Im siebten Schritt der Serie “Hydraulischen Abgleich selber machen” werden wir die Parameter für unsere Heizungspumpe berechnen und die passenden Regelparameter auswählen. Dazu ermitteln wir im ersten Schritt die Förderhöhe sowie den notwendigen Förderstrom für die Heizungspumpe, legen eine Pumpe aus und nehmen anschließend die richtigen Einstellungen an der Heizungspumpe vor.
Wichtig: Für die Berechnung beziehen wir uns auf die Grundlagen aus meinem Beitrag „Auslegung einer Heizungspumpe mit Beispielrechnung“.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Berechnen des Förderstroms über die Heizkörpervolumenströme
- 2 Berechnen der Förderhöhe
- 3 Einstellmöglichkeiten bei Heizungspumpen
- 3.1 Differenzdruck konstant Δp-c
- 3.2 Differenzdruck variabel Δp-v:
- 3.3 Differenzdruck temperaturgeführt Δp-t:
- 3.4 Auto-Modi: AutoAdapt (Grundfos) & Dynamic Adapt (Wilo)
- 3.4.1 Wie funktioniert der Automatikmodus einer Heizungspumpe?
- 3.4.2 Was bedeutet AutoAdapt bei Grundfos?
- 3.4.3 Wie funktioniert AutoAdapt (Heizungspumpe)?
- 3.4.4 Was ist Dynamic Adapt (Wilo)
- 3.4.5 Wann ist der Automatikmodus einer Heizungspumpe sinnvoll?
- 3.4.6 Wann ist der Automatikmodus einer Heizungspumpe nicht sinnvoll?
- 4 Wahl der Heizungspumpe mit der Wilo-Schnellauslegung
- 5 Einstellen der vorhandenen Grundfos Pumpe
- 6 Fazit
Berechnen des Förderstroms über die Heizkörpervolumenströme
Um den maximal benötigten Förderstrom (Volumenstrom) einer Heizungspumpe QPU zu berechnen, addieren wir die berechneten Heizkörpervolumenströme (Schritt 5: Volumenstrom berechnen) und erhalten als Summe den Förderstrom für die Heizungspumpe.
| Raum | HK Nr. | Volumenstrom |
| Vorraum (EG) | 1 | 27 l/h |
| Toilette (EG) | 2 | 4 l/h |
| Waschraum (EG) | 3 | 6 l/h |
| Küche (EG) | 4 | 26 l/h |
| Wohnzimmer (EG) | 5 | 39 l/h |
| 6 | 39 l/h | |
| Flur (EG) | 7 | 16 l/h |
| Schlafen (OG) | 8 | 24 l/h |
| Bad (OG) | 9 | 18 l/h |
| Büro (OG) | 10 | 35 l/h |
| Gast (OG) | 11 | 29 l/h |
| Flur (OG) – NEU | 12 | 29 l/h |
| Summe | 292 l/h |
Die Summe der Heizkörpervolumenströme VHK ergibt den Förderstrom QPU.
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Berechnen der Förderhöhe
In diesem Abschnitt ermitteln wir überschlägig die Förderhöhe (H) für unsere Heizungspumpe (falls ihr vergessen habt, was die Förderhöhe ist und wie sie berechnet wird, schaut einfach noch einmal in meine Beiträge „Was ist die Förderhöhe einer Pumpe?“ sowie „Auslegung einer Heizungspumpe mit Beispielrechnung„).
Hinweis: In einem Neubau erhaltet ihr die Förderhöhe aus der Rohrnetzberechnung der Heizungsanlage.
Folgende Daten sind vom Beispielgebäude gegeben:
- Einfamilienhaus, Baujahr 1935, saniert 2005 (Fassade, Dach, Fenster, Heizung)
- Gesamtfläche (beheizt): ca. 100 m²
- Breite: 6 m
- Länge: 9 m
- Raumhöhe mit Decke EG: 2,5 m
- Raumhöhe mit Decke OG: 2,5 m
- ZF = 2,2 (Formstücke, Armaturen und Thermostatventile vorhanden)
- Annahme von 120 Pa/m Druckverlust
R = 120 Pa/m
L = (6 m + 9 m + 5 m) * 2 = 40 m
ZF = 2,2
Die ermittelte Förderhöhe von 1,06 mWs ist ein wichtiger Sollwert, welcher in vielen modernen Heizungspumpen hinterlegt werden kann und für einen optimierten Betrieb der Pumpe sorgt.
Einstellmöglichkeiten bei Heizungspumpen
Bevor wir uns die Wahl der Heizungspumpe anschauen, möchte ich euch noch die verschiedenen Einstellmöglichkeiten bei modernen Heizungspumpen vorstellen. In den meisten elektronischen Heizungspumpen kann man die Regelart, den Differenzdruck-Sollwert (unsere berechnete Förderhöhe H) und Automations-Modi, wie „AutoAdapt“ (Grundfos) und „Dynamic Adapt“ (Wilo), einstellen. Der Volumenstrom ergibt sich dann aus der Kombination der hinterlegten Daten, der daraus resultierenden Systemkennlinie und den Ventilstellungen.
Bei manchen Pumpen lässt sich auch ein maximaler Förderstrom (berechneter Q-max) als Deckel hinterlegen, dies solltet ihr aber nur machen, wenn ihr den hydraulischen Abgleich durchgeführt habt. Nachfolgend findet ihr eine kurze Übersicht der gängigen Einstellungsmöglichkeiten und Regelungsarten sowie die passenden Einstellungsempfehlungen.
Differenzdruck konstant Δp-c
Bei der Einstellung „Differenzdruck konstant“ hält die Pumpe den eingestellten Differenzdruck (notwendige Förderhöhe) innerhalb der Pumpenkennlinie dauerhaft konstant. Das bedeutet, dass der Druckverlust zwischen Vor- und Rücklauf stabil bleibt, unabhängig vom aktuell geförderten Volumenstrom. Der Volumenstrom selbst ergibt sich aus Ventilstellungen und Rohrnetz.
Wann sollte der Differenzdruck Δp-c eingestellt werden?
Die Einstellung „Differenzdruck konstant“ wird empfohlen, wenn ihr im Sekundärkreis (Wärmeverteilung und Wärmeübergabe) druckunabhängige Heizkörperventile (voreinstellbare Heizkörperventile mit internem Differenzdruckregler) an euren Heizkörpern installiert habt (siehe Schritt 6 zum hydraulischen Abgleich) oder alternativ in größeren Gebäuden strangweise Differenzdruckregler mit konventionellen voreinstellbaren Heizkörperventilen installiert sind. Dies ist notwendig, da druckunabhängige Heizkörperventile und strangweise Differenzdruckregler für das korrekte Funktionieren einen Mindest-Differenzdruck benötigen. Wäre dieser nicht konstant, könnten Heizkörper im Teillastbereich unterversorgt sein.
Auch im Primärkreis (Bereich des Wärmeerzeugers) ist die Einstellung „Differenzdruck konstant“ häufig sinnvoll, wenn ein Mindestvolumenstrom als Taktungs-/Überhitzungsschutz am Wärmeerzeuger erforderlich ist.
Differenzdruck variabel Δp-v:
Bei der Einstellung „Differenzdruck variabel“ passt die Pumpe den Differenzdruck dynamisch an den aktuellen Volumenstrom an. Wenn der Förderstrom beispielsweise durch schließende Thermostatventile sinkt, fällt auch die Förderhöhe linear ab. Das reduziert Strömungsgeräusche, spart Strom und verbessert den Teillastbetrieb deutlich.
Wann sollte der Differenzdruck Δp-v eingestellt werden?
Die Einstellung wird empfohlen, wenn ihr im Sekundärkreis (Wärmeverteilung und Wärmeübergabe) an euren Heizkörpern konventionelle, voreinstellbare Heizkörperventile ohne integrierte Differenzdruckregelung (siehe Schritt 6 zum hydraulischen Abgleich) oder in größeren Gebäuden zusätzlich strangweise voreinstellbare Strangregulierarmaturen installiert habt.
Hinweis: Bei Fußbodenheizungen wird meist Δp-c genutzt. Δp-v lohnt sich nur bei sehr variablen Zonenanlagen mit vielen Stellantrieben.
Differenzdruck temperaturgeführt Δp-t:
Die Pumpe passt den Differenzdruck anhand der Vorlauf- oder der Rücklauftemperatur zwischen minimaler und maximaler Förderhöhe an. Es gibt zwei Betriebsmodi: positive und negative Steigung.
Wann sollte der Differenzdruck Δp-t „positive Steigung“ eingestellt werden?
Zum Beispiel im Primärkreis bei älteren Standardheizkesseln (welche es heute so gut wie nicht mehr gibt): Steigt die Vorlauftemperatur (höherer Bedarf), steigt auch der Differenzdruck – mehr Volumenstrom steht bereit.
Wann sollte der Differenzdruck Δp-t „negative Steigung“ eingestellt werden?
Zum Beispiel im Primärkreis bei Brennwertkesseln: Steigt die Rücklauftemperatur (ungünstig für die Kondensation des Wasserdampfes in den Abgasen), senkt die Pumpe den Differenzdruck. Dadurch sinkt der Volumenstrom, die Verweilzeit in den Heizflächen steigt und die Rücklauftemperatur fällt wieder, sodass der Brennwerteffekt besser genutzt werden kann.
Hinweis: Die Vor- oder Rücklauftemperatur muss erfasst werden. Bei Pumpen mit internem Fühler bedeutet das in der Praxis: Einbau im Vor- oder Rücklauf. Bei externem Temperatursensor ist die Pumpenlage weniger kritisch und es wird eher der Vorlauf gewählt. Für Brennwertthermen und Brennwertkessel gelten als Richtwerte: günstige Rücklauftemperaturen für die Nutzung des Brennwerteffekts: < ~52 °C (Gas) bzw. < ~45 °C (Öl).
Auto-Modi: AutoAdapt (Grundfos) & Dynamic Adapt (Wilo)
Viele kleinere moderne Heizungspumpen, speziell für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie kleine Mehrfamilienhäuser, besitzen einen Automatikmodus. Die Pumpe wählt dann automatisch eine passende Regelkennlinie bzw. einen Differenzdruck-Sollwert (Förderhöhe) innerhalb eines vorgegebenen Bereichs. Ziel ist es, durch die Automatisierung einen ausreichenden Volumenstrom, bei leisem Betrieb und niedrigem Stromverbrauch, bereitzustellen. Der Automatikmodus ist aber nicht immer sinnvoll!
Wie funktioniert der Automatikmodus einer Heizungspumpe?
Vereinfacht gesagt misst die Pumpe den Differenzdruck an der Heizungspumpe (Reaktion auf öffnende und schließende Ventile sowie Lastwechsel) und verschiebt ihren Arbeitspunkt nach Bedarf auf eine sparsame und gleichzeitig ausreichende Pumpenkennlinie. Die Anpassung erfolgt schrittweise über mehrere Tage innerhalb eines werksseitig definierten Korridors.
Was bedeutet AutoAdapt bei Grundfos?
Der Begriff „AutoAdapt“ ist bei Grundfos nicht immer eindeutig. So ist AutoAdapt für Heizungspumpen der vorgestellte Automatikmodus, der selbsttätig eine passende Regelkennlinie/Differenzdruckvorgabe für die Pumpe wählt.
Der Begriff „AutoAdapt“ wird aber auch bei Zirkulationspumpen für Trinkwarmwasser verwendet. Dort heißt AutoAdapt aber „Nutzungszeiten anhand des Nutzerverhaltens lernen“. Die Pumpe protokolliert dann den Warmwasserverbrauch der Kunden, lernt die Nutzungszeiten und zirkuliert nur dann, wenn Warmwasser unverzüglich verfügbar sein muss (hier findet ihr mehr Informationen dazu). Dies ist nicht zu verwechseln mit dem Automatikmodus der Heizungspumpe.
Wie funktioniert AutoAdapt (Heizungspumpe)?
AutoAdapt funktioniert über schrittweises Lernen des Anlagenverhaltens und kontinuierliche Anpassung des Δp-Sollwerts innerhalb eines zulässigen Bereichs.
Was ist Dynamic Adapt (Wilo)
Dynamic Adapt ist das Wilo-Pendant zu AutoAdapt von Grundfos: automatisch optimierte Pumpenkennlinie auf minimal nötige Förderhöhe bei stabilem Betrieb.
Wann ist der Automatikmodus einer Heizungspumpe sinnvoll?
– In Bestandsanlagen mit Heizungssystemen ohne hydraulischen Abgleich
– Ersteinstellung nach Sanierung/Heizkörpertausch als Startmodus
Wann ist der Automatikmodus einer Heizungspumpe nicht sinnvoll?
– Wenn ein hydraulischer Abgleich im Gebäude durchgeführt wurde.
– Wenn ein definierter Mindest-Differenzdruck erforderlich ist, wie bei druckunabhängigen Heizkörperventilen oder strangweisen Differenzdruckreglern (dann Differenzdruck konstant).
– Wenn ein hydraulischer Abgleich mit konventionellen voreinstellbaren Heizkörperventilen durchgeführt wurde und die notwendige Förderhöhe berechnet wurde (dann Differenzdruck variabel).
– Wenn ein Mindestvolumenstrom im Primärkreis technisch gefordert ist.
Wichtig: Viele Pumpenhersteller empfehlen bei der Zweirohrheizung, ihren Automatikmodus einzustellen. Dies berücksichtigt aber auch Anlagen, die nicht hydraulisch abgeglichen sind. Bei einem nicht hydraulisch abgeglichenen System ist diese Einstellung sinnvoll. Die Automatikfunktion ersetzt keinen hydraulischen Abgleich, sorgt aber für einen effizienteren Betrieb der Heizungspumpe in einem nicht hydraulisch abgeglichenen System. In einem hydraulisch abgeglichenen System solltet ihr daher in jedem Fall die Regelart und die berechneten Sollwerte in der Pumpe hinterlegen.
Wenn Ihr einen hydraulischen Abgleich in einer Zweirohrheizung durchgeführt habt, gibt es daher folgende Empfehlungen für die Regelart der Pumpe:
| Heizungssystem | Empfohlen |
| Zweirohrheizung: – konventionelle, voreinstellbare Heizkörperventile – in größeren Gebäuden unterstützend strangweise manuelle Strangregulierarmaturen | Differenzdruck variabel (Δp-v), Sollwert Förderhöhe eingeben (wenn möglich), alternativ bei festgelegten Proportionaldruck-Kennlinien: mit der niedrigsten beginnen |
| Zweirohrheizung: – druckunabhängige Heizkörperventile (PIVC) – in größeren Gebäuden: konventionelle, voreinstellbare Heizkörperventile oder strangweise Differenzdruckregler | Differenzdruck konstant (Δp-c), Sollwert Förderhöhe eingeben (wenn möglich), alternativ bei festgelegten Konstantdruck-Kennlinien: mit der niedrigsten beginnen |
Wahl der Heizungspumpe mit der Wilo-Schnellauslegung
Wenn in eurem Gebäude noch keine elektronisch geregelte Pumpe verbaut ist, könnt ihr nun mit den vorhandenen Daten eine Heizungspumpe auslegen. Wenn ihr schon eine elektronisch geregelte Heizungspumpe der Energieeffizienzklasse A habt, könnt ihr die berechneten Parameter in der Pumpe anpassen. Hier findet ihr noch einmal die Grundlagen zur Auslegung einer Heizungspumpe.
Hinweis: In einer älteren Version dieses Artikels habe ich das Beispiel auch für eine Grundfos Pumpe gezeigt. Die Einstellmöglichkeiten bei Grundfos Select (mit Stand September 2025) haben sich jedoch stark geändert und es bedarf umfangreichen Fachwissens durch eine Fachfirma. Dies kann sich in Zukunft wieder ändern.
Im Folgenden werde ich euch zeigen, wie ihr mit unseren Daten überschlägig eine Heizungspumpe mit der Wilo-Schnellauslegung auslegen könnt. Andere Pumpenhersteller wie Grundfos, KSB oder Biral haben ähnliche Auslegungsprogramme, die aber auch etwas komplizierter wirken und manchmal auch einen Kundenlogin benötigen.
Über die Webseite vom Wilo-Auslegungsprogramm können wir mit unseren berechneten Daten den Förderstrom und die Förderhöhe eine passende Pumpe auslegen lassen. Dazu geht ihr auf die Webseite, gebt eure Daten ein und klickt anschließend auf „Passende Pumpen suchen„

Tipp: Falls Ihr die Daten wie Volumenstrom und Förderhöhe nicht habt, könnt Ihr in dem Programm den Volumenstrom und die Förderhöhe auch über die Gebäudedaten bestimmen. Das Ergebnis weicht hier etwas von unseren überschlägig ermittelten Daten ab, das Ergebnis sollte aber ähnlich sein. Bei der Berechnung über die Wilo-Webseite kommen als Ergebnis ein Volumenstrom von 0,2 m³/h und eine Förderhöhe von 1,31 mWs heraus.

Nachdem ihr auf „Passende Pumpen suchen“ geklickt habt, erhaltet ihr eine Auswahl an möglichen Heizungspumpen. Wilo empfiehlt uns auf Grundlage der eingegebenen Daten verschiedene Modelle, wie die Stratos PICO Plus, Yonos PICO Plus oder Atmos PICO Plus.
Wichtig: Welche Pumpe am Ende eingebaut werden soll, solltet ihr unbedingt mit eurer Heizungsfachfirma abstimmen! Diese kann die Situation vor Ort überprüfen und am besten einschätzen.

Als Nächstes schaut ihr euch zwei Pumpen etwas genauer an, die euch vorgeschlagen werden. Ich wähle die Stratos PICO Plus und die Yonos PICO Plus, da diese zu den kleinsten Heizungspumpen der Wilo-Familie gehören, bei denen ich Δp-v und Δp-c im Menü auswählen kann. Anschließend schaut ihr euch die Kennlinien der Pumpen etwas genauer an. Dazu klickt ihr auf die Pumpe und wählt anschließend „Kennlinie“ aus. Hier könnt ihr euch die Pumpenkennlinien für variablen Differenzdruck (Δp-v) und konstanten Differenzdruck (Δp-c) anschauen.


Hinweis zur Erinnerung:
– Für Δp-v (Differenzdruck variabel) sollte sich der Arbeitspunkt im zweiten Drittel der Pumpenkennlinie befinden (rosa dargestellt). Dies passt bei beiden Pumpen.
– Für Δp-c (Differenzdruck konstant) ist dies weniger relevant, da sich der Arbeitspunkt nur horizontal verschiebt.
Anhand der Pumpenkennlinie sehe ich, dass ich bei beiden Pumpen genügend Spiel hätte, um die Förderleistung zu erhöhen (falls notwendig). Ich kann die Pumpe daher anhand der maximalen elektrischen Leistungsaufnahme und des Kaufpreises auswählen.
| Stratos PICO Plus | Yonos PICO Plus | |
| Einstellung Δp-c/ Δp-v möglich | Ja | Ja |
| Einstellung Förderhöhe (H) möglich | Ja | Ja |
| max. elektr. Leistungsaufnahme im Betriebspunkt | ca. 5 W | ca. 3 W |
| Kosten | teurer als Yonos | günstiger als Stratos |
Meine Wahl würde auf die Wilo Yonos PICO Plus fallen, da diese kostengünstiger ist und eine niedrigere maximale Leistungsaufnahme hat.
Wenn eure Pumpe eingebaut ist, könnt ihr mit der Einstellung beginnen. Im Menü der Yonos PICO Plus (Bedienungsanleitung) könnt ihr die Einstellungen nachvollziehen.
WICHTIG: Bei der Yonos Pico Plus hat die Einstellung Δp-c (Differenzdruck konstant) ein „Fußbodenheizungs-Symbol“ und die Einstellung Δp-v ein „Heizkörper-Symbol“. Lasst euch davon bitte nicht irritieren.
Im Menü der Wilo Stratos PICO Plus solltet ihr die „Manuelle Einstellung“ wählen (siehe Wilo Stratos PICO Plus Quickguide auf Seite 18) und die ganzen Daten hinterlegen.
Egal, welche Pumpe ihr nun gewählt habt: Als Einstellung würde ich bei beiden Pumpen folgende Voreinstellung wählen:
- Regelungsart: Δp-v bei konventionellen, voreinstellbaren Heizkörperventilen
- Regelungsart: Δp-c bei druckunabhängigen Heizkörperventilen (PIVC)
- Sollwert: 1,1 mWs (Einstellung mit einer Nachkommastelle – 1,06 mWs ≈ 1,1 mWs)
- Optional nur Stratos: Nachtabsenkung – ON/OFF (je nachdem, was ihr bevorzugt, ich würde auf ON stellen)
- Optional nur Stratos: Druckunabhängige Ventile (PICV) – ON/OFF (je nachdem, was verbaut ist)
Für unser Beispielgebäude würde ich Yonos PICO Plus wählen. Da konventionelle, voreinstellbare Heizkörperventile verbaut sind, wähle ich als Regelungsart Differenzdruck variabel (Heizkörpersymbol) und hinterlege die Förderhöhe 1,1 mWs (1,06 mWs ≈ 1,1 mWs) – fertig.
Einstellen der vorhandenen Grundfos Pumpe
In unserem Beispielgebäude befindet sich bereits eine Grundfos Alpha2 25-60 180 Heizungspumpe. Das bedeutet, wir versuchen hier die optimalen Einstellungen zu finden.
Schaut für die Einstellmöglichkeiten immer die Bedienungsanleitung eurer Pumpe an, dort findet ihr alle notwendigen Informationen. Bei dieser Grundfos Alpha2 gibt es folgende Einstellmöglichkeiten:

- I – konstante Drehzahl (Stufe 1)
- II – konstante Drehzahl (Stufe 2)
- III – konstante Drehzahl (Stufe 3)
- AutoAdapt – Automatikmodus
- PP1 – untere Proportionaldruck-Kennlinie (Differenzdruck variabel)
- PP2 – obere Proportionaldruck-Kennlinie (Differenzdruck variabel)
- CP1 – untere Konstantdruck-Kennlinie (Differenzdruck konstant)
- CP2 – obere Konstantdruck-Kennlinie (Differenzdruck konstant)
Gemäß der Grundfos-Anleitung werden folgende Voreinstellungen für eine Zweirohrheizung empfohlen. Ich gehe davon aus, dass diese für alle Zweirohrheizungen gelten, also auch für Systeme, die nicht hydraulisch abgeglichen wurden.
| Heizungssystem | Empfohlen | Alternative |
| Zweirohrheizung | AutoAdapt | Differenzdruck variabel, obere oder untere Proportionaldruck-Kennlinie (PP1 oder PP2) |
Wichtig: Da unser System hydraulisch abgeglichen ist und die Pumpe aus einer Zeit stammt, in der es noch keine druckunabhängigen Heizkörperventile (PICV) gab, habe ich die Tabelle aus der Anleitung ergänzt und etwas angepasst. Hier meine allgemeine Empfehlungen für die Pumpeneinstellung.
| Heizungssystem | Empfohlen | Alternative |
| Zweirohrheizung (konventionelle, voreinstellbare Heizkörperventile) | Differenzdruck variabel, Δp-v, untere Proportionaldruck-Kennlinie (PP1) | Differenzdruck variabel, Δp-v, obere Proportionaldruck-Kennlinie (PP2), wenn ungünstigster Heizkörper im Netz nicht zuverlässig warm wird oder AutoAdapt als Startfunktion. |
| Zweirohrheizung (druckunabhängige Heizkörperventile – PICV) | Differenzdruck konstant, Δp-c, untere Konstantdruck-Kennlinie (CP1) | Differenzdruck konstant, Δp-c, obere Konstantdruck-Kennlinie (CP2), wenn ungünstigster Heizkörper im Netz nicht zuverlässig warm wird |
Ein Blick in die Bedienungsanleitung gibt uns Aufschluss darüber, welche Einstellung eine entsprechende Wirkung im Pumpendiagramm hat. Zur Erinnerung: Unsere Förderhöhe (H) war 1,06 mWs und unser Förderstrom (Q) war 0,29 m³/h. Wenn ich diesen im Pumpendiagramm einzeichne, komme ich zu folgender Erkenntnis:

Arbeitspunkt 1 (AP1)
Wenn ich eine Zweirohrheizung mit konventionellen, voreinstellbaren Heizkörperventilen habe, kann ich die untere Proportionaldruck-Kennlinie (PP1) wählen. Der Arbeitspunkt liegt mit H = 1,06 mWs und Q = 0,29 m³/h dann fast direkt auf der Kennlinie und die maximale Leistungsaufnahme liegt bei etwa 9 W. Wenn der ungünstigste Heizkörper im Netz nicht zuverlässig warm wird, kann ich die Kennlinie auf PP2 erhöhen.
Arbeitspunkt 2 (AP2)
Wenn ich eine Zweirohrheizung mit druckunabhängigen Heizkörperventilen (PICV) habe, und die untere Konstantdruck-Kennlinie (CP1) wähle, liegt die Förderhöhe bei rund 3 mWs, also etwa 180 % über dem berechneten Wert von 1,06 mWs. Da druckunabhängige Heizkörperventile einen Mindest-Differenzdruck benötigen, spricht jedoch weiterhin vieles für die Einstellung Δp-c (Konstantdruck) = CP1. Die Leistungsaufnahme würde dann bei etwa 16 W liegen.
Auch wenn CP1 mehr Pumpenstrom benötigt und eine höhere Förderhöhe fördert als nötig, ist nach meiner Einschätzung die Gesamteinsparung durch einen korrekten hydraulischen Abgleich mit druckunabhängigen Heizkörperventilen im Wärmebereich meist deutlich größer. Ihr könntet daher wie folgt vorgehen:
- Startet mit der geringsten Kennlinie CP1 (Δp–c). Wenn es keine Geräusche gibt und alles warm wird, so belassen.
- Wenn unangenehme Geräusche auftreten, Pumpe tauschen und kleiner dimensionieren (die vorhandene wurde vor dem Abgleich gewählt, eine kleinere würde den notwendigen Differenzdruck besser treffen).
Hinweis: Wenn die Einstellung CP1 bei druckunabhängigen Ventilen hörbar zu hoch ist, ist die saubere Lösung eine kleiner dimensionierte Pumpe oder ein Modell mit frei einstellbarer Förderhöhe (ihr müsstet die Pumpe dann tauschen). Auch wenn die Pumpe die Möglichkeit hat, eine Konstantdrehzahl (I/II/III) zu hinterlegen, rate ich davon als Dauerbetrieb ab. Die Konstantdrehzahl trifft die gewünschte Förderhöhe zwar manchmal besser als der zu hohe CP1, garantiert sie aber nicht in allen Betriebssituationen, gerade im Teillastbereich.
Einstellung im Beispielgebäude
Da sich im Gebäude eine Zweirohrheizung mit konventionellen, voreinstellbaren Heizkörperventilen befindet, habe ich die Einstellung der Pumpe auf variablen Differenzdruck (Δp-v) mit der unteren Proportionaldruck-Kennlinie (PP1) gewählt.
Fazit
Die Auswahl der Heizungspumpe und des optimalen Betriebspunktes sind nicht immer einfach zu finden. Besonders bei Pumpen, bei denen ihr die Förderhöhe nicht direkt vorgeben könnt, ist manchmal ein Kompromiss nötig. Das kann dann etwa eine höhere Förderhöhe mit einer höheren Leistungsaufnahme sein. Behaltet daher stets das Gesamtbild im Blick: Die größten Einsparungen bringt ein korrekter hydraulischer Abgleich mit Ventileinstellung und der passenden Regelstrategie.
Im nächsten Schritt der Serie „Hydraulischen Abgleich selber machen“ werden wir die finalen Einstellungen an der Heizkurve vornehmen. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, nutzt die Kommentarfunktion.
Wichtig: Die Einstellungen an der Heizungspumpe könnt ihr nur durchführen, wenn es sich um eine elektronisch geregelte Heizungspumpe handelt. Falls ihr noch eine stufengeregelte Pumpe habt, solltet ihr diese gegen eine elektronisch geregelte Pumpe tauschen lassen (bitte korrekt dimensioniert – nicht einfach eins zu eins tauschen). Im nachfolgenden Bild seht ihr noch einmal die Unterschiede zwischen stufengeregelten und elektronisch geregelten Heizungspumpen. Lasst die Heizungspumpe in jedem Fall von einem Fachbetrieb tauschen. Wenn ihr keinen Fachbetrieb in eurer Nähe kennt, könnt ihr unter dem folgenden Link kostenlos und unverbindlich bis zu fünf Angebote von Fachfirmen aus eurer Region anfordern: Heizungsfachbetriebe finden.

Im Folgenden findet ihr die Übersicht zur Serie „Hydraulischen Abgleich selber machen“:
- Hydraulischer Abgleich – Beispiel an einem Einfamilienhaus
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 1: Grundlagen
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 2: Heizlastberechnung
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 3: Datenaufnahme
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 4: Berechnen der Heizkörperleistung
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Korrektur: Fußbodenheizung oder Fußbodenerwärmung?
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 5: Volumenstrom berechnen
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 6: Voreinstellung der Heizkörperventile
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 7: Heizungspumpe berechnen
- Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 8: Heizkurve einstellen
Zugehörige Beiträge zum hydraulischen Abgleich außerhalb der Serie:
- Was ist ein hydraulischer Abgleich?
- Wie funktioniert ein Thermostatventil?
- Berechnung von alten Heizkörpern im Bestand
- Kosten für einen hydraulischen Abgleich berechnen
- Automatischer hydraulischer Abgleich – Alles Quatsch?!
- Hydraulischer Abgleich im Vergleich: Statisch vs. Dynamisch vs. Adaptiv vs. Thermisch
Wichtig: Bevor ihr mit der Anleitung zum hydraulischen Abgleich beginnt, weise ich euch darauf hin, dass die hier geschilderten Arbeitsweisen auf persönlichen Erfahrungen und gängigen Empfehlungen zum hydraulischen Abgleich basieren. Das Ausprobieren und das Implementieren der beschriebenen Vorgehensweisen erfolgt ausschließlich auf eigene Verantwortung und Gefahr. Weiterhin empfehle ich euch, die berechneten Werte immer von einem Fachbetrieb oder einem Ingenieurbüro prüfen zu lassen. Denn auch wenn der hier beschriebene Weg einfach erscheint, können sich immer wieder Rechenfehler einschleichen.
Viele Grüße! Martin
Weiterführende Links und Quellen:
Wilo Pumpenfibel 2016
Wilo Deutschland
Wilo Schnellauslegung
Wilo-Select Online
Grundfos Deutschland
Grundfos Select



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