Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 6: Voreinstellung der Heizkörperventile

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Im sechsten Schritt der Serie „Hydraulischen Abgleich selber machen“ werden wir die Voreinstellungen der Heizkörperventile ermitteln. Dies werde ich euch für die bereits installierten Ventile der Hersteller Danfoss und Oventrop aus unserem Beispielhaus zeigen. Anschließend sollte es euch möglich sein, die Voreinstellwerte von weiteren Ventilherstellern wie zum Beispiel TA Heimeier oder Honeywell zu ermitteln.

Wenn ihr noch nicht wisst, was die Voreinstellung von einem Heizkörperventil bewerkstelligen soll, empfehle ich euch meine beiden Artikel zur Funktion eines hydraulischen Abgleichs und zur Funktion eines Thermostatventils.

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Grundlagen: Kv- und Kvs-Wert

Wenn ihr euch mit dem hydraulischen Abgleich beschäftigt, werdet ihr früher oder später mit den Begriffen des Kv- und des Kvs-Wertes konfrontiert. Diese Werte sind Produktwerte für Heizkörperventile, welche vom Hersteller gemessen werden und dazu dienen ein Ventil richtig zu dimensionieren sowie für den Einsatz auszuwählen. Weiterhin hat ein Planer durch die Ermittlung des Kv-Wertes die Möglichkeit Ventile untereinander zu vergleichen.

Der Kv-Wert gibt dabei den Volumenstrom \dot V in m^3/h bei einem Druckverlust (Differenzdruck) über dem Heizkörperventil von 1bar=1.000mbar=100.000 Pa an (siehe Abbildung 1). Der Kv-Wert wird auch Durchflussfaktor genannt.

KV-Wert von einem Heizkörperventil

Abbildung 1: KV-Wert von einem Heizkörperventil

Wenn wir beispielsweise ein voreinstellbares Heizkörperventil (Beispiel: Oventrop AV6) mit sechs Voreinstellstufen haben, ist der Kv-Wert bei jeder Voreinstellstufe anders, da auch der maximale Durchfluss unterschiedlich ist (siehe Abbildung 2).

Der Kvs-Wert gibt den Wert bei voll geöffnetem Ventil an. Es gibt bei unserem Beispielventil also fünf verschiedene Kv-Werte, jedoch nur einen Kvs-Wert (siehe Abbildung 2). Diese könnt ihr im Datenblatt des AV6 von Oventrop auf Seite 15 nachlesen.

Oventrop AV6, KV- Werte

Abbildung 2: Oventrop AV6, KV- Werte

Warum ist der Kv-Wert so wichtig?

In einem Heizungssystem stellen Ventile für das Heizungswasser einen Widerstand dar. Aus diesem Grund gibt es einen Druckverlust (Differenzdruck) über dem Ventil. Da der Druckverlust über dem Heizkörperventil an weit entfernten Heizkörpern geringer ist (z.B. 30mbar) als bei Heizkörpern, welche nah am Wärmeerzeuger liegen (z.B. 70mbar), können unterschiedliche Durckverluste bei größeren Gebäuden in die Berechnung einbezogen werden und somit genauere Ergebnisse für die Voreinstellung liefern. Ventilhersteller empfehlen mit Differenzdrücken unter 100mbar zu rechnen.

Beispielrechnung Kv-Wert mit unterschiedlichem Differenzdruck

In dem folgenden Beispiel möchte ich euch zeigen, welchen Einfluss der Differenzdruck auf die Voreinstellwerte eines Heizkörperventils hat. Für unsere Beispielrechnung nehmen wir folgende Werte an:

  • Heizkörperleistung: \dot Q =700 W
  • Temperaturspreizung bei 75/55: \Delta\vartheta = 20 K
  • Differenzdruck 1: \Delta p_1= 30mbar=0,03bar
  • Differenzdruck 2: \Delta p_2= 50mbar=0,05bar
  • Differenzdruck 3: \Delta p_3= 70mbar=0,07bar
  • Hub (Erklärung folgt im nächsten Absatz): xp=1K

Berechnung des Volumenstroms (falls ihr vergessen habt, wie ihr den Volumenstrom berechnen könnt, schaut einfach noch einmal im fünften Schritt der Serie „Hydraulischen Abgleich selber machen“ nach):

    \[ \boxed{\dot V= 0,86 \cdot \frac{700 W} {20K}= \underline{\underline{30,1\frac{l}{h}}}} \]

Zur Berechnung des Kv-Wertes rechnen wir mit folgender Formel:

    \[ \boxed{Kv =\dot V \cdot \sqrt \frac{1 bar} {\Delta p}} \]

Nun geben wir unsere Werte in die genannte Formel ein.

  • Volumenstrom: \dot V=30,1l/h = 0,0301m^3/h
  • Differenzdruck 1: \Delta p_1=0,03bar
  • Differenzdruck 2: \Delta p_2=0,05bar
  • Differenzdruck 3: \Delta p_3=0,07bar

Kv-Wert mit Differenzdruck 1:

    \[ \boxed{Kv =0,0301m^3/h \cdot \sqrt \frac{1 bar} {0,03bar} = \underline{\underline{0,174\frac{m^3}{h}}}} \]

Kv-Wert mit Differenzdruck 2:

    \[ \boxed{Kv =0,0301m^3/h \cdot \sqrt \frac{1 bar} {0,05bar} = \underline{\underline{0,135\frac{m^3}{h}}}} \]

Kv-Wert mit Differenzdruck 3:

    \[ \boxed{Kv =0,0301m^3/h \cdot \sqrt \frac{1 bar} {0,07bar} = \underline{\underline{0,114\frac{m^3}{h}}}} \]

Nun gehen wir in das Datenblatt des AV6 von Oventrop auf Seite 15 und schauen uns die Kv-Werte an. Die angegebenen Kv-Werte je Voreinstellung entsprechen dem maximalen Kv-Wert einer Voreinstellstufe. Daher entsprechen unsere ermittelten Kv-Werte folgenden Voreinstellstufen:

  • Kv_1=0,174\frac{m^3}{h} = Stufe\ 3
  • Kv_1=0,135\frac{m^3}{h} = Stufe\ 2
  • Kv_1=0,114\frac{m^3}{h} = Stufe\ 2

Weiterhin können wir im Druckverlustdiagramm des Heizkörperventils die Voreinstellung anhand des Volumenstroms und des jeweiligen Differenzdrucks ablesen (siehe Abbildung 3).

Ermitteln der Voreinstellwerte für das Heizkörperventil AV6 von Oventrop

Abbildung 3: Ermitteln der Voreinstellwerte für das Heizkörperventil AV6 von Oventrop, Quelle: Datenblatt Oventrop

Hier wird deutlich, welchen Einfluss der Druckverlust bei gleichem Volumenstrom über dem Ventil in der Berechnung für die Voreinstellung hat:

  • Ein Heizkörper mit geringem Differenzdruck über dem Ventil und relativ weit entfernter Platzierung vom Wärmeerzeuger, kann zu einer höheren Voreinstellung führen.
  • Ein Heizkörper mit hohem Differenzdruck über dem Ventil und relativ naher Platzierung zum Wärmeerzeuger, kann zu einer geringeren Voreinstellung führen.

Was ist der „Hub“?

Weiterhin spielt der sogenannte „Hub“ eine wichtige Rolle für den Kv-Wert. In Abbildung 2 habe ich als Hub xp=1K vom Auslegungsproportionalbereich gewählt. Der Hub gibt dabei die Reaktionsgeschwindigkeit des Thermostatkopfes (Fühlerelementes) an.

Beispiel für den „Hub“ einen Thermostatkopfes

Wir haben in unserem Raum eine gewünschte Raumtemperatur von 20 ^{\circ}C (Auslegungsproportionalbereich) und einen Thermostatkopf mit dem Hub xp=1K.

  • Wenn die Raumtemperatur bei 20 ^{\circ}C liegt, entspricht die Stellung des Thermostatkopfes dem gewünschten Durchfluss, welcher notwendig ist um die Raumtemperatur von 20 ^{\circ}C zu erreichen.
  • Wenn die Raumtemperatur 21 ^{\circ}C erreicht, schließt der Thermostatkopf, da die Raumtemperatur 1 Kelvin höher ist als die gewünschte Raumtemperatur.
  • Die Differenz zwischen gewünschter Raumtemperatur und Abweichungstemperatur beträgt also maximal 1 Kelvin.

Unser Thermostatkopf ist also in der Lage bei einer Abweichung von 1 Kelvin der Raumtemperatur zu reagieren. Das entspricht einem Hub von xp=1K. Ein Thermostatkopf mit einem Hub von xp=2K würde dementsprechend erst bei einer Raumtemperatur von 22 ^{\circ}C reagieren.

Berechnung der Kv-Werte für unser Beispielgebäude

Mit dem jetzigen Wissen ist es uns möglich die Kv-Werte der jeweiligen Heizkörperventile zu berechnen. Für unser Beispielgebäude rechnen wir mit einem pauschalen Druckverlust von 50mbar über jedem Heizkörperventil. Im folgenden Beispiel berechne ich den Kv-Wert für den Vorraum in unserem Beispielgebäude.

Beispielrechnung Heizkörper Nr. 1 – Vorraum

Gegeben:

  • Volumenstrom \dot V=27,09l/h=0,0271m^3/h
  • Differenzdruck: \Delta p=0,05bar

    \[ \boxed{Kv = \frac{0,0271m^3/h} {\sqrt{0,05bar}}= \underline{\underline{0,121\frac{m^3}{h}}}} \]

Der Kv-Wert für das Heizkörperventil am Heizkörper im Vorraum beträgt 0,121 \frac{m^3}{h}.

Übersicht der Kv-Werte fürs Beispielgebäude

In Abbildung 4 seht ihr die ermittelten Kv-Werte für unser Beispielgebäude.

Kv-Werte für Beispielgebäude

Abbildung 4: Kv-Werte für Beispielgebäude

Update 03.02.2014:
Der Volumenstrom und der Kv-Wert für den Heizkörper 11 im Gästezimmer (Raum 10) ist nicht in Abbildung 4 eingezeichnet: Volumenstrom \dot V=28,81l/h, Kv-Wert Kv=0,129.

Da wir nun die Kv-Werte für alle Heizkörper berechnet haben, ist es uns möglich die Voreinstellwerte aus den Datenblättern der jeweiligen Heizkörperventile zu ermitteln.

Hinweis: Wenn ihr noch keine voreinstellbaren Heizkörperventile installiert habt, wird von den Ventilherstellern empfohlen, bei der Auswahl darauf zu achten, dass der Kvs-Wert eines Heizkörperventils gering ist und dem errechneten errechneten Kv-Wert nahe kommt. Ziel ist es somit eine größere Voreinstellung zu erreichen.

Beispiel: \dot V=50l/h, \Delta p = 50mbar, xp=1K, Kv=0,224

Ventil: Danfoss RA-N 10 – Voreinstellung: 5 (max. 7)
Ventil: Danfoss RA-UN 10 – Voreinstellung: 6 (max. 7)

In diesem Fall lautet die Empfehlung, sich für das Ventil RA-UN 10 zu entscheiden.

Voreinstellungen für Beispielgebäude

Danfoss – Einbauventil RA Serie 3 mit Voreinstellung

Da sich in unserem Beispielgebäude überwiegend Heizkörperventile der Firma Danfoss befinden, beginnen wir mit diesem Fabrikathersteller. Als Beispiel nehmen wir einen Heizkörper mit voreinstellbarem Heizkörperventil aus dem Wohnzimmer (siehe Abbildung 5). Es handelt sich dabei um einen Ventilheizkörper mit integriertem Heizkörperventil RA der Serie „3“ N mit roter Voreinstellkrone. In vereinzelten Heizkörpern ist auch das Heizkörperventil RA der Serie „3“ U mit gelber Voreinstellkrone (für geringe Volumenströme) verbaut.

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Zur Ermittlung der Einstellwerte arbeiten wir mit dem Datenblatt der Firma Danfoss für das Danfoss Ventil – Serie „3“ mit Voreinstellung. Das Datenblatt findet ihr hier: Datenblatt: Einbauventil Serie 3 mit Voreinstellung.
Danfoss Ventil - Serie "3" RA-N mit Voreinstellung

Abbildung 5: Danfoss Ventil – Serie „3“ RA-N mit Voreinstellung

Zunächst öffnen wir das Datenblatt für unser Ventil und finden auf Seite 1 die Kv-Werte für die jeweiligen Voreinstellungen. Für das Einbauventil RA-N mit xp=1K ergeben sich folgende Kv-Werte:

  • Voreinstellung 1: Kv=0,11
  • Voreinstellung 2: Kv=0,15
  • Voreinstellung 3: Kv=0,20
  • Voreinstellung 4: Kv=0,25
  • Voreinstellung 5: Kv=0,31
  • Voreinstellung 6: Kv=0,37
  • Voreinstellung 7: Kv=0,44
  • Voreinstellung N: Kv=0,57
  • Voreinstellung N-Kvs: Kvs=1,05

Der Kv-Wert für unseren Beispielheizkörper aus dem Wohnzimmer beträgt Kv=0,176 und ist \le 0,20 und > 0,15. Somit hat das Heizkörperventil im Wohnzimmer eine Voreinstellung von 3.

Bei unserem Einbauventil Serie „3“ RA-N und RA-U der Firma Danfoss kann man die Einstellwerte ohne Spezialwerkzeug einstellen. Dazu dreht ihr die Voreinstellung einfach auf die Einstellmarkierung am Heizkörperventil und erhaltet somit eure Voreinstellung (siehe Abbildung 6).

Voreinstellung Danfoss RA-N Heizkoerperventil

Abbildung 6: Voreinstellung für das Danfoss RA-N Heizkörperventil

Danfoss – voreinstellbares Ventilgehäuse Typ RA-N

Der Badheizkörper im Obergeschoss besitzt ein voreinstellbares Eckventil des Typen RA-N der Firma Danfoss. Da es sich bei dem Badheizkörper um einen Kompaktheizkörper handelt, ist das Ventil nicht im Heizkörper integriert. Daher ist es notwendig zu wissen, welche Anschlussnennweite (DN) der Heizkörper hat. In unserem Fall ist die Anschlussnennweite DN10 = 3/8″ (Zoll) = 17,2mm (Außendurchmesser).

Der Badheizkörper besitzt demzufolge laut Datenblatt ein voreinstellbares Ventilgehäuse „RA-N 10“. Um nun die Voreinstellung zu ermitteln gehen wir in das Datenblatt des Heizkörperventils Typ RA-N auf Seite 2 und suchen den Kv-Wert für das RA-N 10. Hier sehen wir, dass unser Kv-Wert von Kv=0,079 beim RA-N 10, xp=1K einer Voreinstellung von 2 entspricht.

Bei dem voreinstellbaren Heizkörperventil Typ RA-N 10 der Firma Danfoss ist ebenfalls kein Spezialwerkzeug für die Voreinstellung nötig. Eine Anleitung zur Voreinstellung findet ihr im Datenblatt des Heizkörperventils Typ RA-N auf Seite 3.

Oventrop – voreinstellbares Heizkörperventil AV6

Die Fußbodenerwärmung mit der Oventrop Einzelraumregelung und Rücklauftemperaturbegrenzung („Unibox vario“ mit dem Thermostat „Uni RTLH“) besitzt das voreinstellbare Heizkörperventil AV6. Um den Voreinstellwert für das Heizkörperventil zu ermitteln, gehen wir in das Datenblatt der „Oventrop „Unibox“ Einzelraumregelung und Rücklauftemperaturbegrenzung in Flächenheizungen“ auf Seite 4.

Da es sich um eine Fußbodenerwärmung handelt, gibt es keine Kv-Werte. Dennoch können wir mit unserem berechneten Volumenstrom die Voreinstellung aus dem Druckverlustdiagramm ablesen (siehe Abbildung 7). Unser Volumenstrom für die Fußbodenerwärmung beträgt \dot V= 26,23l/h (siehe Abbildung 4).

Oventrop AV6 Voreinstellung Unibox

Abbildung 7: Oventrop AV6 Voreinstellung Unibox, Quelle: Oventrop Datenblatt

Die Voreinstellung für das Heizkörperventil AV6 der Firma Oventrop bei \Delta p=50mbar, xp=4K und einem Volumenstrom von \dot V= 26,23l/h entspricht der Stufe 2.

Für die Voreinstellung des Oventrop AV6 wird ein Spezialschlüssel benötigt.

Übersicht der Voreinstellungen fürs Beispielgebäude

In Abbildung 8 seht ihr die Übersicht der verbauten Heizkörperventile und deren Voreinstellungen für unser Beispielgebäude.

Beispielgebäude - Einstellwerte für Heizkörperventile

Abbildung 8: Beispielgebäude – Einstellwerte für Heizkörperventile

Update 03.02.2014:
Der Kv-Wert für den Heizkörper 11 im Gästezimmer (Raum 10) ist nicht in Abbildung 8 eingezeichnet: Kv-Wert Kv=0,129, Ventiltyp E3 RA-U, Voreinstellung: 2.

Fazit

Mit den nun vorhandenen Daten können wir die Voreinstellung der Heizkörperventile vornehmen. Durch die Voreinstellung der Heizkörperventile haben wir einen wichtigen Schritt zur Optimierung des Fließverhaltens in unserem Heizungssystem getan. Dennoch ist der hydraulische Abgleich noch nicht abgeschlossen.

Wichtig: Den Schritt der Voreinstellung könnt ihr nur vornehmen, wenn in euren Heizkörpern voreinstellbare Heizkörperventile installiert sind. Sollte dies nicht der Fall sein, ist es notwendig einen Fachmann einzuschalten, der euch voreinstellbare Heizkörperventile einbaut. Hier kann es sein, dass nur der Einsatz getauscht werden muss oder das gesamte Ventil.

Wenn ihr keinen Fachbetrieb in eurer Nähe kennt, könnt ihr unter dem folgenden Link kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von Fachfirmen aus eurer Region anfordern: Heizungsfachbetriebe finden.

Im ersten Schritt der Serie „hydraulischen Abgleich selber machen“ habe ich geschrieben, dass in größeren Gebäuden der Einsatz von Differenzdruckreglern zu empfehlen ist. Da wir jedoch ein relativ überschauliches Gebäude und eine elektronisch geregelte Pumpe der Energieeffizientklasse A im Einsatz haben, verzichten wir auf den Einsatz von Differenzdruckreglern.

Daher können wir im nächsten Schritt der Serie „Hydraulischen Abgleich selber machen“ die Parameter für unsere Heizungspumpe bestimmen. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, nutzt die Kommentarfunktion.

Übersicht zur Serie “Hydraulischen Abgleich selber machen”:

Zugehörige Beiträge außerhalb der Beispielserie:

WICHTIG: Bevor ihr mit der Durchführung des hydraulischen Abgleichs beginnt, weise ich euch darauf hin, dass die hier geschilderten Arbeitsweisen auf meinen persönlichen Erfahrungen und Gedankengängen basieren. Das Ausprobieren und das Implementieren der beschriebenen Vorgehensweisen erfolgt ausschließlich auf eigene Verantwortung und Gefahr. Ich übernehme keine Verantwortung. Weiterhin empfehle ich euch die berechneten Werte immer von einem Fachhandwerker oder einem Ingenieurbüro prüfen zu lassen. Denn auch wenn der hier beschriebene Weg einfach erscheint, können sich immer wieder Rechenfehler einschleichen.

Wie viel kostet Dich ein professioneller hydraulischer Abgleich?

Martin Schlobach - Handwerker findenMein Tipp:
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Liebe Grüße! Euer Martin

Weiterführend Links und Quellen:
Datenblatt: Oventrop Heizkörperventil AV6
Datenblatt: Oventrop „Unibox“ Einzelraumregelung und Rücklauftemperaturbegrenzung in Flächenheizungen“
Datenblatt: Danfoss Einbauventil Serie 3 mit Voreinstellung RA-N/ RA-U
Datenblatt: Danfoss  voreinstellbares Ventilgehäuse Typ RA-N
Danfoss – Hydraulischer Abgleich leicht gemacht
Wikipedia – Nennweite
Der KV-Wert – hydraulischer-abgleich.de
Die Ventilautorität – hydraulischer-abgleich.de


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43 Kommentare/Fügen deinen eigenen Kommentar hinzu

  1. Willi Teichmann G+ / Antworten ¬

    Guten Abend,

    danke für Ihren Einsatz und Ihr Wissen in der Haustechnik, durch Social Media haben wir eine Gründerzeitstimmung zu Anfang des 21. Jahrhunderts, so wie vor hundert Jahren.
    Wir sind erfahrene Leute in der europäischen Bauwirtschaft und ich füge Sie gerne bei mir auf G plus hinzu.
    Weiterhin gutes Gelingen,

    Willi Teichmann, Projektentwickler , Berlin

    blog. euvermoegen. de

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Sehr geehrter Herr Teichmann,

      vielen Dank für ihren Kommentar und ihr positives Feedback. Sie können mich sehr gerne bei G+ hinzufügen. Ich wünsche ihnen noch viel Erfolg mit ihrem Blog.

      Liebe Grüße! Martin Schlobach

  2. Tycho / Antworten ¬

    Hallo Herr Schlobach,

    beeindruckend, einen hydraulischen Abgleich so hautnah mitzuerleben. Allerdings bin ich der Meinung, dass das Verfahren zu ungenau ist. Bei einem Neubau, eine wirklich kompetente Fachfirma vorausgesetzt(!), ist es eventuell möglich, brauchbare Ergebnisse zu erziehlen (ich habe hier allerdings nur negative Erfahrungen gesammelt). Bei einem Bestandsbau ist es, wie Sie schon schreiben, „etwas schwieriger“, weil z.T. alle Unterlagen fehlen, das verbaute System, abgesehen von sichtbaren Teilen, nicht zugänglich ist, und man keine Messungen der Flüsse durchführen kann, ohne das System zu modifizieren.
    Die einzigen zugänglichen Messgrößen sind die Rohrnennweiten, Heizflächen und Maße der Heizkörper. Spezifischer Wärmebedarf, spezifische Raumheizlast, Berechnung der Heizkörper, Voreinstellung der Ventile, Kv-Werte usw. sind entweder fehlerbehaftete Berechnungen (Fehlerfortpflanzung) bzw. sehr grob vorgegebene Richtwerte (siehe spez. Wärmebedarf), welche den individuellen Bau (Verglasung, Mauerstärke, Dämmstärke, evtl. Kältebrücken, Jalousiekästen u.ä.) oder anomale Systemabweichungen (Ablagerungen in Rohren, nicht sichtbar defekte Ventile, Rohrknicke u.ä.)gar nicht berücksichtigen.

    Nun, das Ziel ist, wie Sie richtig schreiben, möglichst große Spreizung herzustellen, bzw. die Rücklauftemperatur möglichst niedrig zu wählen, damit die Therme am wirtschaftlichsten arbeitet. Dies kann meiner Meinung nach viel einfacher erreicht werden, durch gleichzeitige Messung der Rücklauftemperaturen aller Kreise und deren Einstellung auf einen gleichen, gemeinsamen Wert, welcher dann durch Heizkurve abgesenkt werden kann. Dieser auf Messung basierender Ansatz ist nichtinvasiv und berücksichtigt prinzipbedingt alle oben genannten Aspekte eines individuellen Baus. Das Verfahren berücksichtigt nur ungenau den gewünschten Wärmebedarf in einzelnen Räumen, sondern ist strikt auf Gesamteffizienz der Heizanlage ausgelegt. Individualwünsche für einzelne Räume müssen dann über Raumthermostate realisiert werden. Einziger Nachteil ist zeitlich etwas längere Einregulierung, da Gleichgewichtszustände vermessen und eingestellt werden müssen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Tycho

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Herr Tycho,

      ich gebe Ihnen vollkommen Recht. Der vereinfachte hydraulische Abgleich in Bestandsgebäuden basiert auf sehr vielen Annahmen und ist nicht so genau wie auf der Grundlage einer detaillierten Rohrnetz- und Heizlastberechnung.

      Dennoch habe ich mit dem vereinfachten Rechenverfahren sehr positive Erfahrungen gemacht und kann sagen, dass dieses Verfahren 80% gegenüber einem komplexen und aufwendigen Verfahren abdeckt. In einem Bestandsgebäude der Baualtersklasse 1950 und einer Größe von ca. 2000 m² konnte ich mit dem vereinfachten hydraulischen Abgleich 13 % an Wärmeenergie einsparen. Dieses Energieeinsparpotenzial hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen.

      Ihr Vorgang über die Rücklauftemperaturmessung hört sich sehr interessant an. Ich habe damit noch keine Erfahrung gemacht, habe aber über die Bajorath-Regelung, welche ebenfalls die Rücklauftemperatur berücksichtigt, nur gutes gehört. Dennoch setzt auch diese Regelung ein hydraulisch abgeglichenes System voraus.

      Können sie mir vielleicht ein paar Fachartikel oder Links zu ihrem Verfahren senden? Ich würde mich gerne etwas näher damit auseinander setzten.

      Liebe Grüße! Martin Schlobach

  3. Tycho / Antworten ¬

    Für Laien
    http://www.bosy-online.de/hydraulischer_Abgleich/HydraulischerAbgleich.pdf
    (wobei man viel effektiver einregeln könnte, wenn man nicht ein Infrarot-Thermometer benutzt, sondern hochauflösende, parallel aufnehmende Messköpfe an allen Rückflüssen anbringt, mit entsprechender Auswertsoftware.)

    Für Fortgeschrittene
    http://www.energieverbraucher.de/files_db/1267809476_3392__12.pdf

    Kritik
    http://www.haustechnikdialog.de/Forum/t/1532/Hydraulischer-Abgleich-von-Fussbodenheizungen?page=2

    Wobei ich die Kritik nur zum Teil nachvollziehen kann, und zwar wenn man die Bedürfnisse in einzelnen Räumen höher priorisiert, als Gesamteffizienz.
    Ansonsten: „Niedrige Rücklauftemperaturen durch einen hydraulischen Abgleich sind also zwingende Voraussetzung für die effiziente Nutzung der Brennwerttechnik.“
    (Zitat aus: http://www.meine-heizung.de/rund-um-die-heizung/brennwerttechnik/funktion-brennwerttechnik/)

    Grüße
    Tycho

  4. Tobias Vallender / Antworten ¬

    Hallo Herr Schlobach,

    vielen Dank für Ihre Erläuterungen zum Thema Thermostatventil.

    Ich habe Anmerkungen und Fragen zum Beitrag: „Hub“ eines Thermostatkopfes.
    Bei einem Sollwert von 20°C und xp=1K ist das Ventil bei 21°C komplett geschlossen, und bei 20°C hat das Ventil einen kv-Wert laut Herstellerangaben (z.B.: AV6 (VE6) (1K) 0,32m³/h).
    Zwischenwerte können linear interpoliert werden (z.B.: 20,5°C -> 0,16m³/h).
    Wenn die Ist-Temperatur unter den Sollwert sinkt, öffnet sich das Ventil weiter.
    Bei einem Thermostatkopf mit einer Regelabweichung von 1 K und einer Soll-Temperatur von 20°C sinkt die Ist-Temperatur bis auf 19°C bevor der Schließvorgang des Ventils startet.
    Der Regelbereich beträgt dann 2 K: 21°C < Soll-Temperatur < 19°C, also 2 K.
    Ist das Regelverhalten so korrekt beschrieben?

    Mit freundlichem Gruß
    Tobias Vallender

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Herr Valender,

      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Das Regelverhalten haben Sie richtig beschrieben und sie haben mich auf einen kleinen Fehler in meinem Beitrag aufmerksam gemacht. Wenn die Ist-Temperatur unter den Sollwert sinkt, öffnet sich das Ventil nicht weiter, da der Hub den gewünschten Durchfluss bei beispielsweise 20 °C beschreibt. Das bedeutet bei Xp = 2K ist das Ventil bei 22 °C und xp = 1K bei 21 °C geschlossen.

      Noch einmal vielen Dank für den Hinweis. Ich habe die Beschreibung im Beitrag für den Hub angepasst.

      Mit freundlichen Grüßen.

      Martin Schlobach

  5. Schno / Antworten ¬

    Hallo Herr Schlobach,

    vielen Dank für Ihre hilfreichen Seiten! Ich bin interessierter Laie und habe in meinem selbstbewohnten Zweifamilienhaus die Hydraulik meiner Heizung (Heizkörper) verbessern können. Dazu habe ich nur mit den Temperaturen gearbeitet die man mit einem Infrarotthermometer an jedem Heizkörper schön messen kann. Das ist natürlich nicht so perfekt wie ein berechneter hydraulischer Abgleich (dazu fehlt mir das Wissen), aber erfüllt auch seinen Zweck. (Ich schreibe am Ende wie ich vorgegangen bin, evtl. interessiert es jemanden.)

    Zu den errechneten Voreinstellungen ihres Beispielgebäudes (Abb. 8) habe ich aber zwei Anmerkungen:
    1. Nach dem Abgleich sollte meiner Ansicht nach mindestens ein Heizkörper gänzlich ungedrosselt bleiben, ansonsten wäre die Leistung der Pumpe zu reduzieren (Stromeinsparung).
    2. Ich selbst stelle keine Voreinstellung unterhalb von Stufe 3 (Danfoss) ein, sondern drossle bei Bedarf zusätzlich an der Rücklaufverschraubung. Den Grund erkennt man sehr schön an Abb. 2. Der durchflossene Querschnitt ist ansonsten so gering, dass ein winziger Fremdkörper genügt um das Ventil zu verstopfen.

    Hydraulischer Abgleich für Dummys:

    1. Man benötigt ein Infrarotthermometer (ca. 20 – 40 EUR). Durchführung bei Außentemperaturen zwischen -5 und + 5 Grad.
    2. Die Gesamtdurchflussmenge festlegen (bei mir für 18 kw Heizlast -> 14 l/min) und an der Pumpe/am Durchflussmesser einstellen. Dazu alle Thermostatventile voll auf. (Wenn kein Durchflussmesser vorhanden, einfach pauschal die Pumpenleistung reduzieren.)
    3. Die Temperaturspreizung an den Heizkörpern messen. Dazu mit dem Thermometer 10 cm vom Rand entfernt messen, einmal da wo das Wasser reingeht (oben im Eck) und da wo es rauskommt (unten im Eck).
    4. Die Spreizung sollte 10 – 15 Grad betragen. Wenn ALLE Heizkörper unter 8 Grad liegen -> Pumpenleistung reduzieren. Ansonsten die betroffenen Heizkörper drosseln über Voreinstellung und/oder Rücklaufverschraubung. Mehrere Heizkörper im gleichen Raum müssen die gleiche Rücklauftemperatur haben.
    5. Schritte 3 + 4 zu anderen Zeitpunkten im Winter gelegentlich wiederholen. Die Spreizung eines Heizkörpers darf zu keinem Zeitpunkt unter 5 Grad liegen.

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Vielen Dank für diesen hilfreichen Beitrag! Diese Hinweise werde dem ein oder anderen Leser mit Sicherheit helfen.

      Liebe Grüße! Martin Schlobach

  6. Gbtex / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    wo kommt denn eigentlich bei der Beispielrechnung Heizkörper Nr. 1 – Vorraum die 0,05 bar für deltap her ? Werden die für alle Heizkörper pauschal angenommen ?

    Welchen Einfluß hat das Rohrleitungsnetz ? Dort hat man ja auch Druchabfall. Kann man es vernachlässigen ? Schön wäre ja mal eine Beispielrechnung für z.b. 10 Meter 22er Rohr mit nem T-Stück oder nem Winkel.

    Viele Grüße
    Gbtec

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Gbtex,

      vielen Dank für deinen Kommentar. In der Beispielrechnung für den vereinfachten hydraulischen Abgleich habe ich pauschal mit einem Druckverlust von 50mbar über jedem Heizkörperventil gerechnet. Diese Annahme habe ich im Vorhinein getroffen. Du kannst natürlich auch mit einer anderen Druckdifferenz rechnen. Welchen Einfluss einen höhere oder niedrigere Druckdifferenz hat, kannst du unter Punkt 1.1.1 „Beispielrechnung Kv-Wert mit unterschiedlichem Differenzdruck“ sehen.

      Bei der Ermittlung der Voreinstellwerte für die Heizkörper wird im vereinfachten Berechnungsverfahren der Druckverlust im Rohrnetz nicht betrachtet. Der Druckverlust im Rohrnetz rückt bei der Auslegung der Heizungspumpe wieder näher in den Fokus. Hier gibt es in der Berechnung verschiedene Zuschlagsfaktoren für Armaturen und Formstücke, welche einen Widerstand im Heizungssystem darstellen und dadurch berücksichtigt werden. Dazu empfehle ich dir meinen Beitrag Auslegung einer Heizungspumpe mit Beispielrechnung.

      Ich hoffe ich konnte dir damit weiterhelfen.

      Liebe Grüße! Martin

  7. Albert / Antworten ¬

    Hallo Martin,
    habe schon sehr viel von dieser Seite gelesen und es hat mir bei der Optimierung meiner Anlage sehr geholfen. In einem anderen Haus möchte ich jetzt Heimeier Ventile gegen Danfoss Ventile umtauschen (Unterteil und Oberteil). Kann ich die Einstellung der Heimeier Ventile auf die Danfoss Ventile übertragen? Die Heimeier Ventile haben Zahlen von 1 – 6 auf dem Einstellring.
    Vielen Dank für die Hilfe und die tolle Seite hier.
    Albert

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Albert,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Deine Frage kann man klar mit einem „Nein“ beantworten. Du musst die Voreinstellung der Heimeier Ventile mit Hilfe der berechneten Volumenströme neu ermitteln.

      Welche Voreinstellung bei welchen Volumenstrom Anwendung findet, steht in der Dokumentation der jeweiligen Ventile von Heimeier. Diese findest du unter dem folgenden Link: Thermostat-Köpfe und Heizkörper-Ventile von TA Heimeier

      Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.

      Liebe Grüße! Martin

  8. Katja / Antworten ¬

    Oh je .. das ist ja mal eine wirklich gut aufgearbeitete Erläuterung. Aber die Berechnung der Heizleistung bzw.des jeweiligen Raumes …. da qualmt mir der Kopf. … geht das noch mal für eine durchschnittliche Hausbesitzerin zu erklären?

  9. Katja / Antworten ¬

    Also vielleicht noch mal zur Erläuterung: ich lebe mit meinen Kindern in einem EFH (Baujahr 1936). Saniert wurde es 2012. Neue Fenster, Fassadendämmung, Dachboden Ausbau inkl. Einbau von Heizkörpern im OG., Dachdämmung, zwei kleine Bäder mit Fußbodenheizung per RTL)
    Für eine neue Heizungsanlage hat es nicht gereicht. Aber der Schornsteinfeger sagt, die Anlage hat noch sehr gute Werte. Der Einbau einer Brennwerttherme lohne noch nicht (solange die alte Anlage – 1994) noch nicht defekt ist.
    Nun möchte ich natürlich auch das Optimum an Heizleistung erzielen. Mein Heizungsbauer winkt beim Thema hydraulischer Abgleich immer ab und sagt das sei „nonsens“ … würde mich somit auch gern selbst ans Werk machen aber fühle mich bei der Berechnung echt überfordert. … da bin ich wohl eher die Handwerkerin … kann ich den Stoff noch mal irgendwie vereinfacht bekommen?.?

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Katja,

      vielen Dank für deine Kommentare. Alternativ kannst du auf sogenannte Rechenschieber zurückgreifen. Diese benötigen aber auch ein paar Berechnungsgrundlagen von dir. Die Rechenschieber kannst du in der Regel kostenlos bei den jeweiligen Herstellern bestellen. Dazu empfehle ich dir folgende:

      Heizlastberechnung und Hydraulischer Abgleich: Datenschieber Heizlastberechnung von Honeywell
      Hydraulischer Abgleich: Datenschieber „Hydraulischer Abgleich“ von Oventrop oder die Onlinedatenscheibe „Hydraulischer Abgleich“ von Danfoss

      Wenn dein Heizungsbauer wirklich gesagt hat, dass ein hydraulischer Abgleich „Nonsens“ ist, spricht das für wenig Fachkompetenz. Hier würde ich dir empfehlen den Rat eines weiteren Heizungsbauers einzuholen

      Weiterhin wird nach der Gebäudesanierung die Gesamtheizlast deines Gebäudes mit Sicherheit gesunken sein. Dein alter Heizkessel kann daher überdimensioniert sein, was zu einem unnötigen Mehrverbrauch führen kann. Ein Heizkesseltausch könnte also auch zu einer Verbrauchsreduzierung führen.

      Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen und wünsche dir viel Erfolg bei deinem hydraulischen Abgleich.

      Liebe Grüße! Martin

  10. Jelic Miroslav / Antworten ¬

    Hallo Herr Schlobach,
    ich wende mich an Sie, da ich ein Problem mit dem Heizkörper habe, welches der Heizungsmonteur nicht lösen kann.
    nach der Kinderzimmerumbau (Bau einer Gaube) wurde ein Heizkörper verlegt auf die andere Zimmerseite , ca 3,5 m enfernt vom alten Ort, er wurde durch ein modernes Flachheizkörper ersetzt 1,4 x 0,6 m groß. Das neue Heizkörper wird nur im oberen Bereich warm-heiss, wo Vorlauf überwiegend kommt. Heizkörper ist etliche male entlüftet, auch über Vorlauf und Rücklaufrohr, wenn dass über Rücklaufanschluss passiert wird ganzes Heizkörper heiss, wenn über Vorlau nur die obere Hälfte.
    Es liegt eine Vermutung seitens des Heizungsmonteur vor, dass es zum Bypass kommt, aufgrund der 3 m Entfernung vom Hauptrohr, sodass warmes Wasser vorbei fliesst , obwohl ich auch die Pumpe im Heizsystem hoch gestellt habe. An manchen Tagen ist Heizkörper komplet kalt, wenn ich Vor und Rüclauf über Entlüftungsventil spüle wird wieder warm. Das würde für Bypass sprechen. ich verstehe aber nicht warum untere Heizkörperhälfte nie heiss wird , im Heizkörper ist scheinbar ein Ventil eingebaut welche Fluss nur in eine Richtung favorisiert, ich habe das bei ausgebauten Heizkörper festgestellt, wenn ich durch Vorlaufanschluss puste geht die Luft leicht, wenn ich versuche durch Rücklaufanschluss zu pusten wird schwer. Ist es so bei allen Heizkörper, ist diese Ventil Grund dass etwas schlechter Wasser dadurch fliesst ? Ich habe diese Aktion bei augebautem Termostatventil durchgeführt, war nur ein Stopsel darauf.
    Habe sie eine Idee worum es sich handelt?
    Bei mir handelt es sich möglicherweise um Einstrang-Verlegung der Heizungsröhren, weiss ich aber nicht genau.
    mit freundlichem Gruß
    Dr M. Jelic

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Herr Jelic, vielen Dank für Ihre Frage. Hier scheint eine Ferndiagnose jedoch etwas schwierig. Es wäre zunächst wichtig herauszufinden, ob es sich um eine Einrohr- oder um eine Zweirohrheizung handelt. Vielleicht können Sie hierzu noch etwas schreiben. Gab es vom Heizungsbauer einen Lösungsvorschlag für das Problem oder ist der Heizungsmonteur, der einen Bypass vermutet nicht derselbe, der die neue Heizung eingebaut hat?
      Liebe Grüße! Martin Schlobach

  11. junus / Antworten ¬

    Guten Tag Herr Schlobach

    Vor einigen Monaten wurde in unserem Haus (Einfamilienhaus) eine neue Heizung (Viessmann Vitodens 300W)eingebaut. Die Heizungsfirma hat einen Fehler gemacht, der dazu führt, dass der gesamte Wasserkreislauf in den Heizkörpern verkehrt herum läuft. Sie werden das jetzt noch korrigieren. Unsere Frage: Hat die Anlage bereits Schaden genommen dadurch dass monatelang der Wasserkreislauf die umgekehrte Richtung genommen hat? z.B. gehen da nicht die Ventile an den Heizkörpern kaputt? Danke für eine Antwort

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Junus,

      Es gibt dafür natürlich keine Garantie, aber normalerweise sollte dabei nichts kaputt gehen. Ich habe schon Heizungssysteme gesehen, bei denen man erst nach vielen Jahren festgestellt hat, dass Vor- und Rücklauf vertauscht wurden. Glücklicherweise haben diese Anlagen keinen Schaden davon getragen. Sollte dennoch etwas kaputt sein, müsste der Heizungsbauer das in Ordnung bringen.

      Liebe Grüße! Martin

  12. Niko / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    kompliment für deine tolle Seite und das gut zusammen gefasste Fachwissen. Ich konnte schon viel lesen und lernen auf deiner Seite.

    Da wir ein neues Haus erworben haben, habe ich mich in den letzten Monaten intensiver mit dem Thema Heizungstechnik befasst. Beruflich mach ich jedoch etwas ganz anderes.

    Eine Frage zur Voreinstellung der Heizkörperventile. Soweit ich das Thema „hydraulischer Abgleich“ verstanden habe, geht es dabei um die Optimierung der anteiligen Volumenströme der verschiedenen Heizkörper.

    Mal folgendes, theoretisches Beispiel:
    Eine Heizungsanlage besteht aus 10 Heizkörpern, die alle die gleiche Leistung haben und die alle eine gleich lange Vor- & Rücklaufleitung haben und die alle in gleich großen Räumen mit den gleichen Heizlasten aufgestellt sind und alle in der gleichen Höhe angebracht sind. Dann wäre es in dieser Heizungsanlage doch egal, ob alle Ventile auf 3, 5, oder 7 Voreingestellt sind. Solange alle auf den gleichen Wert voreingestellt sind, werden ja auch alle gleich stark durchströmt. Wie stark sie durchströmt werden hängt dann nur noch von der eingestellten Pumpenleistung ab. Nach deinem Berechnungsverfahren käme aber ein bestimmter Voreinstellwert heraus.

    Meines Erachtens ist jedoch anzustreben, die Umwälzpumpe mit einer so niedrig wie möglichen, aber noch ausreichenden Leistung zu betreiben. Vor diesem Hintergrund fände ich es sinnvoller, die Voreinstellung der Heizkörperventile so auszulegen, daß der Heizkörper, für den sich der größte erforderliche Durchfluss ergibt, auf den größten Wert, daher auf 7 eingestellt wird. Alle anderen Voreinstellungen sollten sich dann an diesem Referenzheizkörper orientieren und entsprechend auf geringere Werte eingestellt werden.

    Mir ist dieser Gedanke beim Blick auf die obige Tabelle gekommen. In deinem Beispiel ergibt es sich so, daß nur ein Heizkörper auf 4 eingestellt wird. Die anderen sogar nur auf Werte zwischen 1 bis 3. Daher sind alle Ventile stark bzw. sehr stark gedrosselt und die Pumpe pumpt gegen unnötige Ventilwiderstände.

    Meines Erachtens wäre es daher in deiner Beispieltabelle sinnvoll, die Voreinstellungen der Thermostatventile so „hinzurechnen“, daß das Flur-Ventil auf die größte vorhandene Voreinstellung eingestellt wird und alle anderen entsprechend angepasst auch höher. Dann sollten die relativen Durchflussmengen auch stimmen und die Umwälzpumpe kann auf eine niedrigere Leistung eingestellt werden.

    Oder habe ich da jetzt einen groben Denkfehler drin.

    Eventuell kann man das mit dem „hinrechnen“ dadurch hinbekommen, indem man von anderen Druckverlusten ausgeht? Oder ist dies Unsinn?

    Ich bin gespannt, was zu von meinen Vorschlägen hältst.

    Gruß, Niko

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Niko,

      vielen Dank für deinen Kommentar und der Darstellung deiner Idee. Bei deinem Beispiel hast du vollkommen Recht. Alle Heizkörper hätten die gleiche Voreinstellung, da die Voreinstellung anhand der Heizkörperleistung/ Raumheizlast und dem Volumenstrom bemessen wird. Dies setzt auch voraus, dass alle Heizkörper die gleichen Heizkörperventile eingebaut haben. In meinem Beispiel hat der Heizkörper im Flur ein Heizkörperventil für einen relativ geringen Durchfluss und daher eine vergleichsweise hohe Einstellung. Das Ventil im Flur (Danfoss RA-U) und dessen Voreinstellung (4) ist also nicht mit dem Ventil im Wohnzimmer (RA-N, Voreinstellung 3) vergleichbar. Die Idee, dass alle Heizkörper die gleichen Vorlauf- und Rücklaufleitungslängen haben, spiegelt sich ähnlich im Tichelmannsystem wieder, über das ich bald einen Beitrag schreiben werde.

      Weiterhin hast du auch damit Recht, dass die Leistung der Umwälzpumpe gering sein soll. Moderne elektronisch geregelte Heizungspumpen können auf veränderte Druckverhältnisse im System reagieren. Wenn beispielsweise ein Thermostatkopf bei zu hoher Raumtemperatur ein Ventil schließt, merkt die Umwälzpumpe den Widerstand und passt den Gesamtvolumenstrom an. Gleichfalls reagiert die Umwälzpumpe, wenn ein Ventil an anderer Stelle geöffnet wird. Die Anpassung der Pumpenleistung spielt also bei passender Auslegung eine untergeordnete Rolle.

      Deine Theorie mit der Voreinstellung ist nicht ganz korrekt, da es nicht „einen“ Heizkörper mit dem „größten“ Durchfluss gibt. Die Heizkörper im Wohnzimmer und im Büro haben in meinem Beispiel annähernd den gleichen Volumenstrom, die gleiche Voreinstellung, jedoch unterschiedliche Heizkörperleistungen. Im Wohnzimmer wäre jeder Heizkörper bei 22 °C in der Lage 1501 W zu leisten – benötigt werden jedoch nur 915 W je Heizkörper. Der Heizkörper im Büro kann bei 22 °C theoretisch nur 819 W leisten bei benötigten 990 W. Mit einer Raumtemperatur von 18 °C erreiche ich im Büro eine Heizkörperleistung von 924 W. Würde ich den Heizkörper im Büro als Referenzraum nehmen, wären die Heizkörper im Wohnzimmer unterversorgt. Eine höhere Voreinstellung im Büro würde ebenfalls nichts bringen, da der Heizkörper bautechnisch nicht in der Lage ist, eine höhere Leistung zu liefern.

      Ich würde aus den genannten Gründen davon abraten „einen“ Heizkörper als Referenzheizkörper zu nehmen und daran die Voreinstellung der anderen Heizkörper abzuleiten. Die Voreinstellung bezieht sich auf die benötigte Leistung sowie dem daraus resultierenden Volumenstrom. Diese Faktoren sind von Heizkörper zu Heizkörper individuell zu betrachten, um einen hydraulischen Abgleich hinreichend genau durchzuführen.

      Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.
      Liebe Grüße! Martin

  13. Robert Nikodem / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    danke für deine ausführliche Antwort. Ja, du hast vollkommen recht mit deinen Einwänden.

    Ich hatte in meinen Überlegungen vor allem nicht berücksichtigt, daß die Räume nicht alle für die gleiche Raumtemperatur ausgelegt sind.

    Ich habe inzwischen mit unterstützung deiner Tips und Beschreibungen eine Berechnung der Heizkörpervoreinstellungen mittels Excel-Tabelle durchgeführt und die Voreinstellringe der Heizkörper in unserem Neubau angepaßt.

    Im Anschluß habe ich die Ergebnisse (alle Ventilköpfe abgenommen um alle Ventile voll zu öffnen) kontrolliert. Da in jeder Etage in der Heizungsverteilungsbalken Durchflußmesser vorhanden sind, konnte ich die Berechnungen mit den Ergebnissen gut vergleichen.

    Meine Erfahrungen hierbei:
    – im Erdgeschoss war in allen Heizkörpern der Durchfluß etwas über den berechneten Sollwerten.
    – im 1.Stock lagen die gemessenen Durchflußmengen etwa auf dem Nivau meiner Berechnungen
    – im 2. OG lagen die Durchflußmengen unter den gewünschten Werten, daher unter den berechneten Werten.

    Diese Ergebnisse waren zwar zu erwarten, aber daß die größere Höhe und ie längeren Rohrleitungen sich so stark auswirken würden hätte ich nicht erwartet.

    Als Abhilfe/Korrekturmaßnahme habe ich (Stufenweise) die Durchflußmenge bei den Radiatorventilen im 2.OG erhöht. Selbst in Maximalstellung wurde die errechnete Durchflußmenge nicht ganz erreicht.
    Im zweiten Schritt habe ich die Durchflußmengen bei den Radiatorventilen im EG verringert. Im EG habe ich dabei die Werte an den Danfoss-Voreinstellringen durchschnittlich im 1-2 Stufen verringert und somit die Durchflussmengen auf die errechneten Durchflußwerte reduzieren können.

    Mit dieser Einstellung läuft die Heizung nun seit ca. 2 Wochen und die Wärmeverteilung ist sehr gut/angenehm.

    Wie gesagt: Ich hatte das Glück, daß ich durch die vorhandenen Durchflußmesser in der Verteilerbalken die Ergebnisse kontrollieren konnte. Dadurch wurde mir auch bewußt, wie „ungenau“ die Voreinstellung allein auf Basis der Heizkoörpergröße ist. Sicher: Besser als gar kein hydraulischer Abgleich. Aber die Leitungslänge und Höhenlage im Gebäude hat dann doch noch einen erhebnlichen Einfluß gehabt, den ich rechnerisch nicht berücksichtigen konnte. Letztendlich bin ich 2-3 Stunden durch das Haus gelaufen, hab Durchflußmengen abgelesen und in kleinen Stufen immer weiter angepaßt.

    Nach den vielen Guten Tips auf deiner Seite wollte ich dieses Feedback zu meinen Erfahrungen beim hydraulischen Abgleich hier auch zurück geben.

    Dank und Grüße aus dem winterlichen Allgäu!

    Niko

    PS: Ja, du hast mir sehr geholfen. Ich habe deine klasse Seite bereits weiter empfohlen!

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Niko,

      nochmals vielen Dank für deine Schilderung und Erfahrung die du hier geteilt hast. Das ist wunderbar zu hören! 🙂

      Liebe Grüße! Martin

  14. Matthias / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    vorab: super Seite! Super Beiträge, toll und verständlich erklärt.

    Meine Frage zielt auf die Beispielrechnung mit dem Thema: KV Wert.
    Sind die KV Werte in deiner Berechnung als Orientierung gedacht, um die Ventilautorität zu wahren?
    D.h. ein Strang mit einem Druckverlust von 150 mbar und einen angestrebten KV Wert von 70 mbar ergibt sich eine Ventilautorität von ca. 50%. Oder wie kommen deine Werte zustande?

    Gruß und weiter so ;-))
    Matthias

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Matthias,

      vielen Dank für deinen Kommentar und schön, dass dir meine Beiträge gefallen 🙂 Mit der Beispielrechnung wollte ich zeigen, welchen Einfluss der Druckverlust über einem Ventil, bei gleichem Volumenstrom, auf die Voreinstellung haben kann:

      • Ein Heizkörper mit geringem Differenzdruck über einem Ventil und relativ weit entfernter Platzierung vom Wärmeerzeuger, kann zu einer höheren Voreinstellung führen.
      • Ein Heizkörper mit hohem Differenzdruck über dem Ventil und relativ naher Platzierung zum Wärmeerzeuger, kann zu einer geringeren Voreinstellung führen.

      In der vereinfachten Beispielrechnung habe ich pauschal mit einem Druckverlust von 50mbar über jedem Heizkörperventil gerechnet.

      Liebe Grüße! Martin

  15. Carsten / Antworten ¬

    Hallo Martin!

    Ich habe ein Frage zu den Kv-Werten:
    In meiner Heizungsanlage mit 16 HK sind Ventileinsätze von oventrop (3 Stück) und Heimeier (13 Stück) vorhanden.
    Bei der Berechnung der Kv-Werte (sowohl über die vorhandenen HK-Leistungen als auch über die Raumheizlasten) erhalte ich nun bei 6 Heizkörpern höhere Kv-Werte als die höchste Stufe der Ventileinsätze hergibt.
    Beispiel:
    Ermittelter Kv-Wert: 0,546.
    Heimeier V-exact II: bei Stufe 8: 0,343 (Regeldiffernz 1,0 K).

    Wie kann ich damit umgehen?

    Vielen Dank und freundliche Grüße!

    Carsten

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Carsten,

      vielen Dank für deinen Kommentar und entschuldige bitte die späte Antwort. Kannst du vielleicht die Daten posten mit denen du den KV-Wert ermittelt hast? Also Heizkörperleistung, Temperaturspreizung im System und Differenzdruck? Mir erscheint der ermittelte KV-Wert sehr hoch.

      Liebe Grüße, Martin

      1. Michael / Antworten ¬

        Hallo Martin, ich habe das selbe Problem wie Carsten.

        Folgende Berechnungen habe ich ausgeführt:
        Wohnzimmer, 30,45quadratmeter und einen Wärmebedarf von 60w/qm = Erforderliche Raumheizlast von 1827.
        in dem Raum sind 2 Heizkörper (PKPKKP 33; jeweils 100x40cm) -> Vorhandene Raumheizlast ist damit 2524. -> ausreichend.
        Der Gesamte Volumenstrom wäre 78,561 -> Aufgeteilt auf 2 gleiche Heizkörper = 39,28.

        Differenzverlust? bin ich mir unsicher… Die Heizkörper sind vermutlich ca 15 Rohr-meter von der Heizung entfernt.
        Die Skala von Heimeier gibt bei der größten Öffnung (Stufe 6) einen Verlust von 1,5 aus..
        ???
        Wo liegt mein Fehler?
        Danke für deine erneute Hilfe.
        Viele Grüße
        Michael

        1. Michael / Antworten ¬

          es sei denn.. fällt mir gerade auf.. :
          wenn ich auf die Skala „max. 2,0K“ schaue.. dann liege ich mit 0,5bar Verlust im Bereich 5 (von 6).
          Aber woher weiß ich welche Regeldifferenz ich habe? Auf dem Thermostatkopf habe ich nichts finden können.??

          1. Michael

            Kann ich hier auch was löschen? 😉

            Wenn ich die Formel ausrechne, komme ich auf 0,17566774 und liege damit auch bei „max. 1,0K“ im Bereich 4 (von 6).
            Also scheint wohl doch alles soweit zu passen.

  16. Sybille / Antworten ¬

    Hallo Martin,
    sehr schöne Seite und es freut mich, dass es jemanden gibt, der die Haustechnik verständlich erklären kann! Da ich mich gerade detaillierter mit hydraulischem Abgleich und kv-Werten beschäftige, bin ich zufällig auf Deinen Beitrag gestoßen – sehr gut erklärt das Ganze. Unter „Berechnung der kv-Werte für unser Beispielgebäude“ ist mir ein kleiner Fehler bei der Formel aufgefallen: Im Nenner müssten die 0,05 bar noch durch 1bar geteilt werden, damit die Einheiten passen.
    Viele Grüße und freue mich schon auf Deine nächsten Beiträge!
    Sybille

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Sybille, vielen Dank für diesen tollen Hinweis. Ich bin leider erst jetzt dazu gekommen die Formeln anzupassen.
      Liebe Grüße, Martin

  17. Reinhardt / Antworten ¬

    Guten Tag,

    sehr gut gemachte Seite! Danke sehr.

    Auch ich will das Thema endlich in Angriff nehmen und abarbeiten in einem ca. 20Jahre alten Haus.

    Auf Probleme stoße ich bei den Zehnder-Badheizkörpern, die keine Voreinstellung am Ventil haben.
    Gibt es dafür eine Lösung, die nicht auf den Austausch des ganzen Heizkörpers hinausliefe?
    Der Heizkörper selbst sitzt auf einem vorgefertigten Anschlussmodul, das das Ventil enthält und entsprechend den Thermostatkopf aufnimmt. Darüber wird eine Abdeckung montiert, so daß nur noch der Thermostatkopf zu sehen ist.

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Reinhardt, vielen Dank für deinen Kommentar und entschuldige bitte die späte Antwort. Es gibt sogenannte „Ventileinsätze mit Voreinstellung“ für Zehnder Heizkörper. Diese sollten jedoch von einer Fachfirma eingebaut werden, da hier gegebenenfalls das Wasser aus dem Heizungsnetz entfernt werden muss.
      Liebe Grüße. Martin

  18. Marius Iavorschi / Antworten ¬

    Hallo Herr Schlobach,

    eine interessante Seite. Danke.

    Auch ich stoße auf Probleme bei der Sanierung meines Hauses. Ich habe neue Buderus Vc Heizkörper gekauft mit voreinstellbaren 1k Ventile der Firma Danfoss. Unklar ist es für mich noch ob man auf der Markt überhaubt passende 1k Thermostatköpfe findet.

    Für eine Rückmeldung mit Herstellernahme(n) und Typ bin ich Ihnen sehr dankbar.

    Marius

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Marius,

      ja es gibt passende 1K Thermostatköpfe. In diesem Fall kannst du sogar direkt auf welche von Danfoss zurückgreifen (Danfoss RAW*, Danfoss RA 2000 Serie*). Hier heißt es in den Datenblättern (RA 2000, RAW): „…sind für Planungen
      nach DIN V 4701/10 und AP-Bereich ≤ 1K geeignet (EnEV).“ bzw. „…eignen sich für Planungen nach DIN V 4701/10 und AP-Bereich ≤ 1K (EnEV).“. Eine weitere Alternative sind elektronisch programmierbare Heizkörper, da diese eine noch genauere Regelgüte ermöglichen können.

      Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.
      Liebe Grüße, Martin

  19. Matthias / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    Top erklärt, Super! Eine Frage ist bei mir noch offen: wie verhält sich der KV Wert, wenn die Pumpe auf delta P variabel eingestellt wird? Der max. Differenzdruck müsste sich auf Grund der veränderten Drehzahl (Stichwort delta p1/2 max.) ändern. Also auch somit Einfluss auf den KV Wert haben. Oder fällt dieses nicht ins Gewicht, weil alle Ventile davon gleich betroffen sind?

    Danke vorab!

    Gruß Matthias

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Matthias,

      der variable Differenzdruck in einem Heizungssystem hat auf jeden Fall einen großen Einfluss und der KV-Wert ändert sich mit unterschiedlichen Differenzdrücken. In dem vereinfachten Verfahren rechnet man jedoch mit einem festen Wert von z. Bsp. 100 mbar Druckverlust über einem Ventil. Die hydraulischen Gegebenheiten bilden in diesem Fall den Auslegungsfall oder den „Worst Case“ dar. Der Teillastfall wird in dem vereinfachten Verfahren nicht abgebildet und ist allein mit voreinstellbaren Heizkörperventilen nicht zu bewerkstelligen. Für die weitere Verfeinerung des hydraulischen Abgleichs würden strangweise Differenzdruckregler oder gar voreinstellbare Heizkörperventile mit interner Differenzdruckregelung zum Einsatz kommen. Eine Pumpe mit variablem Differenzdruck kann ebenfalls ihren Beitrag dazu leisten.

      Liebe Grüße, Martin

  20. Robert / Antworten ¬

    Hallo,

    endlich mal eine verständliche Erklärung- DANKE.
    Aber ein Punkt ist mir noch unklar bezüglich der Voreinstellung am Ventil:
    Wer sagt mir, dass bei meinem (gewünschten) Massenstrom und bei der ermittelten Voreinstellung sich auch wirklich der gewünschte Differenzdruck (50mbar) einstellt?

    Beispiel: bei deinen gewählten 30,1l/h und Vorwahlstufe 2 habe ich entlang der senkrechten Achse (Massenstrom 30,1l) einen möglichen Druckverlust- Bereich von MIN 0,045mbar bis MAX 300mbar (=möglicher Wertebereich bei 30,1l/h in Stellung 2).
    Klar, ich kann jetzt sagen ich „wünsche“ mir 50mbar Druckverlust über das Ventil bei 30,1l/h und errechne oder lese mir einen Kv von 1,35 welcher nun im Feld von Stufe 2 liegt. Aber wie gesagt ich verstehe nicht wie die 50mbar dann auch wirklich eingehalten werden (können).

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Robert,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Die hier vorgestellte Methode ist die Grundlage für die hydraulischen Gegebenheiten im Auslegungsfall also Volllastfall. Um einen Voreinstellwert für ein Ventil zu berechnen, wird ein „Wunschdifferenzdruck“ für den Auslegungsfall als Grundlage genommen. Ob dieser am Ende auch erreicht wird, kann dir niemand genau sagen. Dennoch hast du ja für die Auslegung die Ventildaten der Hersteller zur Hand, welche im Durckverlustdiagramm aufgezeigt werden. Diese sollten von den Herstellerfirmen geprüft worden sein, sodass man bei der Auslegung darauf vertrauen muss. 🙂

      Liebe Grüße, Martin.

  21. Wigbert / Antworten ¬

    Hallo in die Diskussionsrunde,
    auch von meiner Seite ein großes Dankeschön für die sehr verständliche Aufbereitung doch recht komplexer Themen.

    Bezüglich des hydraulischen Abgleiches habe ich eine Frage.

    In unserem Haus ist in den meisten Räumen ein Heizkörper (zum kurzzeitigen schnellen Zuheizen in der Übergangszeit) und daran per Rücklauftemperaturbegrenzer eine Fußbodenerwärmung angeschlossen. Voreinstellbare Ventile gibt es derzeit noch nicht.

    Wie fließt denn die Fußbodenerwärmung in die Berechnungen des hydraulischen Abgleiches ein?

    Ein Beispiel dazu:
    Wohnzimmer
    Fläche: 33m²
    ermittelter Wärmebedarf: 1980W

    Heizkörper: PKKP (22) L:3000mm | H:300mm | T:100mm
    ermittelte Heizkörperleistung:2673W

    Fußbodenerwärmung auf 25m² (im Estrich in Spiralform verlegtes kunststoff-ummanteltes Kupferrohr [Durchmesser nicht genau bekannt])
    ermittelte Wärmeleistung (nach Heizflächenarten Recknagel Sprenger S.24) 1896W bei Raumtemperatur 22°C und max. Oberflächentemperatur von 29°C.

    Wird nun als Heizleistung, zur Bestimmung der Dimensionierung der Heizung, alles zusammengezählt, was Wärme erzeugen kann? Im Beispiel 2673W vom Heizkörper und 1896W von der Fußbodenerwärmung?

    Welchen Einfluss hat die einzustellende Durchflussmenge (ermittelt 85,14l/h) auf die Heizleistung der Fußbodenerwärmung?

    Wird die Durchflussmenge nur am Heizkörper oder nur am Rücklauftemperaturbegrenzer oder an beiden eingestellt?

    Falls an beiden, wie erfolgt eine Verteilung/Einstellung der Durchflussmenge?

    In dem für die Erklärungen des hydraulischen Abgleiches genutzten Beispielhaus aus Sachsen ist die Konstellation ja etwas anders (Fußbodenerwärmung in der Küche zughöriger Heizkörper im Fur).

    Für eine Antwort bin ich dankbar.

    Herzliche Grüße
    Wigbert

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Wigbert,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Für den hydraulischen Abgleich teilst du deine Raumlast (Wärmebedarf) auf die beiden Heizflächen auf und berechnest anschließend die Volumenströme. Hier kannst du entscheiden wie du die Aufteilung haben möchtest, da beide Heizflächen in Summe ja den notwendigen Wärmebedarf liefern sollen. Beispiel HK: 1386W (70% des Wärmebedarfs), FB: 594W (30% des Wärmebedarfs). Bei einer angenommenen Spreizung von 20K entspricht dies den folgenden Volumenströmen: HK: 59,6l/h und FB: 25,5l/h, was in Summe deiner Berechnung von 85,1l/h entspricht. Der Wärmebedarf wird also auf beide Heizflächen aufgeteilt und die Durchflussmenge für beide Heizflächen eingestellt, wenn dies möglich ist.

      Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.
      Liebe Grüße, Martin

      PS: Es freut mich, dass du schon so weit gekommen bist! Viel Erfolg mit deinem hydraulischen Abgleich und vielleicht kannst du ja berichten, wie er sich ausgewirkt hat.

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