Auslegung einer Heizungspumpe mit Beispielrechnung

4.21 avg. rating (84% score) - 47 votes

In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen, wie man eine Heizungspumpe mit nur wenigen Daten auslegen kann. Anwendung findet diese Berechnungsmethode meist in Bestandsgebäuden, da technische Daten nur noch schwer aufzufinden oder gar nicht mehr vorhanden sind. In einer kleinen Beispielrechnung zeige ich euch, dass die Berechnung einer Heizungspumpe einfacher ist als man denkt. Weiterhin zeige ich euch wie ihr nach der Berechnung eine Heizungspumpe auslegt.

Warum man eine elektronisch geregelte Heizungspumpe auslegen sollte, könnt ihr in dem Artikel von Dipl.-Ing. Wolfram Meyer aus dem IHKS Journal mit dem Titel „Sinn und Unsinn geregelter Pumpen“ nachlesen.

Für die Auslegung einer Umwälzpumpe benötigt man die Förderhöhe der Pumpe H und den Pumpenförderstrom Q_{PU}. Wenn ihr noch nicht wisst, was die Förderhöhe einer Pumpe ist, empfehle ich euch meinen Beitrag zur Förderhöhe.

Berechnung der Förderhöhe

Um die Fakten noch einmal auf den Punkt zu bringen, zitiere ich einen wichtigen Abschnitt aus meinem Beitrag „Was ist die Förderhöhe einer Pumpe?“.

„Eine Pumpe soll Flüssigkeiten von A nach B transportieren. Für diesen Transport ist kinetische Energie oder auch Bewegungsenergie notwendig. Produziert wird die kinetische Energie durch die Rotation des Pumpenlaufrades in der Pumpe. Dadurch wird von der Pumpe ein sogenannter Förderdruck aufgebaut, welcher notwendig ist, um die Strömungswiderstände der Heizungsanlage bei einer bestimmten Durchflussmenge zu überwinden.“

Die Pumpe muss also einen bestimmten Förderdruck aufbauen, um alle Widerstände im Heizungssystem zu überwinden und die Heizkörper mit warmem Wasser zu versorgen.
Normalerweise setzt sich die Förderhöhe H einer Anlage aus dem geodätischen Höhenunterschied H_{geo}, dem statischen Druck H_{stat}, dem dynamischen Druck H_{dyn} und den Verlusten in der Anlage H_V zusammen.

In einem Umwälzsystem (also einer Heizungsanlage) sind dabei laut VDMA 24199 jedoch nur die Verluste der Anlage H_V ausschlaggebend, um die Förderhöhe zu berechnen. Von daher kann für die Berechnung der Pumpenförderhöhe einer Heizungsanlage die folgende vereinfachte Formel verwendet werden:

    \[ H=\frac{R \cdot L \cdot ZF} {10.000}\quad [mWS] \]

Im Folgenden erkläre ich euch, wie ihr die Formel anwenden könnt. Diese Informationen habe ich aus der WILO Pumpenfibel 09/2009, welche ich jedem empfehlen kann. Hier werden alle wichtigen Informationen zur Pumpentechnik einfach und verständlich erklärt. Die Inhalte der folgenden Tabelle findet ihr in der WILO Pumpenfibel 09/2009 auf Seite 41.

FormelzeichenBeschreibung
RR gibt den Rohrreibungsverlust in einem geraden Rohr an.
Laut Wilo können hier 50 Pa/m bis 150 Pa/m für Standardanlagen angenommen werden. Das Alter des Gebäudes spielt hier die entscheidende Rolle. Aufgrund der größeren Nennweiten haben ältere Gebäude einen kleineren Druckverlust (50 Pa/m) und neuere einen höheren (150 Pa/m).
LL steht für die Länge des ungünstigsten Stranges von Vor- und Rücklauf in Meter m. Vereinfacht kann man die Maße des Hauses nehmen. Dies berechnet sich wie folgt: (Lange+Breite+H\"ohe)\cdot 2
ZFZF steht für den Zuschlagsfaktor für Armaturen und Formstücke, welche einen Widerstand im Heizungssystem darstellen. Dabei gelten nach Wilo folgende Faktoren:
  • Formstücke und Armaturen \approx 1,3
  • Thermostatventil \approx 1,7
  • Mischer/ Schwerkraftbremse \approx 1,2
  • Formstücke und Armaturen + Thermostatventil \approx 2,2
  • Formstücke und Armaturen + Thermostatventil + Mischer/ Schwerkraftbremse \approx 2,6
10.000Faktor zur Umrechnung von Meter Wassersäule mWS in Pascal Pa

Berechnung des Förderstroms

Der Förderstrom, oder auch die Fördermenge, ist der Volumenstrom am Austritt der Druckseite einer Pumpe, also der Seite, in welcher Richtung das Wasser gefördert werden soll. Falls ihr mit dem Begriff Volumenstrom noch nichts anfangen könnt, empfehle ich euch meinen Beitrag zum Volumenstrom und der Strömungsgeschwindigkeit.

Um den Förderstrom Q_{PU} einer Umwälzpumpe berechnen zu können, benötigt man den Wärmestrom \dot Q, die spezifische Wärmekapazität des Wassers c_W, die Dichte des Wassers \rho (rho) und die Auslegungstemperaturdifferenz \Delta\vartheta.

Der Förderstrom einer Pumpe berechnet sich mit folgender Formel:

    \[ Q_{PU}=\frac{\dot Q} {\rho \cdot c_W \cdot \Delta\vartheta} \quad [\frac{m^3}{h}] \]

FormelzeichenBeschreibung
\dot Q\dot Q gibt den Wärmestrom oder auch die Wärmeleistung an. In diesem Fall handelt es sich um den Wärmebedarf des Gebäudes, welcher mittels einer Heizlastberechnung ermittelt wurde oder der vorhandenen Kesselleistung im Gebäude entspricht.
Hinweis: Sollte die installierte Kesselleistung größer als der berechnete Wärmebedarf mittels Heizlastberechnung sein, empfiehlt es sich mit dem Wert der Heizlastberechnung zu rechnen. Der Wärmebedarf wird in Watt W angegeben.
\rho\rho gibt die Dichte für Wasser an. In diesem Fall kann mit \approx 1 kg/l gerechnet werden.
c_Wc_W ist die spezifische Wärmekapazität für Wasser. Es kann dabei mit 1,16 Wh/kgK gerechnet werden.
\Delta\vartheta\Delta\vartheta steht für die Temperaturdifferenz von Vor- und Rücklauf. Die Temperaturdifferenz wird in Kelvin K angegeben.

Beispielrechnung

In dieser Beispielrechnung möchte ich euch zeigen, wie ihr eine Heizungspumpe auslegen könnt. Dazu habe ich eine kleine Skizze angefertigt, in welcher Ihr die notwendigen Daten findet, die man zur Berechnung der Förderhöhe und des Förderstroms benötigt.

heizungspumpe berechnen

Abbildung 1: Skizze für Beispielrechnung

Bei der Betrachtung der Skizze können wir folgende Werte ermitteln:

Breite: 15m
Länge: 20m
Höhe: 12m
Baujahr: 1990
ZF = 2,2 (Formstücke, Armaturen und Thermostatventile vorhanden)
Annahme von 120Pa/m Druckverlust
Wärmebedarf: 80 kW
Heizzsystemtemperatur: 75/55

Berechnung der Förderhöhe H

R= 120 Pa/m
L=(15m+20m+12m) \cdot 2 = 94m
ZF = 2,2

    \[ H=\frac{120Pa/m \cdot 94m \cdot 2,2} {10.000} = \underline{\underline{2,48 mWS}} \]

Berechnung des Förderstroms Q_{PU}

\dot Q=80kW
\rho=1kg/l
c_W=1,16Wh/kg \cdot K
\Delta\vartheta=\vartheta_{Vorlauf}-\vartheta_{R\"ucklauf}=75^{\circ}C-55^{\circ}C=20K

    \[ Q_{PU}=\frac{80kW \cdot l \cdot kg \cdot K} {1kg \cdot 1,16Wh \cdot 20K} = \underline{\underline{3,45\frac{m^3}{h}}} \]

Die wichtigsten Daten zur Bestimmung der Umwälzpumpe haben wir nun erfolgreich berechnet. Im nächsten Schritt wird die Dimension der Umwälzpumpe ermittelt. Dazu könnt ihr auf die Herstellerseite eines Pumpenanbieters gehen und über ein Onlineauslegeprogramm die Pumpe auslegen lassen oder euch eine App fürs Smartphone installieren. In Deutschland sind derzeit die beiden Firmen Grundfos und Wilo Marktführer. Von daher werden wir uns die Onlineauslegungsprogramme sowie die Smartphone Apps dieser beiden Firmen genauer anschauen. Die Onlineauslegungsprogramme sowie Smartphone Apps für Wilo und Grundfos sind kostenlos!

Du möchtest die Gesamtkosten für Deine Heizungspumpe mit Montage/ Demontage wissen und sparen?

Martin Schlobach - Handwerker findenMein Tipp:
Hole dir unverbindliche Angebote lokaler Handwerksbetriebe für den Einbau einer neuen Heizungspumpe ein.

So erkennst Du signifikante Preisunterschiede und kannst viel über Garantieleistungen sowie Bewertungen verschiedener Anbieter lernen.

Jetzt Angebote einholen*

Auslegung für Grundfos

Auslegung der Pumpe mit Grundfos WebCAPS

Um eine Pumpe auslegen zu können, hat Grundfos die Onlineauslegesoftware WebCAPS ins Leben gerufen. Im Folgenden zeige ich euch, wie ihr dies machen könnt. Zuerst geht ihr auf die Webseite von Grundfos WebCAPS und in den Bereich „Auslegung“ (siehe Abbildung 2).

Pumpenauslegung mit Grundfos WebCAPS

Abbildung 2: Auslegung in Grundfos WebCAPS (bearbeiteter Screenshot der Webseite)

Hier wählt ihr den Bereich „Heizung – Pumpen zur Umwälzung von Wasser in Zentral- und Fernheizwerken sowie in Brauchwasseranlagen“ aus (siehe Abbildung 3).

Pumpenauslegung mit Grundfos WebCAPS

Abbildung 3: Wahl der Pumpentypen in Grundfos WebCAPS (bearbeiteter Screenshot der Webseite)

Im anschließenden Fenster (siehe Abbildung 4) gebt ihr den berechneten Förderstrom und die berechnete Förderhöhe ein. Auch wenn es noch viele Einstellmöglichkeiten gibt, reichen diese beiden Werte aus, um die gewünschte Pumpe auszulegen zu lassen. Anschließend klickt ihr auf „Auslegung starten“.

Pumpenauslegung mit Grundfos WebCAPS

Abbildung 4: Eingabe der Daten in Grundfos WebCAPS und Start der Auslegung (bearbeiteter Screenshot der Webseite

Geschafft: Grundfos schlägt euch auf Grundlage unserer Daten eine Magna3 25-40 vor. Für weitere Produktinformationen kann man auf Produktdetails klicken und erhält eine ausführliche Beschreibung aller Pumpenfunktionen (siehe Abbildung 5). Hier findet ihr Grundfos Pumpen bei Amazon*.

Pumpenauslegung mit Grundfos WebCAPS

Abbildung 5: Ergebnis der Pumpenauslegung in Grundfos WebCAPS (bearbeiteter Screenshot der Webseite)

Auslegung der Pumpe mit Grundfos AppCAPS für Smartphones

Grundfos bietet euch mit der Smartphone App „Grundfos AppCAPS“ eine weitere Möglichkeit für die Auslegung einer Grundfospumpe. Ihr könnt die App kostenlos für Android im Google Playstore oder für iPhone/ iPad auf iTunes herunterladen.

In Abbildung 6 könnt ihr die Pumpenauslegung mit Grundfos AppCAPS nachverfolgen. Um die Pumpenauslegung zu starten, öffnet ihr die installierte App auf eurem Smartphone. Im ersten Schritt wählt ihr den Menüpunkt „Auslegen“. Anschließend könnt ihr den berechneten Volumenstrom und die berechnete Förderhöhe in Grundfos AppCAPS eintragen und die „Auslegung starten“. Grundfos AppCAPS schlägt euch auf Grundlage der berechneten Daten, wie in Grundfos WebCAPS, eine Magna3 25-40 vor.

Pumpenauslegung mit Grundfos AppCAPS

Abbildung 6: Pumpenauslegung mit Grundfos AppCAPS (bearbeiteter Screenshot)

Auslegung für Wilo

Auslegung der Pumpe mit Wilo-Select Online

Wilo hat ebenfalls eine Onlineauslegesoftware für seine Pumpen auf den Markt gebracht. Es handelt sich dabei um das Programm Wilo-Select Online. Auch hier geht ihr zuerst auf die Webseite von Wilo-Select Online und wählt im ersten Schritt eure Sprache aus, falls diese nicht standardmäßig deutsch ist.
Im zweiten Schritt wählt ihr das Einsatzgebiet für die Pumpe. In unserem Beispiel ist das Einsatzgebiet eine Heizungsanlage, also wählt ihr „Heizung, Klima, Kälte“.
Im dritten Schritt können wir uns eine Pumpe für den jeweiligen Bedarf aussuchen. Ich entscheide mich für eine Heizungspumpe und wähle eine Einzel-Nassläufer-Premium-Hocheffizienzpumpe.
Im vierten Schritt gebt ihr den berechneten Förderstrom sowie die berechnete Förderhöhe ein und klickt im fünften Schritt auf „Suche starten“. Anschließend werden die Daten ausgewertet (siehe Abbildung 7).

Pumpenauslegung mit Wilo-Select Online

Abbildung 7: Pumpenauslegung mit Wilo-Select (bearbeiteter Screenshot der Wilo-Select Webseite)

Im folgenden Bild erscheint eine Liste mit möglichen Pumpen (siehe Abbildung 8).

Pumpenauslegung mit Wilo-Select Online

Abbildung 8: Übersicht der möglichen Pumpen (bearbeiteter Screenshot der Wilo-Select Webseite)

Ab hier kommt etwas Recherchearbeit von eurer Seite ins Spiel. Es geht darum eine Pumpe zu finden, welche sich mit den berechneten Werten in einem akzeptablen Arbeitsbereich befindet. Der Betriebspunkt der Pumpe sollte sich dabei im roten Bereich des mittleren Drittels der Pumpenkennlinie befinden (siehe Abbildung 9) befinden.

Betriebspunkt Pumpenkennlinie

Abbildung 9: Optimaler Betriebspunkt der Pumpe (Grafikidee: Wilo)

Nach der WILO Pumpenfibel 09/2009 kann Folgendes gesagt werden:
Erster Bereich: Befindet sich der Betriebspunkt in diesem Bereich, sollte eine kleinere Pumpe gewählt werden.
Zweiter Bereich: Befindet sich der Betriebspunkt in diesem Bereich, arbeitet die Pumpe überwiegend in ihrem optimalen Arbeitsbereich (nach Wilo ca. 98 %).
Dritter Bereich: Befindet sich der Betriebspunkt in diesem Bereich, arbeitet die Pumpe nur im Auslegungsfall, also an den jeweils wärmsten und kältesten Tagen des Jahres
(nach Wilo ca. 2 %) in ihrem optimalen Arbeitsbereich.

Betriebspunkt Pumpenkennlinie

Abbildung 10: Betriebspunkt im roten Bereich der Stratos 25/1-6 PN 10 (bearbeiteter Screenshot der Wilo-Select Webseite)

Um herauszufinden welche Pumpe für euch geeignet ist, klickt ihr euch durch die Pumpen und vergleicht die Kennlinien untereinander. Ich habe mich in unserem Beispiel für die Wilo Stratos 25/1-6 PN 10 entschieden. Hier befindet sich der Betriebspunkt in dem zweiten Drittel der Pumpenkennlinie (siehe Abbildung 9). Es kann also davon ausgegangen werden, dass die Pumpe überwiegend in Ihrem optimalen Arbeitsbereich arbeitet. Die nächst kleinere Pumpe, Wilo Stratos 25/1-4, wäre für die berechneten Werte zu klein ausgefallen, daher fiel die Wahl auf die Stratos 25/ 1-6. Bei der Stratos 25/1-4 befindet sich der Betriebspunkt außerhalb der Pumpenkennlinie.

Geschafft! Mit diesen wenigen Schritten ist es möglich eine Pumpe auszulegen. Auch Wilo bietet in Wilo-Select Online eine große Auswahl an Produktdetails an. Hier kann man unter anderem Ausschreibungstexte, eine Betriebsanleitung, einen Klemmplan oder CAD Daten finden. Hier findet ihr Wilo Pumpen bei Amazon*.

Auslegung der Pumpe mit dem Wilo Assistenten für Smartphones

Auch Wilo bietet mit der Smartphone App „Wilo Assistent“ eine weitere Möglichkeit für die Auslegung einer Wilopumpe an. Ihr könnt die App „Wilo Assistent“ ebenfalls kostenlos für Android im Google Playstore oder für iPhone/ iPad auf iTunes herunterladen.

In Abbildung 11 könnt ihr die Pumpenauslegung mit dem Wilo Assistenten nachverfolgen. Um die Pumpenauslegung zu starten, öffnet ihr die installierte App auf eurem Smartphone. Im ersten Schritt drückt ihr den Menübutton oben rechts und wählt anschließend die Option „Pumpenauslegung“. Im nächsten Schritt gebt ihr die berechneten Werte von Förderstrom und Förderhöhe in den Wilo Assistenten ein und drückt anschließend auf Suche.

Im Gegensatz zum Onlineauslegeprogramm Wilo Select entfallen die Schritte der Recherchearbeit. Es wird euch auf Grundlage der berechneten Daten direkt eine Heizungspumpe vorgeschlagen. Der Wilo Assistent schlägt uns, wie wir schön händisch in Wilo Select ermittelt haben, eine Wilo Stratos 25/1-6 PN 10 vor.

Pumpenauslegung mit Wilo Assistent

Abbildung 11: Auslegung mit der Smartphone App Wilo Assistent (bearbeiteter Screenshot)

Fazit

Wenn man kein Pumpenauslegungsprogramm zur Verfügung hat, ist es oft mit wenigen Daten möglich, die Förderhöhe sowie den Förderstrom zu ermitteln und anschließend über die Webseiten oder Smartphone Apps der Pumpenhersteller eine Pumpe auszulegen. Vor dem Einbau oder dem Kauf einer Pumpe sollten die berechneten Werte immer von einem Fachhandwerker oder einem Ingenieurbüro überprüft werden. Auch wenn der hier beschriebene Weg einfach erscheint, können sich immer wieder Rechenfehler einschleichen.

WICHTIG: Die hier geschilderten Arbeitsweisen basieren auf meinen persönlichen Erfahrungen und Gedankengängen. Das Ausprobieren und das Implementieren der beschriebenen Vorgehensweisen erfolgt ausschließlich auf eigene Verantwortung und Gefahr. Ich übernehme keine Verantwortung. Weiterhin empfehle ich euch die berechneten Werte immer von einem Fachhandwerker oder einem Ingenieurbüro prüfen zu lassen. Denn auch wenn der hier beschriebene Weg einfach erscheint, können sich immer wieder Rechenfehler einschleichen.

Wie viel kostet eine energieeffiziente Heizungspumpe?

Martin Schlobach - Handwerker findenMein Tipp:
Hole dir unverbindliche Angebote lokaler Handwerksbetriebe für den Einbau einer neuen Heizungspumpe ein.

So erkennst Du signifikante Preisunterschiede und kannst anhand von über 1 Mio. Kundenbewertungen den passenden Fachbetrieb für dich finden.

Jetzt Fachbetrieb finden*

Ich hoffe der Beitrag hat euch gefallen. Wenn Ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, nutzt die Kommentarfunktion.

Liebe Grüße! Euer Martin

Weiterführende Links und Quellen:
Wilo Pumpenfibel 09/2009
Wilo Deutschland
Wilo-Select Online
Wilo Assistent – Google Playstore

Wilo Assistent – iTunes
Grundfos Deutschland
Grundfos WebCAPS
Grundfos AppCAPS – Google Playstore

Grundfos AppCAPS – iTunes
GEA Mechanical Equipment – Auslegung von Pumpen und Rohrleitungssystemen
Begriffe der Pumpentechnik von Fristam
VDMA 24199
Wikipedia – Wärmezähler
IHKS – Fachbeitrag: Sinn und Unsinn geregelter Pumpen


Beitrag bewerten und teilen:

4.21 avg. rating (84% score) - 47 votes

43 Kommentare/Fügen deinen eigenen Kommentar hinzu

  1. Udo Rüffer / Antworten ¬

    Hallo Martin,
    Super Website hast Du da aufgebaut mit tollem Inhalt, der mir sehr weiter hilft. Ich betreibe seit gut einem Jahr ein kleines Planungsbüro hier in der Eifel. Bis vor einem Jahr war ich bei Viega in Attendorn im Außendienst (insgesamt 26 Jahre) und habe Handwerker und Großhändler betreut. Nachdem ich dann Mitte 2012 in Altersteilzeit gegangen bin hatte ich Sorge, dass mir die Decke auf den Kopf fällt, so habe ich mich dran gemacht eine Homepage zu stricken und Aufträge meiner alten Kunden sind auch schon da. Macht Spaß, wenn gleich es zum Leben nicht reichen würde. Deine technischen Berichte sind genau dass, um meine technischen Defizite auszugleichen. Super beschrieben und auch für einen Kaufmann wie mich sehr verständlich.
    Eine kleine Anregung hätte ich da noch an Dich: ich lese lange Texte nicht gerne am Bildschirm sondern lieber vom Papier (meist in horizontaler Lage). Wenn Du Deine Berichte noch mit einem Link als PDF- Datei versehen könntest, wäre es einfacher. Klar, ich kann den Text auch kopieren und ausdrucken, jedoch hat man dann immer die Formatierung anzupassen (Schrift kleiner usw.)
    Wenn Du willst, helfe ich Dir dabei (ohne Kohle natürlich :))
    Gruß aus der Eifel
    Udo Rüffer

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Udo,

      es ist sehr schön zu hören, dass dir mein Blog und vor allem meine Texte so gut gefallen. Danke für deine angebotene Hilfe! Ich habe mir deinen Vorschlag mit dem PDF/Druck Button durch den Kopf gehen lassen und finde die Idee sehr gut. Ich denke, dass ich ihn in den nächsten Wochen implementieren werde.

      Liebe Grüße! Martin

  2. Thomas / Antworten ¬

    Hallo Martin,
    einen schönen Blog hast Du da hinbekommen!
    Meine frage wäre:
    Wie gestalltet sich die Pumpenauslegung wenn man auf der Primärseite 1,2, oder mehrere Pufferspeicher befinden?

    Gruß Thomas

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Thomas,

      es freut mich zu hören, dass dir mein Blog gefällt 🙂

      Für die Auslegung einer Pumpe benötigst du den Förderstrom und die Förderhöhe.

      Der Förderstrom einer Heizungspumpe beschreibt den max. Volumenstrom (Summe aller Heizkörpervolumenströme im Heizungsnetz) am Austritt der Druckseite einer Pumpe, also der Seite, in welcher Richtung das Wasser gefördert werden soll.

      Die Förderhöhe gibt den notwendigen Druck im Heizungsnetz an, welcher notwendig ist um die gesamten Widerstände (Rohrreibung, Ventile, Fittinge oder Heizkörper) zu überwinden.
      Der Pufferspeicher im Primärkreis ist ein Energiespeicher, welcher erwärmtes Wasser für die Wärmeversorgung vorhält und befindet sich im Regelfall auf der Saugseite (vor) der Pumpe.

      Der Pufferspeicher ist demzufolge weder ein Widerstand noch ein Wasserabnehmer im Sekundärkreis. Somit ändert sich bei der Pumpenauslegung nichts.

      Liebe Grüße! Martin

      1. Thomas / Antworten ¬

        Moin Martin,
        danke für Deine Antwort!

        Da habe ich mich wohl etwas unklar ausgedrück, ich meinte eigentlich die Pufferladepumpe.
        Welchen Widerstandsbeiwert kann man da annehem? finde da irgendwie nichts.

        Gruß
        Thomas

        1. Martin Schlobach / Antworten ¬

          Hallo Thomas,

          die Speicherladepumpe muss eigentlich nur das Wasser von der Wärmequelle zum Pufferspeicher transportieren und läuft solange bis dieser geladen ist. Den Pufferspeicher brauchst du nicht als Widerstand ansehen, da dieser den Primär- und Sekundärkreis hydraulisch entkoppeln soll. Wäre dies nicht der Fall würde der Pufferspeicher durchströmt werden und könnte keine Schichtung aufbauen.
          Das bedeutet, deine Pumpe muss lediglich den Rohrwiderstand und ein paar Formstücke überwinden. Du kannst dir ja mal das folgende Video auf Youtube anschauen, wo die Ladung und Entladung eines Pufferspeichers mit einer Wärmebildkamera aufgenommen wurde: http://www.youtube.com/watch?v=Ttj-t6q5czk.

          Vielleicht konnte ich deine Frage jetzt besser beantworten 🙂

          Liebe Grüße! Martin

          1. Thomas

            Ahaaa, ich danke Dir! Gruß Thomas

  3. Udo Bernert / Antworten ¬

    Hallo Martin,
    bei mir wurde eine Alfa 2 25-60 eingebaut, die schaft die erforderliche Durchflussmenge nicht.Meine Heizung ist im Dachboden montiert., auf ca 8,00 m Höhe. Kann ich die Alfa2 mit einer Magna 25-60 tauschen oder ist die Durchflussmenge zu groß für ein Haus mit 4 Wohnungen a. 50 m²? Ich habe gelesen, das eine zu große Durchflussmenge die Leitungen beschädigen können.
    Gruß Udo

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Udo,

      eine Alfa 2 25-60 ist durchaus in der Lage ein Gebäude mit 4 Wohnungen a 50m² mit genügend Wasser zu versorgen. Welche Fördermenge und welche Förderhöhe wurden denn für dein Gebäude berechnet? Ohne diese Angaben ist es schwer einzuschätzen, ob deine derzeitige Pumpe richtig dimensioniert ist. Wurde in deinem Gebäude ein hydraulischer Abgleich durchgeführt?

      Liebe Grüße! Martin

  4. Thomas / Antworten ¬

    Ich kann mich nur anschließen.

    Wirklich ein guter Blog.
    Leicht erklärt und verständlich.

    Meine Frage:

    Wie berechne ich eine Fußboden- Heizungspumpe?

    Gruß
    Thomas

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Thomas, vielen Dank für deinen Kommentar. Du berechnest die Heizungspumpe für eine Fußbodenheizung (FBH) ebenfalls wie oben beschrieben. Die Parameter zur Berechnung müssen jedoch angepasst werden. Für den Volumenstrom rechnest du mit einer anderen Spreizung, welche bei Fußbodenheizungen meist bei ca. 5 – 10K liegt. Der Druckverlust zur Berechnung der Förderhöhe ist bei einer FBH ebenfalls meist höher. Hier kommen allerdings auch noch andere Faktoren ins Spiel. Ich empfehle dir dazu den folgenden Link: IKZ – Heizkreislängen bei Fußbodenheizungen
      Ich hoffe ich konnte deine Frage damit beantworten.
      Liebe Grüße! Martin

  5. Eugen / Antworten ¬

    Hallo Martin

    Ich finde diesen Blog technisch fundiert und in vielen Fällen hilfreich.

    Ich habe noch eine Frage zur Förderhöhe. Wir haben im MF-Haus eine (überdimensionierte) Heizungsumwälzpumpe mit einstellbarer Förderhöhe, die mit einer konstant geregelten H=2 m zufriedenstellend arbeitet (vom Technikberater war eine FH von 3,86 m berechnet worden).

    Daneben gibt es eine Zirkulationspumpe mit FH = 1m, die gefühlsmässig nicht zufriedenstellend läuft. Da vermutlich die FH nicht ausreicht, überlege ich den Austausch der Zirk.pumpe.
    Kann ich davon ausgehen, dass die notwendigen Förderhöhen bei beiden Pumpen -trotz unterschiedlichen Volumenströmen- grundsätzlich gleich, also mind. 2 m, sind, oder gelten für die Zirkulation andere Berechnungsformeln?
    Ist die erforderliche FH der Zirkulation evtl. sogar höher, weil der Reibungsverlust im dünneren Zirk.rücklaufrohr größer ist?

    Danke und viele Grüße
    Eugen

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Eugen,

      ich bin gerade dabei einen Beitrag über dieses Thema zu schreiben. Vorerst kann ich dir dazu das DVGW-Arbeitsblatt W 553 empfehlen, welches du hier finden kannst: Loex.de – Rechtsvorschriften, Hygienerecht, Technische Vorschriften. Im DVGW-Arbeitsblatt W 553 findest du ein vereinfachtes Verfahren zur Berechnung der Volumenströme und der Förderhöhe für eine Zirkulationspumpe.

      Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.

      Liebe Grüße! Martin

  6. Detlef / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    ich hätte zu dem Thema eine Anmerkung. In Deiner Beispielrechnung des Förderstroms verwendest Du für die KesselleistungQ(Punkt) einen Wert von 80 KW. Ich denke an der Stelle wäre der Hinweis hilfreich, das hier die benötigte Leistung (Gesamtheizlast => Ergebnis aus der Heizlastberechnung) verwendet werden sollte, und nicht die Leistung, die der Kessel tatsächlich hat. Soll heißen, wenn in einem Bestandsgebäude im Heizungsraum ein alter (und häufig viel zu großer) Kesel seinen Dienst tut, sollte nicht diese hohe Leistung in die Berechnung einfließen, sondern die in der Regel deutlich kleinere errechnete benötigte Leistung (Gesamtheizlast).

    Vielleicht siehst Du das ja ähnlich!!

    Grüße
    Detlef

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Detlef,

      vielen Dank für diesen Hinweis. Damit hast du vollkommen recht. Ich habe den Bereich im Artikel angepasst.

      Liebe Grüße! Martin

  7. Thomas Pützeder / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    auch von mir vielen Dank für die hilfreichen Informationen. Ich hätte auch noch eine Frage:

    was ist, wenn mehrere Pumpen ein Gebäude versorgen? D.h. das Gebäude ist in mehrere Heizkreise aufgeteilt. Dann kann ich ja nicht vereinfacht die Maße des Gebäudes nehmen oder?

    Danke und viele Grüße
    Thomas

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Thomas,

      da hast du völlig Recht. In diesem Fall nimmt man den am weit entferntesten Strang des jeweiligen Heizkreises als Anhaltspunkt. Da viele große Gebäude in Heizkreise wie Süd/Ost oder Nord/West unterteilt sind, kann man sich in diesen Fällen ebenfalls meist an der Gebäudegeometrie orientieren. Sollten die Heizkreise nur bestimmte Bereiche, Geschosse oder gar Räume beheizen, kann man diese ebenfalls anhand der Gebäudegeometrie abschätzen.

      Liebe Grüße! Martin

  8. Margrit Hehr / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    ich habe eine sehr dringende Frage:
    wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus, und besitzen hier 2 Wohnungen.

    Bei den Heizkostenabrechnungen fiel uns im letzten Jahr auf, dass die Multiplikatoren bei der Ablesung also die Faktoren bei fast gleichen Heizkörpern z.B. 1,89 und der andere 3,09 hat. Gleiche Größe des Zimmers, also für mich undurchsichtig.

    Die Heizkostenabrechnungen differieren dadurch sehr stark.
    Wir haben beim Haus und Grund Verein, auch beim Mieterschutz, bei unserer Hausverwaltung, Ablesefirma…überall über dieses Problem geschrieben, Fotografien gemacht, genau ausgemessen.
    Keine Reaktion, bekam nur mal eine Antwort des Anwalts vom Mieterschutzverein, in der Art: wenn sie vom Sachverstädigen das prüfen lassen kostet das 1 500 €

    Keiner weiß was das überhaupt ist, dieser Faktor, obwohl an den Ablesedokumenten das genau steht.

    Dass bei der Ablesung des Wertes mit 2 oder 3 multipliziert wird scheint niemand zu wissen.
    Auch die vorgenannten stellen sich „dumm“.

    Aus ihren Berechnungen komme ich nicht klar, gibts da eine einfache Regel, von der aus ich nachprüfen kann, ob der Faktor überhaupt stimmt?

    Bei einer kleinen Wohnung von 40 qm waren das 2013.. 1.430,– nur für Heizung!
    Der Mieter wohnte vorher in einer größeren Wohnung und hatte nur 1/3 dieser Heizkosten.

    Ich finde das unmöglich, zudem es ein junger Mann ist, der nie sehr warm heizt.

    Vielleicht haben sie eine Erkklärung, wie man zu seinem Recht auf Transparenz dieser Heizkostenberechnungen kommen kann.

    Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.

    Freundliche Grüße
    Margrit H.

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Margrit, vielen Dank für deine Frage.

      Wie du schon richtig geschildert hast, ist ein Heizkostenverteiler zunächst nicht in der Lage den Energieverbrauch an einem Heizkörper zu messen. Daher wird mit Faktoren gerechnet. Ich habe dieses Problem in dem Folgenden Kommentar schon einmal etwas detaillierter dargestellt:

      https://www.haustechnikverstehen.de/ueber-mich/#comment-1384

      Dort findest du auch eine Möglichkeit, den genauen Berechnungsvorgang für den Faktor nachzuvollziehen und wie ein Heizkörper mit Hilfe von Faktoren bewertet wird. Es ist etwas komplex, kann dir aber bei der Beantwortung deiner Frage Weiterhelfen. Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg bei der Lösung dieses Problems!

      Liebe Grüße! Martin

  9. Margrit Hehr / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    herzlichen dank für deine Erläuterungen, werde sie mal studieren.
    Ich hoffe, dass ich durchblicke.

    Liebe Grüße Margrit

  10. Bernd / Antworten ¬

    Hallo Martin,
    sehr geile Seiten, die Du hier erarbeitet hast,danke dafür, helfen mir als Halblaienen sehr weiter, die Technik zu verstehen.
    Wie verhält es sich mit der Förderhöhenberechnung bei einer Fußbodenheizung?
    Wird dann nur ein Heizkreis in der Formel zugrunde gelegt ?

    Ich will mir eine Fußbodenheizung einfräsen lassen, dort ist nur ein 10 ner Rohr möglich.
    Nun will ich für mich überprüfen, ob die Pumpenleistung bei der dann auch neuinstllierten Viessmann Vitodens 300 ausreicht für ungefähr 1200 Meter Rohr und 3 Verteiler…

    Gruß Bernd

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Bernd,

      zunächst kommt es auf die Leistung deiner Vitodens 300 an. Bis zu einer Nenn-Wärmeleistung von 19 kW kann die in der Vitodens verbaute Grundfos UPM2 eine Förderhöhe von maximal 5mWS erreichen, bis zu einer Leistung von 35 kW kann die UPM2 eine Förderhöhe von maximal 7mWS erreichen. Das sollte in der Regel bei weitem ausreichen.

      Ich kann dir dazu den folgenden Fachartikel empfehlen, welcher dir bei der Berechnung deiner Fußbodenheizung hoffentlich weiterhelfen kann: Heizkreislängen bei Fußbodenheizungen.

      Liebe Grüße! Martin

      1. Bernd / Antworten ¬

        Hallo Martin,
        sehr aufschlussreiche Antwort.
        Besonders gut ist ebenfalls, die Verlinkung zu der verbauten Pumpe von Grundfos..
        Es bleibt mir nur herzlichen Dank dafür zu sagen!!!

        Gruß Bernd

  11. Robert Müller / Antworten ¬

    Guten Tag Martin,

    was ich noch nicht ganz verstanden habe, ist die Berechnung für Förderhöhe.
    Der Geodätische Höhenunterschied wird auf diese Weise ja gar nicht berücksichtigt.
    Wie soll eine Pumpe mit 248 mbar Förderhöhe, einen Widerstand von (12 m) 1200 mbar überwinden?
    Oder hab ich da ein Denkfehler??

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Robert,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Im oberen Teil des Beitrags bin ich auf dieses Thema eingegangen. In einem Umwälzsystem werden der geodätische Höhenunterschied, der dynamische Druck und der statische Druck nicht berücksichtigt. Für die Berechnung der Förderhöhe in einem Umwälzsystem sind nur die Verluste der Anlage ausschlaggebend. Dies wird in der VDMA 24199 Punkt 5.2.1 erläutert.

      Liebe Grüße! Martin

  12. AE / Antworten ¬

    Das hier zur geodätischen Höhe gesagte stimmt prinzipiell. Nur muss man bei hohen Gebäuden beachten, dass man zum Füllen das Wasser über die Aufbereitungsanlage ohne Pumpe nicht in das Rohrnetz bekommt. Der Stadtwasserdruck liegt bei 6(?) bar; ca. 60 m WS. Bei Gebäudehöhen über 60 m ist die Anlage nicht komplett zu füllen.
    Nicht zu vernachlässigen ist, dass der Gesamtdruck der Anlage am tiefsten Punkt bei Stillstand der Pumpe die geodätische Höhe der Wassersäule ist. Das ist für die Pumpenauslegung gleichgültig, aber nicht für PN der Armaturen und der Pumpe.

  13. Hauke / Antworten ¬

    Hallo Martin.

    Nachdem ich HIER von dir viel lernen durfte, möchte ich mich recht herzlich bei dir für deine Arbeit bedanken. Leider reagiert die hotline meines Thermenherstellers grundsätzlich abweisend. Deine gut aufgebaute homepage hat mich MEHRfach aufgefangen.

    Erschreckt haben mich viele Erkenntnisse, nachdem wir dieses kleine EFH von 1938 kauften. Heizlast tippe ich auf 6kW, die Therme liefert 24kW.

    Seit des hydraulischen Abgleichs höre ich meinen Tinitus nicht mehr, so deutlich rauscht es an allen Ventilen. Ob die Pumpe wohl auch zu groß ist vom Wandgerät?

    Mit deiner Hilfe errechnete ich; H= 50x66x2,2/10.000= 0,726mWs bzw. 0,073bar. Förderstrom bei der Annahme die Heizlast des Hauses wären gewaltige 10kW:
    10/1×1,16×20= 0,43 cbm/h, aufgerundet 500 oder meinetwegen 600 Liter stündlich.

    Förderhöhe der Pumpe in der Wandtherme bei 600 Litern stündlich: 0,23 bar bei kleinster Leistungsstufe.

    FAzit: Mehr als 3-fach überdimensioniert.
    Ursache des Rauschens ist also nicht der hydraulische Abgleich, der sparen hilft, sondern die übergroße Pumpe – verstehe ich das richtig?

    Schönen Gruß, Hauke

    PS: ich laß den „Sinn und Unsinn geregelter Pumpen“ von Dipl.-Ing. W.Meyer mit seiner Kritik der nachteiligen Überdimensionierung.

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Hauke,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Deiner Berechnung nach, ist die Therme mit Pumpe stark überdimensioniert. Ich sehe, dass du bei der Ermittlung der Förderhöhe mit einem sehr kleinen Druckverlust von 50 Pa/m gerechnet hast. Wenn in deinem Gebäude keine alte Schwerkraftheizung auf eine Pumpenheizung umgebaut wurde, sondern sich vergleichsweise „normale“ Rohre in dem Gebäude befinden, kannst du durchaus mit 100 Pa/m Druckverlust rechnen. Dann hättest du bei der von dir ermittelten Gebäudegeometrie eine Förderhöhe von 1,45 mWs, was bei deiner Pumpe jedoch immer noch zu wenig wäre. Ein Aufrunden des Volumenstroms auf 600 l/h würde einer Heizlast von knapp 14 kW entsprechen. Die Ursache des Rauschens in deinem Heizsystem könnte somit durchaus auf den zu hohen Förderdruck sowie den zu hohen Volumenstrom zurückzuführen sein.

      Liebe Grüße! Martin

  14. Florian / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    vielen Dank für deinen Blog.
    Deine Ausführungen sind verständlich und leicht nachvollziehbar.

    Gruß
    Florian

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Florian, vielen Dank 🙂 und sehr gerne.
      Liebe Grüße, Martin

  15. Johnny Glover / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    eine sehr schöne Erklärung und sehr hilfreich. Trotzdem bin ich noch nicht im klaren, wie es in meinem Fall zu berechnen wäre:

    Ein Haus mit drei Etagen von einer Pumpe im Keller gespeist. Jedoch ca. 4m von der Pumpe spalten sich die drei Kreise: einer nach oben zum Dachgeschoss (5 Heizkörper, längste Strang ca. 30m), einer zum EG (5 Heizkörper, längste Strang ca. 25m) und einer im Keller (3 Heizkörper, längste Strang ca. 25m). Energiebedarf für das komplette Haus 15kw.

    Vielen Dank.

    Gruß

    Johnny

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Johnny, für die Berechnung nimmst du, wie im Beitrag beschrieben, als Grundlage den ungünstigsten Strang. In deinem Fall ist das der Strang ins Dachgeschoss mit 30 Metern.
      Liebe Grüße, Martin

  16. Rafael Schmidt / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    ich finde Deine Erklärungen zur Auslegung einer Heizungspumpe auch für Laien sehr gut verständlich und denke daher, vielleicht hast Du eine Idee, woran bei mir die Heizungsanlage krankt.

    Ich wohne in einem vierstöckigen Mehrfamilien-Mietshaus (Bj. ca. 1960) mit einer Ölheizung. Die Heizungsanlage verursachte schon immer zeitweise erhöhte Strömungsgeräusche. Vor einem Jahr wurde eine neue Pumpe (Wilo, Stratos 50/1-6 DE) eingebaut, danach gerieten irgendwann die Einstellungen der Anlage durcheinander.

    Zuerst kam es zu heftigem rasendem Puckern und Rauschen, nach einer Einstellungsänderung zu ständigem nächtlichem Dröhnen, nach nochmaliger Einstellungsänderung zu mittelmäßig rasendem Puckern und Rauschen, zeitweise einem Pfeifen an einem Thermostatventil und Plätschern in einem anderen Heizkörper. Daraufhin wurde die Einstellung reduziert und es war bei kalten Temperaturen abends und nachts selbst bei angedrehtem Heizkörper kaum noch Zirkulation zu hören, jedoch nun verstärkte Dröhn- und Drehgeräusche, wenn in einem unteren Stockwerk am Strang ein Heizkörper aufgedreht war. Daraufhin wurde der Pumpendruck stark erhöht mit der Folge von Herzrythmusstörungen (Extrasystolen) und Ganzkörperzittern. Danach wurde der Druck in mehreren Stufen wieder abgesenkt. Eine wirkliche Lösung wurde trotz Testung aller möglichen und vor allem unmöglichen Einstellungen nicht gefunden.

    Übrigens gab es bei keiner der Einstellungen einen Mangel in der Wärmeversorgung, tags werden die Heizkörper heiß und nachts sind sie warm.

    Nun bin ich, wie offenbar auch die Hausverwaltung, ratlos, wie man die Störungen erträglich machen kann. Auch die Installateure widersprechen sich: Während der frühere Installateur mal meinte, an der Anlage seien viele Einstellungen einprogrammiert, meinte der neuere Installateur, es gebe nur eine einzige Möglichkeit der Einstellungsänderung, nämlich die Änderung des Pumpendrucks (H/m) an der Pumpe.

    Vor allem ist es auch ein Rätsel, warum
    a) die Zirkulationsströmung sich bei der brauchbaren niedrigen Zirkulationsgeschwindigkeit regelmäßig nachts und vormittags unangenehm verstärkt, während sie abends ziemlich gering wird,
    b) weshalb die Anlage bei wärmeren Temperaturen aggressivere Geräusche (scharfes metallisches Rauschen) macht als bei kälteren Temperaturen (eher tönende Geräusche).

    Rafael

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Rafael,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich würde zur Ferndiagnose sagen, dass die Heizungspumpe hier am wenigsten kann. Deiner Beschreibung zufolge fehlt die hydraulische Einregulierung des gesamten Systems und ein hydraulischer Abgleich könnte das Problem Lösen. Hier findest du alle wichtigen Informationen zum hydraulischen Abgleich und hier findest du alle Informationen wie man einen hydraulischen Abgleich machen kann. Sprich das doch einmal bei deinem Installateur an, auch wenn er vermutlich sagen wird, dass es in einem Altbau keinen Sinn macht oder zu aufwendig ist. Hier habe ich definitiv andere Erfahrungen machen können.

      Liebe Grüße, Martin.

  17. Christoph / Antworten ¬

    Hallo und zunächst vielen Dank für die tollen Tipps!

    Ich habe eine Frage zur Heizungsberechnung: Allewelt schreit nach einer „Rohrdimensionsberechnung“ als „Voraussetzung“ für die Auslegung der Pumpe. Ist das wirklich erforderlich? Oder komme ich mit der Berechnung der Förderhöhe und -menge auf der Basis Ihrer Formeln an sich klar?

    Vielen Dank und schöne Grüße!

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Christoph,

      in Bestandsgebäuden findet man nur sehr selten Unterlagen für eine Rohrnetzberechnung, daher ist die hier gezeigte Vorgehensweise sehr gut geeignet, um eine Heizungspumpe auszulegen.

      Liebe Grüße, Martin.

  18. Arnonyhm / Antworten ¬

    Nette Seite, Ich hab gerade mehr gelernt, als in einer Firma, die mit sowas zu tun hatte. Ich hab da nie vernuenftige Antworten erhalten .

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Vielen Dank Arno 🙂
      Liebe Grüße, Martin

  19. Arne / Antworten ¬

    Hallo Martin,
    sehr informativ dargestellt, vielen Dank.
    Ich bin aber bei Deiner Berechnung des Förderstroms über die sehr hohe Wärmeleistung von 80kW „gestolpert“.
    Hast Du tatsächlich mit der Annahme von 80kW Bedarf für die Wärmeleistung gerechnet oder bringe ich hier was durcheinander?

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Arne,
      ja ich habe mit 80kW gerechnet. Dies hat folgenden Hintergrund: nimmt man die Gebäudemaße 15m x 20m kommt man auf eine Grundfläche von 300m². Für 3 Geschosse ergibt sich dann eine Fläche von 900m². Bezieht man sich nun auf die Baualtersklasse 70 – 130 W/m² für Gebäude nach Wärmeschutzverordnung von 1977 kommt man mit 900m² und einer Annahme von 88,8W/m² auf knapp 80.000W = 80kW.
      Liebe Grüße, Martin

  20. Alex / Antworten ¬

    Hallo Martin,
    super Seite, Danke für die vielen wertvollen Infos!
    Ich versuche gerade mal spasshalber nachzurechnen, ob unsere Speicherladepumpe passt. Aber ich bin nicht sicher, ob meine Zahlen Sinn machen.
    Wir haben eine sehr einfache Anlage, mit Öl-NT Kessel mit 18-22kW und einem 150 L Liegespeicher. Eine Pumpe für den Heizkreis, eine für den Liegespeicher, kein Mischer.

    Förderhöhe:
    R=150, angenommen aufgrund Deiner Empfehlung im Artikel
    L=5m, ist wohl eher überschätzt, sind kurze Wege
    ZF=1,2, sind nicht viele Teile in dem Kreis

    Förderhöhe H = (150 x 5 x 1,2) / 2 = 0,09 mWs

    Förderstrom:
    Q=5kW für unser RMH aus den 60’ern mit Dämmung und Dachgeschossdämmung bei ca 105qm Wohnfläche. Die online Rechner spucken je nach Art zwischen 3,1 und 8,2kW Heizlast aus, da habe ich den Mittelwert genommen.
    Temperaturdifferenz: keine Ahnung, habe mit 1K gerechnet

    Förderstrom Qpu = 5 / (1 x 1,16 x 1) = 4,3 m³/h

    Stimmen meine Annahmen, sind das valide Ergebnisse?
    Falls ja, was für Pumpen kommen denn da in Frage, da sind für diese Werte wohl auch die kleinsten überdimensioniert, oder wo fehlen mir noch Zusammenhänge?

    Vielen herzlichen Dank, wenn Du mir da weiterhelfen könntest!
    Grüße, Alex

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Alex,
      die Förderhöhe stimmt soweit, auch wenn du beachten musst, dass für den Weg Vor- und Rücklauf in Meter m angegeben wird. Also Gebäudegeometrie x2. Ich würde dann mal folgende Parameter annehmen:
      H = (150 x 10 x 1,2) / 10.000 = 0,18 mWs
      Bei der Berechnung des Volumenstroms hast du die Spreizung von Vor- und Rücklauf als wichtigsten Faktor nicht berücksichtigt. Die Spreizung ist die Temperaturdifferenz von Vor- und Rücklauf. Wenn du hier eine Spreizung von 1K angibst, würde keine Wärme an den Raum abgegeben werden. Wenn du hier 20 Kelvin annimmst, was angestrebt werden sollte, hast du einen Volumenstrom von 0,215 m³/h.
      Qpu = 5 / (1 x 1,16 x 20) = 0,215 m³/h
      In den Auslegungsprogrammen von Grundfos und Wilo kannst du dir nun eine passende Pumpe auslegen lassen.
      Liebe Grüße, Martin

      1. Alex / Antworten ¬

        Moin Martin,
        super, Danke für die Erläuterung. In meinem Fall ging es um eine Speicherladepumpe, wird da die Spreizung ebenfalls mit 20K angenommen oder anders?
        Danke und viele Grüße!
        Alex

Hinterlasse einen Kommentar

* Pflichtfelder