zu erkennen und nur darauf zu reagieren.

Jetzt ist auch klar, weshalb man derzeit nur vier Aktivierungsworte hat und sich nicht einfach eins ausdenken kann. Die Aktivierungsworte „Alexa“, „Echo“, „Amazon“ und „Computer“ sind essentielle Bestandteile des Sprachdienstes.

Hat der Sprachdienst das Aktivierungswort erkannt, wird die Musik im Hintergrund, falls diese über den Echo Dot abgespielt wird, leise gestellt, damit die Mikrofone die weiteren Befehle klar identifizieren können. Interessanterweise reagiert der Echo Dot auch bei anderen lauten Umgebungsgeräuschen sehr gut. Die Mikrofone im Echo Dot sind also wirklich hochsensibel.

Alexa Skills

Um das volle Potenzial von Alexa auszuschöpfen, ist es sinnvoll sogenannte Alexa Skills zu installieren. Skills sind Fähigkeiten und funktionieren ähnlich wie Apps. Man installiert die Skills über den Amazon Skill Shop* in der App.

Alexa Skills auf Amazon

Abbildung 10: Alexa Skills auf Amazon – Desktopvariante

Damit erhält Alexa zusätzliche Fähigkeiten und kann beispielsweise einen Witz erzählen, ein Taxi bestellen oder Gäste willkommen heißen.

Hat man kompatible Smart Home Geräte für Alexa* installiert, kann man diese ebenfalls per Sprachbefehl steuern. Hier ist es jedoch ebenfalls notwendig den zugehörigen Skill zu installieren, da eine Steuerung der Smart Home Komponenten ohne den installierten Skills nicht möglich ist. Im nachfolgenden Kapitel gehe ich noch einmal darauf ein.

Um eine Übersicht der aktuellen Skills zu erhalten, geht ihr über Einstellungen in den Bereich Skills. Hier findet ihr eine erste Übersicht, könnt euch die Skills nach Kategorien sortieren lassen und erhaltet über den Punkt „Ihre Skills“ eine Übersicht der bisher installieren Skills.

Alexa Skills, Kategorien und installierte Skills

Abbildung 11: Alexa Skills, Kategorien und installierte Skills

Zur Installation eines Skills in der Alexa App geht ihr auf Eigenschaften > Skills und könnt über die Suche einen Skill finden oder einen vorgeschlagenen Skill installieren. Hier zeige ich die Installation am Beispiel des Skills „ZDFheute Express“. ZDFheute Express gibt aktuelle Nachrichten wieder und fasst den Nachrichtentag mit den wichtigsten Themen zusammen.

Habt ihr den Skill ausgewählt könnt ihr ihn aktivieren. Die Aktivierung dauert ein paar Sekunden und nach erfolgreicher Aktivierung könnt ihr über den Punkt „In Flash Briefing verwalten“ auswählen, ob ZDFheute Express in der täglichen Zusammenfassung enthalten sein soll.

Über den Befehl „Alexa, Was ist meine tägliche Zusammenfassung?“ werden dann die aktuellen Nachrichten von ZDFheute Express, neben weiteren aktivierten Skills für die tägliche Zusammenfassung, vorgelesen.

Alexa Skill installieren

Abbildung 12: Alexa Skill installieren

Einrichten von Smart Home Komponenten

Da ich während des Alexa Tests die intelligente Heizungssteuerung des Smart Home Systems Homematic IP installiert hatte und Homematic IP mit Alexa kompatibel ist, habe ich das Ganze gleich damit getestet.

Übersicht der Homematic IP Komponenten

Abbildung 13: Übersicht der Homematic IP Komponenten

In meinem Testbericht von Homematic IP findet ihr alle weiteren Informationen zu diesem Smart Home System. Von Homematic IP hatte ich folgende Komponenten im Einsatz:

Zur Einrichtung von Homematic IP als Smart Home Komponente in der Alexa App geht ihr im Menü in den Bereich „Smart Home“ und müsst zunächst den passenden Skill für Homematic IP installieren. Öffnet dazu den Punkt „Mehr Smart Home Skills abrufen“ und sucht den passenden Homematic IP Skill.

Nachdem ihr diesen aktiviert habt, werdet ihr aufgefordert den Aktivierungsschlüssel für den Homematic IP Skill zur Kopplung mit der Alexa App einzugeben. Diesen findet ihr in eurer Homematic IP App unter Einstellungen > Amazon Alexa.

Smart Home Skill für die Alexa App

Abbildung 14: Smart Home Skill für die Alexa App

Im nächsten Schritt erfolgt der Hinweis, dass Alexa erfolgreich mit Homematic IP verknüpft wurde. Anschließend wählt man „Gräte erkennen“ > „Suche“ und die Alexa App sucht nach den Geräten. Wurden die Geräte erfolgreich mit Alexa verknüpft erhält man eine Übersicht der Geräte mit den verknüpften Gruppen.

Homematic IP Komponenten mit der Alexa App verknüpfen

Abbildung 15: Homematic IP Komponenten mit der Alexa App verknüpfen

In meinem Fall gibt es die vier folgenden Gruppen:

  • Wohnzimmer (Heizgruppe / Raum via Homematic IP)
  • Küche (Heizgruppe / Raum via Homematic IP)
  • Eco Modus (Heizgruppe / Raum via Homematic IP)
  • Bad (Heizgruppe / Raum via Homematic IP)

Der Sprachbefehlt an die Alexa App lautet nun beispielsweise:

  • Sprachbefehl Temperaturerhöhung Wohnzimmer: „Alexa, setze Raumtemperatur im Wohnzimmer auf 22 Grad.“
  • Antwort Alexa: „Wohnzimmer wird auf 22 Grad gestellt.“

Möchte man den Energiespar / Eco Modus aktivieren, wird eine Szene aktiviert.

  • Sprachbefehl Eco Modus aktivieren: „Alexa, aktiviere Szene Eco Modus.“
  • Antwort Alexa: „Ok.“

Damit die Sprachbefehle von Alexa erkannt werden, ist es wichtig, dass die Gruppennamen klar und eindeutig sind. Alexa kann beispielsweise Probleme mit der Bezeichnung „Zimmer 1“ und „Zimmer 2“ haben. Daher empfiehlt es sich klare Bezeichnungen zu vergeben, die von Alexa verarbeitet werden können.

Alexa ohne Echo

Ja, es ist möglich Amazon Alexa ohne einen Echo oder Echo Dot zu nutzen. Dafür gibt es die kostenlose App „Reverb für Amazon Alexa“ auf Android und iOS. Wer erste Erfahrungen mit Amazon Alexa machen möchte, kann dies mit der App ruhig ausprobieren. Musikdienste funktionieren darüber jedoch noch nicht.

Installation Alexa Reverb App

Abbildung 16: Installation Alexa Reverb App

Um Alexa Reverb zu nutzen, muss zusätzlich die Alexa App installiert sein, da hierüber die Grundeinstellungen vorgenommen werden. Reverb funktioniert nicht über ein Aktivierungswort, sondern man hält den „Mikrofon Button“ auf dem Bildschirm gedrückt und spricht seinen Befehl. Die Antwort kommt dann im gewohnten Format von Amazon Alexa.

Screenshot der Alexa Reverb App

Alexa Reverb – App Übersicht

Zum ausprobieren von Amazon Alexa ist Alexa Reverb wirklich gut geeignet. Das Gefühl eines Sprachassistenten wird damit jedoch nicht so richtig vermittelt.

Datenschutz – Wer hört eigentlich zu?

Der Datenschutz bei Amazon Alexa ist ein spannendes Thema, denn eigentlich weiß keiner so genau, was alles von Amazon mitgehört und ausgewertet wird. In einigen Medien wird davon berichtet, dass Echo und Echo Dot permanent aufnehmen und diese Daten permanent von Amazon Servern ausgewertet werden.

Nach aktuellem Kenntnisstand soll dies nicht richtig sein und die Aufzeichnung sowie Auswertung auf Amazon Servern erfolgt erst nach dem Hören des Aktivierungswortes für ca. 8 Sekunden. Das Aktivierungswort wird demnach lokal ausgewertet. Eine Übersicht der ausgewerteten Befehle, Antworten und verwendeten Skills kann man jederzeit über eine Art „Protokoll“ auf der Startseite der Alexa App einsehen.

Die Verbraucherzentrale betont in ihrem lesenswerten Beitrag „Amazon hört zu: „Echo“ jetzt auch in hiesigen Wohnzimmern.“ klar, dass sie in den Nutzungsbedingungen von Amazon und der Datenschutzerklärung von Amazon klare Risiken sieht.

Der in den letzen Wochen bekannt gewordene „WannaCry Skandal„, welcher dafür gesorgt hat, dass über eine Sicherheitslücke in alten Windows Systemen über 200.000 Rechner in über 150 Ländern beschädigt wurden, regt zusätzlich zum nachdenken an, denn Geheimdienste wie CIA und NSA hätten für Hacker nützliche Softwarecodes gehortet und vielleicht auch ausgenutzt.

Eine offene Frage, die ich nun stelle ist: Warum sollte Amazon Alexa, der Echo Dot und der Echo nicht auch eine offene Schwachstelle haben, die dazu führen kann, dass man permanent abgehört und Daten permanent ausgewertet werden könnten? Dies natürlich auch dann, wenn die „Mikrofone-Aus-Taste“ aktiv ist?

Aus meiner Sicht wären die hochsensiblen Mikrofone ein perfektes Spionageinstrument, welche es Geheimdiensten und Hackern leicht machen könnte, bei Bedarf private Informationen zu erhalten. Ein sensibler Umgang mit Amazon Alexa und den zugehörigen Geräten ist also durchaus angebracht.

Ein kritischer Blick auf Alexa

Ich muss gestehen, dass ich Amazon Alexa nach nunmehr zwei Monaten mit sehr gemischten Gefühlen nutze. Nach dem Auspacken des Echo Dot dachte ich wirklich kurz: Oh Gott, die Stasi hätte sich gefreut, wenn ich mir sowas freiwillig ins Wohnzimmer gestellt hätte.

Es hat mich zudem anfangs wirklich erstaunt, wie hochsensibel die Mikrofone des Echo Dot sind. Man kann fast 5 Meter vom Echo Dot entfernt „Alexa“ flüstern und der Echo Dot reagiert. Da aus meiner Sicht bis jetzt nicht wirklich geklärt ist was mit den gespeicherten Daten passiert, machte sich mit der Zeit ein unwohles Gefühl mit einer dicken Portion Skepsis breit.

Auf der anderen Seite habe ich am ersten Abend gespannt vorm Echo Dot gesessen und Alexa alles gefragt was mir eingefallen ist, habe teilweise gelacht und teilweise über Alexa geflucht, mir den Wetterbericht und die Tageschau in 100 Sekunden sowie ein paar Ebooks vorlesen lassen und per Sprachbefehl die Musik gehört, die mir in den Sinn kam. Meine Begeisterung war zu Beginn grenzenlos und ich begann schon am zweiten Tag von „IHR“ zu sprechen.

Alexa, meine neue Freundin im Wohnzimmer, welche Raumtemperatur und Licht steuert, aber auch meine Musik abspielt, meinen Terminkalender vorliest und mir dabei hilft mein Leben zu organisieren – irgendwie praktisch.

Ich sprach mit vielen Freunden darüber, wollte meine Begeisterung teilen und hatte eine ausgedehnte und umfangreiche Diskussion mit meiner Schwester und Ihrem Freund. Der Freund meiner Schwester meinte nur zur mir: „ Ey Martin, du personalisierst dieses Teil nach zwei Tagen, sprichst von „Ihr“ und „Es“ ist, bevor du es an das Stromnetz angeschlossen hast, deine Freundin! Merkst du noch etwas?“.

Ein erster Dämpfer und Aufrüttler. Jemand der nicht ohne Zweifel meine Begeisterung teilt und das auch noch mit Argumenten stützen kann. Fragen kamen auf, die ich bis dahin nicht in der Lage war zu stellen. Welchen Einfluss hat die Sprachsteuerung auf mich, mein Konsum- und mein Kommunikationsverhalten? Warum haben alle Sprachsteuerungen wie Siri und Google Home eine weibliche Stimme beziehungsweise einen „weiblichen Charakter“? Wird damit ein Frauenbild bedient? Warum ist „Sie“ von Beginn an meine Assistenz und Freundin?

Ich habe in der Tat nichts mehr gemerkt und war innerhalb von zwei Tagen vom „Alexavirus“ infiziert. Ich habe mich natürlich gefragt wie das geht? Einerseits begeistert von dieser Zukunftstechnologie, andererseits erschrocken über die Personalisierung einer Maschine und dem Verlust jeglicher Skepsis gegenüber dieser neuen Technologie und das Obwohl mir nicht klar ist was mit den verarbeiteten Daten so alles passiert.

Mein erster Schritt zur De-Personalisierung von Alexa war es, das Aktivierungswort von „Alexa“ in das Aktivierungswort „Computer“ zu ändern – wie auf Raumschiff Enterprise. Innerhalb kürzester Zeit, merkte ich, wie ich nicht mehr von Alexa als Person sondern vom Computer als etwas sächlichem sprach. Ein erster Schritt das Ganze etwas distanzierter zu betrachten.

Mein zweiter Schritt war es Amazon Alexa abzuschalten und nur zu nutzen, wenn ich mir vorher bewusst gemacht habe, dass es mir einen Nutzen bringt. Zum Beispiel wenn man abends auf der Couch liegt, ein gutes Buch liest und entspannte Musik im Hintergrund hören möchte: Zeitansage, Temperatur-, Licht- und Lautstärkeregelung per Sprachbefehl sind hier eine perfekte Unterstützung um nicht von der gemütlichen Couch aufzustehen.

Fazit

Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass ihr euch bewusst macht, wann und wie ihr Amazon Alexa nutzen wollt, der Technik nicht einfach blind vertraut, euren persönlichen Umgang damit findet und auch etwas Skepsis mitbringt.

Zudem ist es schwer einzuschätzen was mit den verarbeiteten Daten wirklich passiert und ob wirklich nur die Daten verarbeitet werden, die man im Protokoll einsehen kann. Die Frage nach aktuellen und unbekannten Sicherheitslücken muss man sich ebenfalls stellen und sich der möglichen Konsequenzen bewusst sein.

Von der technischen Seite kann man eigentlich nur sagen, dass es wirklich verrückt ist, was Amazon hier mit dem Echo und dem Echo Dot auf den Markt gebracht hat. Es handelt sich um Spitzentechnologie für einen super Preis. In Kombination mit einem kompatiblen Smat Home System ist Alexa und der Echo Dot definitiv eine interessante Unterstützung und Erweiterung.

Im Gegensatz zu Technik ist der Sprachdienst Alexa nicht ausgereift, bringt aber ein enormes Potenzial mit sich. Man erhält oft keine Antworten und fragt sich manchmal verzweifelt, weshalb der Befehl oder die Frage nicht verstanden wurde. Deshalb hier mein Testergebnis:

Amazon Echo Dot

Amazon Echo Dot
8

Technologie/ Design

10/10

    Lieferumfang

    8/10

      Installation/ Programmierung

      9/10

        Bedienbarkeit/ Regelverhalten

        3/10

          Preis

          10/10

            Vorteile

            • Hochsensible Mikrofone
            • Sehr gutes Design
            • Niedriger Preis
            • Hohe Kompatibilitätsdichte
            • Erweiterbar und lernfähig

            Nachteile

            • Antworten derzeit nicht ausgereift
            • Ungewisser Datenschutz
            • Personifizierung von Technik
            • Kein Audiokabel
            • Mulmiges Gefühl bei Nutzung

            Nachfolgend habe ich noch einmal alle Komponenten aufgelistet.

            Ich hoffe ich konnte euch damit einen kleinen Einblick in die Sprachsteuerung Alexa von Amazon sowie dem Echo Dot geben. Ich freue mich auf eure Fragen, Anregungen und Kritik in den Kommentaren.

            Liebe Grüße! Martin

            Weiterführende Links und Quellen:
            Amazon Echo Dot Kurzanleitung
            Beitrag Verbraucherzentrale


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            * Affiliate Links / Letzte Aktualisierung der Preise am 17.08.2017 / Bildquelle: Amazon Partnerprogramm

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