Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 7: Heizungspumpe berechnen

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Im siebten und letzten Schritt der Serie “Hydraulischen Abgleich selber machen” werden wir die Parameter für unsere Heizungspumpe berechnen. Dazu ermitteln wir die Förderhöhe und den notwendigen Förderstrom für die Heizungspumpe.

Wichtig: Für die Berechnung beziehen wir uns auf die Grundlagen aus meinem Beitrag „Auslegung einer Heizungspumpe mit Beispielrechnung„.

Berechnen des Förderstroms Q_{PU}

Um den maximal benötigten Förderstrom (Volumenstrom) einer Heizungspumpe Q_{PU} zu berechnen, gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man den Volumenstrom mit dem Leistungsbedarf des Gebäudes (Schritt 2: Heizlastberechnung) berechnen und zum anderen kann man die berechneten Heizkörpervolumenströme (Schritt 5: Volumenstrom berechnen) addieren und erhält als Summe den Förderstrom für die Heizungspumpe. Im Folgenden werden wir beide Varianten durchrechnen.

Berechnung des Förderstroms mit der Gesamtheizlast

Um den Förderstrom mit Hilfe der Gesamtheizlast berechnen zu können, nehmen wir die in „Schritt 2: Heizlastberechnung“ ermittelte Gesamtheizlast. Wir beziehen uns dabei auf die mit dem Datenschieber von Honeywell ermittelte Heizlast.

Berechnung:

    \[ \boxed{Q_{PU}=\frac{0,86 \cdot 7kW}{20K} = \underline{\underline{0,3\frac{m^3}{h}}}} \]

Berechnung des Förderstroms über die Heizkörpervolumenströme

Um den Förderstrom mit Hilfe der Heizkörpervolumenströme zu berechnen, addieren wir die berechneten Volumenströme unserer Heizkörper zusammen.

Erdgeschoss (EG)

Heizkörper 1: Vorraum, \dot V=27,09l/h
Heizkörper 2: Gäste WC, \dot V=3,87l/h
Heizkörper 3: Waschraum, \dot V=5,59l/h
Heizkörper 4: Küche, \dot V=26,23l/h
Heizkörper 5: Wohnzimmer, \dot V=39,35l/h
Heizkörper 6: Wohnzimmer, \dot V=39,35l/h
Heizkörper 7: Flur und Treppenhaus, \dot V=16,34l/h

Obergeschoss (OG)

Heizkörper 8: Schlafzimmer, \dot V=23,65l/h
Heizkörper 9: Bad, 2 Außenwände, \dot V=17,63l/h
Heizkörper 10: Büro, 2 Außenwände, \dot V=39,73l/h
Heizkörper 11: Gästezimmer, \dot V=28,81l/h

Die Summe der Heizkörpervolumenströme V_{HK} ergibt den Förderstrom Q_{PU}

    \[ \boxed{Q_{PU}=\sum \dot V_{HK}= 267,64\frac{l}{h}=\underline{\underline{0,27\frac{m^3}{h}}}} \]

Hinweis: Die Differenz der Förderströme von 0,03m^3/h bei beiden Rechenvarianten hat folgenden Grund: Im oberen Flur des Beispielgebäudes haben wir eine Wärmelast von 680W berechnet. Da es in diesem Flurbereich keinen Heizkörper gibt, konnten wir dafür auch keinen Volumenstrom berechnen. Dieser fehlt daher in der zweiten Rechenvariante mit den Heizkörpervolumenströmen. Die genannte Differenz von 0,03m^3/h sollte jedoch keine zu große Auswirkung auf unsere Pumpenparameter haben.

Berechnung der Förderhöhe H

In diesem Abschnitt ermitteln wir die Förderhöhe für unsere Heizungspumpe (falls ihr vergessen habt, was die Förderhöhe ist und wie sie berechnet wird, schaut einfach noch einmal in meinen Beiträgen „Was ist die Förderhöhe einer Pumpe?“ sowie „Auslegung einer Heizungspumpe mit Beispielrechnung“ nach).

Folgende Daten sind vom Beispielgebäude gegeben:

  • Einfamilienhaus, Baujahr 1935, saniert 2005 (Fassade, Dach, Fenster, Heizung)
  • Gesamtfläche (beheizt): 99m^2
  • Breite: 6m
  • Länge: 9m
  • Raumhöhe mit Decke EG: 2,5 m
  • Raumhöhe mit Decke OG: 2,5 m
  • ZF = 2,2 (Formstücke, Armaturen und Thermostatventile vorhanden)
  • Annahme von 120Pa/m Druckverlust

R= 120 Pa/m
L=(6m+9m+5m) \cdot 2 = 40m
ZF = 2,2

    \[ \boxed{H=\frac{120Pa/m \cdot 40m \cdot 2,2} {10.000} = \underline{\underline{1,06 mWS}}} \]

Wahl der Heizungspumpe und ihre Einstellung

Mit den nun vorhandenen Daten können wir unsere Heizungspumpe auslegen. Wenn ihr schon eine elektronisch geregelte Heizungspumpe der Energieeffizienzklasse A habt, könnt ihr die berechneten Parameter in der Pumpe anpassen.

Im Folgenden werde ich euch noch einmal zeigen, wie wir mit unseren Daten eine Heizungspumpe auslegen. Dies werde ich euch am Beispiel mit den Smartphone Applikationen für Wilo und Grundfos zeigen.

Hinweis: Wenn ihr alternative Wege zur Auslegung einer Heizungspumpe haben möchtet und Onlineauslegungsprogramme bevorzugt, schaut einfach noch einmal in meinem Beitrag „Auslegung einer Heizungspumpe mit Beispielrechnung“ nach.

Auslegung mit Grundfos AppCAPS

Mit der Grundfos Smartphone App “Grundfos AppCAPS” können wir mit unseren Daten in wenigen Schritten eine Grundfos Pumpe auslegen. Die App findet ihr kostenlos für Android im Google Playstore oder für iPhone/ iPad auf iTunes.

Ich habe die Schritte der Pumpenauslegung in Abbildung 1 noch einmal dargestellt.
Um mit der Auslegung zu starten, öffnet ihr Grundfos AppCAPS.

  • Schritt 1: Menüpunkt „Auslegen“ wählen
  • Schritt 2: Volumenstrom und Förderhöhe eintragen
  • Schritt 3: Auslegung starten

Grundfos AppCAPS empfiehlt uns auf Grundlage der eingegebenen Daten eine Alpha 2 25-40 180*.

Pumpenauslegung mit Grundfos AppCAPS

Abbildung 1: Pumpenauslegung mit Grundfos AppCAPS

Auslegung mit dem Wilo Assistenten

Mit der Wilo Smartphone App “Wilo Assistent” können wir ebenfalls in wenigen Schritten eine Wilo Pumpe auslegen. Die App findet ihr ebenfalls kostenlos für Android im Google Playstore oder für iPhone/ iPad auf iTunes.

Ich habe auch hier die Schritte der Pumpenauslegung in Abbildung 2 noch einmal dargestellt.
Um mit der Auslegung zu starten, öffnet ihr den Wilo Assistenten.

  • Schritt 1: Menü oben rechts im Bild auswählen
  • Schritt 2: „Pumpenauslegung“ wählen
  • Schritt 3: Volumenstrom und Förderhöhe eintragen
  • Schritt 4: Suche beginnen

Der Wilo Assistent empfiehlt uns auf Grundlage der eingegebenen Daten eine Wilo Stratos Pico 25/1-4*.

Pumpenauslegung mit dem Wilo Assistenten

Abbildung 2: Pumpenauslegung mit dem Wilo Assistenten

Einstellen der Grundfos Pumpe

In unserem Beispielgebäude befindet sich eine Grundfos Alpha 1 25-40 Heizungspumpe. Bei der Grundfos Alpha kann man die berechneten Daten nicht direkt in der Pumpe hinterlegen. Man hat aber die die Möglichkeit 3 feste Drehzahlstufen einzustellen oder die Pumpe in der von Grundfos entwickelten AutoAdapt-Funktion laufen zu lassen.

Laut der Empfehlung von Grundfos reicht es aus die Pumpe in der AutoAdapt-Funktion zu betreiben. Die Heizungspumpe soll dann in der Lage sein bei jeder Wärmebedarfsänderung die optimale Einstellung zu finden. Wir stellen unsere Pumpe also auf AutoAdapt.

Ich empfehle dennoch bei größeren Pumpen die berechneten Werte zu hinterlegen. Für die Einstellung der Heizungspumpen werden Einstellgeräte von Grundfos benötigt, welche für den einmaligen Gebrauch einen zu hohen Anschaffungspreis haben (Grundfos Controller R100, Grundfos Go Fernbedienung für Smartphones). Es empfiehlt sich daher die Einstellung der Pumpe von einem Fachbetrieb durchführen zu lassen.

Hinweis: Wenn ihr keinen Fachbetrieb in eurer Nähe kennt, könnt ihr unter dem folgenden Link kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von Fachfirmen aus eurer Region anfordern: Heizungsfachbetriebe finden.

Einstellen der Wilo Pumpe – Stratos Pico 25/1-4

Angenommen wir haben eine Wilo Stratos Pico 25/1-4 in unserem Beispielgebäude installiert, nutzen wir die folgende einfach beschriebene Anleitung von Wilo: Displayeinstellung Wilo-Stratos-Pico

Hier können wir die berechnete Förderhöhe (1,1mWS) eingeben, die Reglungsart
(\Delta p - variabel da sich die Druckverhältnisse im Heizungsnetz dem Bedarf anpassen sollen), Nachtabsenkung (je nach Bedarf an oder aus) sowie Dynamic Adapt – On (ähnlich der AutoAdapt-Funktion von Grundfos) einstellen.

Fazit

Abschluss des hydraulischen Abgleichs

Mit dem siebten und letzten Schritt der Serie „Hydraulischen Abgleich selber machen“ und der damit verbundenen Einstellung der Heizungspumpe haben wir den hydraulischen Abgleich erfolgreich abgeschlossen. Dabei haben wir in den vorherigen Schritten die Heizlast des Beispielgebäudes berechnet, die Daten im Gebäude aufgenommen und damit die Heizkörperleistungen, Volumenströme, Kv-Werte und Voreinstellung der Heizkörperventile ermittelt.

Nachbetrachtung

Nun sei noch eine Frage gestattet: „Sind wir schon fertig mit dem hydraulischen Abgleich?“ Diese Frage kann klar mit einem NEIN beantwortet werden. Ab jetzt ist es wichtig zu beobachten, ob unsere getroffenen Annahmen und Berechnungen erfolgreich und richtig sind.

Das bedeutet: Wenn es Bereiche gibt, die nicht genügend Wärme bekommen, ist es notwendig für diese eine neue Annahme zu treffen und die Einstellwerte anzupassen. Genauso ist es notwendig die Einstellwerte anzupassen, wenn Fließgeräusche oder zu hohe Temperaturen in vereinzelten Räumen erreicht werden. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Erfolgskontrolle durch das Beobachten der Energieverbräuche im Gebäude.

Ein hydraulischer Abgleich ist erst erfolgreich, wenn die gewünschten Raumtemperaturen in jedem Bereich eines Gebäudes erreicht werden und das System ruhig und energiesparend läuft.

Dokumentation

Die Dokumentation des hydraulischen Abgleichs ist ein wichtiger Faktor für die Erfolgskontrolle. Sie kann im Nachhinein dafür sorgen, schnell und einfach einen Überblick über die berechneten Werte zu erhalten.

Eine detaillierte Dokumentation beinhaltet daher das Eintragen der aufgenommenen, berechneten und angenommenen Daten in Tabellen und Zeichnungen. Diese Vorgehensweise habe ich bereits während der gesamten Serie versucht umzusetzen. Dennoch denke ich, dass ich in naher Zukunft einen extra Beitrag zur Dokumentation eines hydraulischen Abgleichs schreiben werde, in dem ich euch ein paar Datenblätter zum Arbeiten anfertige.

Ich wünsche euch viel Erfolg mit eurem hydraulischen Abgleich! Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, nutzt die Kommentarfunktion.

Übersicht zur Serie “Hydraulischen Abgleich selber machen”:

Zugehörige Beiträge außerhalb der Beispielserie:

WICHTIG: Bevor ihr mit der Durchführung des hydraulischen Abgleichs beginnt, weise ich euch darauf hin, dass die hier geschilderten Arbeitsweisen auf meinen persönlichen Erfahrungen und Gedankengängen basieren. Das Ausprobieren und das Implementieren der beschriebenen Vorgehensweisen erfolgt ausschließlich auf eigene Verantwortung und Gefahr. Ich übernehme keine Verantwortung. Weiterhin empfehle ich euch die berechneten Werte immer von einem Fachhandwerker oder einem Ingenieurbüro prüfen zu lassen. Denn auch wenn der hier beschriebene Weg einfach erscheint, können sich immer wieder Rechenfehler einschleichen.

Wenn ihr keinen Fachbetrieb in eurer Nähe kennt, könnt ihr unter dem folgenden Link kostenlos und unverbindlich bis zu 5 Angebote von Fachfirmen aus eurer Region anfordern: Heizungsfachbetriebe finden.

Alternativ gibt es eine große Auswahl an qualifizierten Handwerker- und Fachbetrieben bei MyHammer:



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Liebe Grüße! Euer Martin

Weiterführend Links und Quellen:
Wilo Pumpenfibel 09/2009
Wilo Deutschland
Wilo-Select Online
Wilo Assistent – Google Playstore

Wilo Assistent – iTunes
Wilo Displayeinstellung Stratos-Pico
Grundfos Deutschland
Grundfos WebCAPS
Grundfos AppCAPS – Google Playstore

Grundfos AppCAPS – iTunes


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23 Kommentare/Fügen deinen eigenen Kommentar hinzu

  1. Andreas / Antworten ¬

    Hallo Martin!

    Vielen Dank für deine sehr hilfreiche Serie! Damit habe ich begriffen, dass der hydraulische Abgleich kein Hexenwerk ist, sondern „nur“ von einer ganzen Reihe von Faktoren abhängt, die viele Fachhandwerker auch nur raten oder schätzen können. Bei mir gab es einige Probleme, seitdem eine neue Heizanlange eingebaut wurde und dabei auch die Ventile ausgetauscht wurden. Tatsächlich hatte sich einiges schon sehr verbessert, nachdem ich mit Hilfe deiner Anleitung genau gerechnet und den hydraulischen Abgleich durchgeführt hatte – viele der voreingestellten Ventilwerte hatten nicht gut gepasst.

    Letztlich war es aber doch in einigen Räumen, besonders im OG, noch etwas zu kalt, deshalb habe ich nach weiteren Ursachen gesucht und bin schließlich auf die Einstellung der Heizkurve gekommen. Ich habe sie nur leicht erhöht (das führte zu einer etwas höheren Vorlauftemperatur) und seitdem läuft alles rund – überall ist die Temperatur angenehm und es gibt keinerlei Geräusche mehr im System. Das wäre vielleicht ein Tipp für ein neues Thema, wenn du Zeit und Muße haben solltest. 😉 Vielleicht könntest du auch bei der Nachbetrachtung mit aufnehmen, dass auch bei der Heizkurve eine mögliche Problemquelle liegen kann.

    In jedem Fall ein sehr guter, toll belegter und sehr hilfreicher Leitfaden von dir!

    Nochmals danke und viele Grüße

    Andreas

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Andreas,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deinen Hinweis zur Heizkurve. Es freut mich riesig, dass ich dir mit meiner Serie weiterhelfen konnte. Ich plane in Zukunft noch viele Beiträge zum Thema Heizung, wobei die Heizungsregelung und deren Einstellung auch eine wichtige Rolle spielen wird. 🙂

      Liebe Grüße! Martin

  2. Ingo / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    vielen Dank für diesen wirklich gelungenen Artikel zum Thema „hydraulischer Abgleich“.
    Ich bin absoluter Laie und war eigentlich nur auf der Suche nach ein paar Infos zur Regelung und Optimierung einer Heizungsanlage um Kosten zu sparen, etc., bin dann (Gott-sei-Dank) auf Deiner Seite gelandet.
    Super verständlich erklärt und echt interessant.

    Werde von meinen Ergebnissen berichten!

    Ich freue mich auf weitere Beiträge….. 😉

    Viele Grüße vom Niederrhein…

    Ingo

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Ingo,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Es ist schön zu hören, dass dir meine Beiträge weiterhelfen konnten 🙂 Ich bin auf deine Ergebnisse wirklich gespannt. Bis dahin viel Erfolg mit der Optimierung deiner Heizungsanlage.

      Liebe Grüße! Martin

  3. Stefan / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    Danke für die ausführliche Beschreibung!

    Mir sind dann nur noch zwei Fragen übrig geblieben:

    Wie berücksichtige ich denn bei vorgegebener Raumtemperatur von z.B. 22 Grad unterschiedliche Wunsch Temperaturen für ve,rschiedene Räume? Im Schlafzimmer 18 Grad und im Badezimmer 24 Grad?

    Ist eine Einzel Raum Regelung sinnvoll? Es wäre doch energetisch sinnvoll, trotz korrekt durchgeführten Hydraulischen Abgleichs die Heizung durch ERR zu senken, wenn niemand zu Hause ist und z.B. die Wunsch Temperatur wieder zu erreichen, wenn man wieder da ist? Mittlerweile gibt es ja so intelligente ERR, die sich z.B. über ein Smartphone steuern lassen!

    Gruß aus dem Rheinland, Stefan

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Stefan,

      vielen Dank für deine Frage. Die verschiedenen Raumtemperaturen berücksichtigst du bei der Berechnung der Heizkörper über den Umrechnungsfaktor der Heizkörpernormleistung.

      Eine Einzelraumregelung bzw. eine intelligente Heizungssteuerung ist energetisch sehr sinnvoll, da du so sicherstellen kannst nur dann zu heizen, wenn du auch zu Hause bist. Es bieten sich in diesem Fall intelligente Einzelraumregelungen und Heizungssteuerungen wie EnKey von Kieback&Peter, Tado, Alpha EOS, Controme oder Nest, aber auch programmierbare Heizkörperthermostate wie das Honeywell HR30* an. Hier kommt es darauf an, wie viel Geld du bereit bist auszugeben. Ich denke aber, dass sich die Investitionen lohnen.

      Ich hoffe ich konnte dir deine Frage beantworten.

      Liebe Grüße! Martin

  4. Detlef / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    erst einmal ein großes Lob und ein dickes „Danke schön“ für Deine Website. Zu Beginn des Jahres war ich im www auf der Suche nach einer „Anleitung zum hydraulischen Abgleich“ und wurde hier fündig. Seinerzeit hatte ich das Problem, das meinem Gefühl nach die Heizungsanlage temperaturmäßig „schwang“. Das heißt die Räume heizten z.T. sehr stark auf, kühlten dann wieder ab und heizten dann wieder sehr stark auf.

    Also habe ich im Frühjahr angefangen die Daten zu ermitteln und den Sommer über zunächst die theoretische Berechnung gemacht. Dann zum Ende des Sommers habe ich die Ventile voreingestellt, die Heizkurve angepasst (vorerst von 75°C runter auf 65°C Auslegungstemp.), die Heizungspumpe einreguliert und dann gespannt und neugierig (wie unsere beiden kleine Töchter vor Weihnachten) auf den Beginn der Heizperiode gewartet. Als dann die Heizperiode begann war es auch, wie von Dir erwähnt, notwendig einzelne Räume nochmal nachzujustieren. Nun zum Ende der „justiererei“ bin ich von den Auswirkungen des hydraulischen Abgleichs nahezu begeistert. Eines vorweg, ob ich am Ende Energie und somit Kosten spare weiß ich derzeit noch nicht. Was ich aber sehr früh bemerkt habe ist der Komfortgewinn. Die Räume werden nun angenehm warm ( überhitzen nicht wie in der Vergangenheit) und halten die Temperatur. Und das erstaunlichste ist, das nicht nur mir das auffällt (ich habs ja schließlich auch gemacht!) , sondern meine Frau vor einigen Tagen sagte, das in diesem Herbst das Raumklima „irgendwie besser wäre“. Dabei wusste sie aber nicht, das ich über den Sommer hinweg an der Heizung „gewerkelt“ habe.

    Also nochmal vielen Dank und weiter so!!

    Grüße Detlef

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Detlef,

      vielen Dank für deinen tollen Kommentar und dieses grandiose Feedback. Das ist eine riesige Motivation für mich 🙂 ! Toll, dass du dich so intensiv mit deiner Heizung auseinandersetzt. Ich wünsche dir auf jeden Fall weiterhin viel Spaß und eine positive Auseinandersetzungen mit deiner Heizung. Wenn du weißt wie viel Energie du durch den hydraulischen Abgleich gespart hast, kannst du dies bei Gelegenheit gerne schreiben.

      Liebe Grüße! Martin

  5. Dieter Loog / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    bis ich Deine Beiträge über den hydraulischen Abgleich gelesen habe, habe ich nicht für möglich gehalten, dass es so qualifizierte und nachvollziehbare Informationen ohne wirtschaftliche Aufdringlichkeit im Netz gibt. Respekt und Danke für Deinen Zeitaufwand!!
    Ich habe die Berechnungen mit meinen Daten ausgeführt und während dessen vieles verstanden.
    Einen Punkt habe ich noch offen:
    Ich betreibe eine Wärmepumpe mit Pufferspeicher und FBH. Die FBH hängt über 3 Unterverteiler mit je 3 Kreisen am Pufferspeicher. Durch die große Leitungslängen der Kreise addiert dich der Leitungswiderstand auf einen beachtlichen Wert (rund 2000 mbar). Mir ist nicht klar, wie das in die Berechnung der Pumpe eingeht. ….und wie die Parallelschaltungen berücksichtigt werden.
    Beste Grüße aus Troisdorf
    Dieter
    ————-
    p.s.
    Habe ich wohl eine Chance einen BAFA-Antrag mit meinen eigenen Berechnungen zu begründen?
    (bin Werkstoff-Ingenieur)

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Dieter,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Es ist schön zu hören, dass dir meine Beiträge gefallen 🙂 Kannst du vielleicht erläutern wie du auf 2000mbar gekommen bist? Das sind rund 20mWS und ein sehr hoher Wert. Vielleicht kann ich dann eine genauere Aussage dazu treffen.
      Die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs ist bei der BAFA durch den Fachunternehmer zu bestätigen. Hier solltest du Kontakt zu einem Fachunternehmer aufnehmen, der dich dabei unterstützt.

      Liebe Grüße! Martin

      1. Dieter Loog / Antworten ¬

        Hallo Martin,
        danke für Deine Antwort.
        Der hohe Werte kommt daher, dass ich die Strömungswiderstände aller Heizkreise addiert habe. Ich habe nicht berücksichtigt, dass auch gruppenweise Parallelschaltungen vorliegen.
        Frage: Kann ich den Gesamtwiderstand so berechnen, wie ich das mit einem elektrischen Widerstandsnetzwerk tun würde?
        Beste Grüße
        Dieter

        1. Martin Schlobach / Antworten ¬

          Hallo Dieter,

          es gib es in der Tat Analogien zur elektrischen Spannung. Ich zitiere hier einmal Wikipedia: “Druck- und Temperaturdifferenzen sind physikalische Analogien zur elektrischen Spannung. Es können so zum Beispiel für Kühlkreisläufe oder Wärmeübergänge elektrische Ersatzschaltbilder gebildet werden, um deren Eigenschaften nach den Regeln der Elektrotechnik zu berechnen.
          So liefern mehrere parallel arbeitende Pumpen einen größeren Durchfluss, nicht jedoch einen größeren Druckunterschied.
          Der Durchfluss (analog zum Stromfluss) in parallelgeschalteten Einzelelementen eines Wärmetauscher-Systems (zum Beispiel eine Heizungsanlage) richtet sich nach deren Strömungswiderstand.” (Quelle: Wikipedia – Parallelschaltung).

          Ansonsten findest du hier ein gutes Beispiel für eine Rohrnetzberechnung: Beispiel Rohrnetzberechnung – IGE Universität Stuttgart.

          Liebe Grüße! Martin

  6. Timo Krause / Antworten ¬

    Hallo Martin.

    Ich bin begeistert von deinen Beiträgen zum hydraulischen Abgleich und bin danach vorgegangen. Es war wirklich kein Hexenwerk.

    Die Ergebnisse sind bei unserem Einfamilienhaus (Baujahr 1999) aber wirklich erschreckend:
    – Überdimensionierte Heizung ist verbaut (Soll: 14 kW, Ist: 20 kW).
    – Einstellbare Thermostatventile waren bereits vorhanden, aber nicht eingestellt.

    Folge war ein schlechter Komfort, welcher sich nach Durchführung des hydraulischen Abgleichs im Dezember 2014 deutlich verbessert hat. Dazu waren ein paar Nachjustierungen nötig, das Ergebnis ist jetzt sehr gut!

    Den letzten Punkt „Heizungspumpe“ konnte ich leider nicht durchführen, da ich eine Gas-Brennwerttherme mit integrierter Pumpe habe. Gibt es hier etwas spezielles zu beachten?

    Viele Grüße

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Timo,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Es ist toll zu hören, dass sich der Komfort nach der Durchführung des hydraulischen Abgleichs deutlich verbessert hat 🙂 ! In der Regel sind die integrierten Heizungspumpen in einer Brennwerttherme auf das Gerät abgestimmt und viele Hersteller betonen, dass ein Pumpentausch nicht möglich ist.

      Im Haustechnikdialog-Forum hat jedoch ein Nutzer sehr gut beschrieben, wie er das Problem bei seiner Brennwerttherme gelöst hat. Er hat die neue Heizungspumpe außerhalb der Brennwerttherme einbauen lassen und somit den Pumpenstromverbrauch deutlich reduzieren können. Hier geht es zum Beitrag: Viessmann Eurola Brennwerttherme – Einbau Hocheffizienzpumpe doch möglich.

      Bei dem Tausch einer integrierten Pumpe in einer Brennwerttherme ist also etwas Kreativität von Nöten. Bevor du jedoch mit dem Umbau startest, solltest du Kontakt mit der Herstellerfirma der Therme aufnehmen und das Vorgehen abklären.

      Liebe Grüße! Martin

  7. Detlef / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    ich wollte mich nochmal kurz melden und von meinen erzielten Ergebnissen berichten. Ich konnte mit dem hydraulisch abgeglichenen System und den zusätzlich durchgeführten Dämmmaßnahmen die Systemtemperatur meiner Heizungsanlage auf 40/35 senken. Zusätzlich habe ich auch die Brauchwasseraufbereitung der Heizung optimiert. Durch all diese Maßnahmen ist es mir gelungen, den Heizölverbrauch von ehemals ca. 3200 Liter auf aktuell 2000 Liter zu reduzieren bei 205m² Wohnfläche Baujahr 1968 und mit einer Ölheizung aus dem Jahre 1986.

    Nochmal vielen Dank für Deine Arbeit und viele Grüße.

    Detlef

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Detlef,

      vielen Dank für diese Rückmeldung! Das entspricht einer Heizölersparnis von 37,5 %. Das ist ein grandioses Ergebnis. Wenn du allerdings einen alten Ölheizkessel aus dem Jahr 1986 hast, kann es möglich sein, dass die niedrigen Betriebstemperaturen dem Heizkessel schaden. Der Wasserdampf in den Abgasen kondensiert aufgrund der niedrigen Temperaturen im Kessel und bildet durch den Schwefelanteil im Heizöl eine aggressive Säure – alte Heizkessel sind dafür nicht konzipiert. Dies bezieht sich hauptsächlich auf sogenannte „Standardheizkessel“ und „Niedertemperaturkessel“. In einem Brennwertgerät wird das Kondensat der Abgase einer Neutralisationsbox zugeführt und anschließend in die Kanalisation geleitet. Hier halte ich es für sinnvoll, wenn du Kontakt mit einer Fachfirma aufnimmst und dies einmal abklärst, um potenziellen Schaden zu vermeiden. Ansonsten sollte als nächste Energiesparmaßnahme ein Heizkesseltausch (Brennwertgerät) oder Wärmeträgertausch (regenerative Alternative) weitere Einsparpotenziale bieten.

      Liebe Grüße! Martin

  8. Detlef / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    Danke für Deinen Hinweis bzgl. Kondensierung der Abgase. Daran hatte ich seinerzeit auch gedacht und mich unter stetiger Kontrolle Stück für Stück weiter nach unten „gewagt“. Vor einigen Tagen war dann auch wieder die jährliche Wartung fällig. Sowohl Kamin als auch Brennkammer trocken und in Ordnung. Der neue Heizkessel (Brennwerter) kann sich ruhig noch ein bißchen Zeit lassen, denn der gute alte Buderus Kessel ist ja schließlich „abgeschrieben“ 😉 Und bezogen auf den Verbrauch macht ein Wechsel und die damit verbundene Investition wirtschaftlich gesehen keinen Sinn.

    Viele Grüße Detlef

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Detlef, das ist schön zu hören 🙂 Weiterhin viel Erfolg mit deinem Heizungssystem.

  9. Kunzfeld / Antworten ¬

    In unserem Heizsystem, Baujahr 2008 ist eine Heizpumpe Fabr. Grundfos ALPHA 2
    installiert, die normalerweisse und tagelang mit 7-8 Watt problemlos arbeitet.
    Warum auch immer und grundlos, urplötzlich ohne ersichtlichen Grund auf max. Leistung
    45 Watt umschaltet.

    Was könnte die Ursache sein.??

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo,
      eine Ferndiagnose ist hier sehr schwierig, da es anscheinend keine Veränderung am Heizsystem gegeben hat. Ich empfehle Ihnen daher ein Fachunternehmen einzuschalten, das sich der Sache annimmt.
      Liebe Grüße. Martin Schlobach

  10. Joachim Thum / Antworten ¬

    Hallo Martin! Vielen Dank für diese sehr informative Artikelserie! Unsere Heizung hat möglicherweise seit einem Wintergartenanbau ebenfalls ein hydraulisches Problem. Der Wintergarten hat eine Grundfläche von Ca. 28 Quadratsmetern. Die Heizung erfolgt über eine Fußbodenheizung der Firma Roth sowie über eine Bodenkanalheizung von Kampmann mit einer Länge von etwa 3,50 m (Katherm NK) vor der langen Glasseite. Der Heizungskessel ist ein Vitodens 300. Man hat nun am vorhandenen Rohrsystem am Vor-& Rücklauf ein T-stück eingelötet und hier zunächst die Fußbodenheizung über eine kleine Pumpenstation mit Wiglo Pumpe angeschlossen (inkl RTL Ventil). Parallel dann eine sehr dünne Verrohrung zum Unterflurkonvektor verlegt. Problem ist nun, dass der Unterflurkonvektor immer nur handwarm wird. Die Gesamtwärmeproduktion reicht im Winter hier nicht aus (RTL schon auf 40°, Fußboden schön warm). Vorlauf witterungsgeführt auf circa 60° max, Konvektor dann max 48° an der Vorlaufseite, meistens nur circa 35°.
    Ich vermute nun, dass die Pumpe der Fußbodenheizung dem Konvektor das Wasser wegzieht und der Volumenstrom dort nicht ausreicht, das Wasser also am Konvektor vorbeigeshuntet wird. Also ein echtes hydraulisches Problem. Wie könnte man das eventuell lösen? Die Vorlauftemperatur für den Konvektor sollte möglichst hoch sein, die für die Fußbodenheizung eher niedrig, denke ich. Man könnte wohl die Heizungspumpe im Vitodens mit höherer Drehzahl laufen lassen. Wie du schon geschrieben hast wahrscheinlich dann mit negativen Folgen für den Rest des Hauses und den Verbrauch. Oder die Pumpe der FBH mit geringerer Drehzahl. Oder anders anschließen?
    Im Rest des Hauses gibt es nur normale Heizkörper, keine weiteren Fußbodenheizungen. Meine Sanitärfirma scheint etwas überfordert.
    Herzliche Grüße!
    Joachim

  11. Peter / Antworten ¬

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für die Info bezüglich hydr. Abgleich.

    Enttäuschend für mich die Anahme der ganzen Werte und kein definitives Nachmessen.

    Bei meinem Schwarzbau alla „Meckpomm“ funktoniert das allerdings nicht.

    Habe mir bei einem Elektronic Versand elektronische Thermostate mit zentraler Regleung gekauft und verbrauche seither 30% weniger Gas.

    Nur am Rande: Auch Enttäuschend war die Ausstellung eines Energieausweises. Kaminfeger hat die Fensterdaten usw. aufgenommen und dann wird ausgefüllt. Den Gasverbrauch hat ihn gar nicht tangiert.

    Ich frag mich immer was das soll.

    LG Peter

  12. Rainer / Antworten ¬

    Hallo,

    besteht die Möglichkeit, wenn ich bei einer bestehenden Anlage den Pumpendifferenzdruck und den aktuellen Volumenstrom habe, dass ich mir dann die dazugehörige Anlagenkennlinie errechnen kann?
    Ich habe z.B. eine geregelte Pumpe auf 4m eingestellt und messe beim Wärmemengenzähler 3m³/h. Da die Anlagenkennlinie ja eine Parabel ist könnte ich mir dann den Volumenstrom bei einem beliebigen Differenzdruck ausrechnen.
    Könnte ich mit dieser Anlagenkennlinie Rückschlüsse auf mein Rohrnetz ziehen (z.B. sehr hoher Rohrwiederstand)?
    Annahme ist natürlich, dass alle Ventile im Rohrnetz voll geöffnet sind.

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