Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 1: Grundlagen

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Im ersten Schritt meiner kleinen Serie „Hydraulischen Abgleich selber machen“ werde ich ein paar Grundlagen und Berechnungsmethoden für das vereinfachte Verfahren zum hydraulischen Abgleich vorstellen. Falls ihr noch nicht genau wisst, was ein hydraulischer Abgleich ist, empfehle ich euch meinem Beitrag „Was ist ein hydraulischer Abgleich„. Dort bekommt ihr den hydraulischen Abgleich nochmal einfach und verständlich erklärt.

Hydraulischer Abgleich in Bestandsgebäuden

In Neubauten wird der hydraulische Abgleich gemäß VOB/C DIN 18380 über das Rohrnetz und auf Grundlage des benötigten Wärmebedarfs berechnet. Dabei findet eine genaue Ermittlung der Rohrnennweiten sowie der Voreinstellwerte für Heizkörper- und Rohrleitungsarmaturen statt. In Bestandsgebäuden ist dies etwas schwieriger, da Bestandsunterlagen und Schemata nicht immer vorhanden sind. Eine detaillierte Datenaufnahme würde daher den Kostenrahmen für einen hydraulischen Abgleich sprengen und ihn unwirtschaftlich machen.

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Hier kommt das sogenannte „vereinfachte Verfahren“ für den hydraulischen Abgleich ins Spiel. Durch das Rechnen mit überschlägigen Werten lässt sich mit dieser Methode ein hydraulischer Abgleich mit hinreichender Genauigkeit durchführen. Ich habe das vereinfachte Verfahren für den hydraulischen Abgleich im Jahr 2009 in einem Feldversuch angewandt. Ziel war es, das Energieeinsparpotential eines hydraulischen Abgleichs unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit in einem Bestandsgebäude aufzuzeigen.

Die Amortisationszeit der Maßnahme lag bei 5,54 Jahren und ist somit kurz- bis mittelfristig. Eingebaut wurden voreinstellbare Heizkörperventile, neue Thermostatköpfe, strangweise Differenzdruckregler und elektronisch geregelte Umwälzpumpen der Energieeffizienzklasse A.  Die Energieeinsparung lag bei 13,1 % an Wärmeenergie im ersten Jahr. Die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs mit dem vereinfachten Verfahren ist somit als kostengünstige Energieeinsparmaßnahme zu empfehlen. Im Folgenden werde ich euch die Schritte zeigen, welche im vereinfachten Verfahren Anwendung finden.

Durchführung Hydraulischer Abgleich

Zu Beginn des hydraulischen Abgleichs ist es wichtig einige Daten aufzunehmen, Annahmen zu treffen und Berechnungen durchzuführen.

1. Ermittlung des spezifischen Wärmebedarfs Q_{spez.}

Im ersten Schritt ist der Wärmebedarf für jeden beheizten Raum zu ermitteln. Wenn der Wärmebedarf nicht bekannt ist, besteht die Möglichkeit diesen für jeden Raum überschlägig zu bestimmen. Dabei ist zu beachten, dass der Wärmebedarf in Eckräumen oder Räumen mit einer großen Fensterfläche größer ist als in Räumen mit kleinen Fenstern oder nur einer Außenwand.

Ich habe für die Ermittlung des spezifischen Wärmebedarfs die Werte von „DeltaQ – Energetische Klassen von Gebäuden“ herangezogen. Demnach können die folgenden Werte für den spezifischen Wärmebedarf angenommen werden. Die Einheit für den spezifischen Wärmebedarf ist Watt pro Quadratmeter [W/m²]

  • 15 – 30 W/m² Ultra – Niedrigenergiehaus (Drei-Liter-Haus)
  • 25 – 40 W/m² Niedrigenergiehaus
  • 30 – 50 W/m² Gebäude nach EnEV 2002
  • 40 – 60 W/m² Gebäude nach Wärmeschutzverordnung von 1995
  • 60 – 100 W/m² Gebäude nach Wärmeschutzverordnung von 1982
  • 70 – 130 W/m² Gebäude nach Wärmeschutzverordnung von 1977
  • 130 – >200 W/m² Gebäude ohne Wärmeschutz von vor 1977

2. Berechnung der spezifischen Raumheizlast \Phi_{HL,i,spez.}

Im zweiten Schritt wird die spezifische Heizlast \Phi_{HL,spez.} der jeweiligen Räume i ermittelt. Falls Ihr mit dem Begriff Heizlast nichts anfangen könnt, empfehle ich euch meinen Beitrag zur Heizlastberechnung. Die spezifische Raumheizlast setzt sich aus der beheizten Fläche des Raumes A_i und dem spezifischen Wärmebedarf Q_{spez.} zusammen:

    \[ \boxed{\Phi_{HL,i,spez.}=A_i \cdot Q_{spez.}} \]

3. Aufnahme der Heizflächen

Im dritten Schritt werden die Heizflächen in allen Räumen aufgenommen. Für die Aufnahme der Heizkörper werden folgende Daten benötigt:

  • Heizkörpermaße (Tiefe, Höhe, Länge [mm])
  • Heizkörpertyp (DIN Heizkörper, Flachheizkörper, Röhrenradiator, Badheizkörper)
  • Ventiltyp (voreinstellbar Ja/Nein, Fabrikat)

Nach der Aufnahme der Heizflächen ist es notwendig die Systemtemperaturen der Heizungsanlage zu ermitteln. Dies kann beispielsweise über die Parameter der Heizkurve, welche in der Heizungsregelung hinterlegt sind, geschehen. Typische Systemtemperaturen für Warmwasserheizungssysteme sind 80/60 °C, 70/50 °C oder 55/45 °C. Mit der Durchführung eines hydraulischen Abgleichs wird eine Temperaturspreizung von 15 bis 20 Kelvin angestrebt. Es ist daher sinnvoll mit einer Temperaturspreizung von 15 bzw. 20 Kelvin zur rechnen.

4. Berechnung der Heizkörper

Anschließend wird die Leistung der Heizkörper berechnet. Dadurch kann die installierte Leistung der Heizkörper mit der geschätzten Raumheizlast verglichen werden. Ist die geschätzte Raumheizlast höher oder niedriger als die installierte Heizleistung, besteht die Möglichkeit die Vorlauftemperatur im Anschluss des hydraulischen Abgleichs anzupassen.

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5. Volumenstrom berechnen

Im fünften Schritt wird der Volumenstrom \dot V eines jeden Heizkörpers ermittelt. Dazu werden die Heizkörperleistung \dot Q, die Dichte von Wasser \rho, die spezifische Wärmekapazität von Wasser c und die Temperaturspreizung \Delta\varthetabenötigt. Die Formel zur Volumenstromberechnung ist folgende:

    \[ \boxed{\dot V=\frac{\dot Q} {\rho \cdot c \cdot \Delta\vartheta}} \]

Für die Auswahl der Thermostatventile (auch thermostatische Heizkörperventile oder Thermostatköpfe – kurz THKV) wird empfohlen eine Regeldifferenz von 1 K zu nutzen. Einen interessanten Beitrag zur Auswahl von Thermostatventilen findet ihr unter dem folgenden Link: IKZ-Haustechnik – Auswahl von Thermostatventilen. Der Auslegungsdifferenzdruck des Heizkörperventils sollte ca. 50-100 mbar betragen.

6. Voreinstellung der Ventile bestimmen

Mit dem berechneten Volumenstrom und dem vorher festgelegten Differenzdruck von 50-100 mbar können die Voreinstellwerte der Heizkörperventile über Auslegungsdiagramme der Ventilhersteller bestimmt werden. Weiterhin gibt es von verschiedenen Ventilherstellern kostenlose Auslegungsprogramme oder kostenlose Apps für Smartphones, welche die Bestimmung der Voreinstellwerte vereinfachen.

7. Einsatz von Differenzdruckreglern

Sollte man in einem größeren Gebäude einen hydraulischen Abgleich durchführen wollen, empfiehlt sich der strangweise Einsatz von Differenzdruckreglern. Zum Einen sorgen Differenzdruckregler für einen konstanten Differenzdruck am Thermostatventil im Voll- und Teillastbereich, zum Anderen schützen Differenzdruckregler vor Geräuschen im Heizungsnetz. Da ein Thermostatventil bis zu einem Druckverlust von maximal 150 mbar geräuscharm arbeiten kann, sollte der maximale Differenzdruck von 150 mbar über einen Strang nicht überschritten werden. Ab einer Pumpenförderhöhe von 1,5 mWS (entspricht 150 mbar) empfiehlt sich daher der strangweise Einsatz von Differenzdruckreglern.

8. Berechnung der Förderhöhe und des Förderstroms für die Heizungspumpe

Im nächsten Schritt wird die Förderhöhe sowie der Förderstrom der Heizungspumpe berechnet. In meinem Beitrag zur Auslegung einer Heizungspumpe habe ich anhand einer Beispielrechnung gezeigt, wie mit wenigen Daten eine Heizungspumpe ausgelegt werden kann. Die Auslegung der Heizungspumpe werden wir nach diesem vereinfachten Verfahren durchführen.

9. Dokumentation des hydraulischen Abgleichs

Um später einen schnellen Überblick über die Berechnung zu erhalten oder gegebenenfalls Änderungen vorzunehmen, ist es wichtig die Durchführung des hydraulischen Abgleichs zu dokumentieren. Dazu werden die aufgenommenen, berechneten und angenommenen Werte und Daten in Tabellen und Zeichnungen hinterlegt. Dazu gehören unter anderem die jeweiligen Heizkörper mit zugehöriger Nummer (vergeben werden laufende Nummern), Raum, Strang, Raumheizlast, Heizkörperleistung, Volumenstrom und natürlich die Voreinstellung.

Fazit

Mit diesen Grundlagen sind wir gerüstet einen hydraulischen Abgleich mit dem vereinfachten Verfahren selber zu berechnen.Im nächsten Schritt erfolgt die Datenaufnahme in dem vorgestellten Beispielhaus. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, nutzt die Kommentarfunktion.

Übersicht zur Serie “Hydraulischen Abgleich selber machen”:

Zugehörige Beiträge außerhalb der Beispielserie:

WICHTIG: Bevor ihr mit der Durchführung des hydraulischen Abgleichs beginnt, weise ich euch darauf hin, dass die hier geschilderten Arbeitsweisen auf meinen persönlichen Erfahrungen und  Gedankengängen basieren. Das Ausprobieren und das Implementieren der beschriebenen Vorgehensweisen erfolgt ausschließlich auf eigene Verantwortung und Gefahr. Ich übernehme keine Verantwortung. Weiterhin empfehle ich euch die berechneten Werte immer von einem Fachhandwerker oder einem Ingenieurbüro prüfen zu lassen. Denn auch wenn der hier beschriebene Weg einfach erscheint, können sich immer wieder Rechenfehler einschleichen.

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Liebe Grüße! Euer Martin

Weiterführende Links und Quellen:
VDMA 24199
ZVSHK – Fachinformation zum hydraulischen Abgleich
DeltaQ – Energetische Klassen von Gebäuden
IKZ Haustechnik – Hydraulischer Abgleich

IKZ Haustechnik – Auswahl von Thermostatventilen
Wikipedia – hydraulischer Abgleich

Wikipedia – Heikurve
Hydraulischer Abgleich – Bruno Bosy


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34 Kommentare/Fügen deinen eigenen Kommentar hinzu

  1. Robert / Antworten ¬

    Wirklich guter Artikel. Nur ist es tatsächlich sinnvoll einen Abgleich selbst durchzuführen? Wenn man sich verrechnet oder etwas falsch einstellt, dann kann ja die Reparatur nachher sogar noch teurer werden als gleich einen Fachmann zu beauftragen?

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Robert,

      vielen Dank für dein Lob! 🙂 Du hast wieder einmal Recht. Es können sich natürlich immer Rechenfehler einschleichen. Ich habe daher den Beitrag etwas erweitert und empfehle ausdrücklich, dass die berechneten Werte immer von einem Fachhandwerker oder einem Ingenieurbüro überprüft werden sollten.

      Die Anleitung soll weiterhin zum Verständnis des eigenen Heizungssystems und zum Verständnis des hydraulischen Abgleichs an sich dienen. Denn auch wenn ich einen hydraulischen Abgleich theoretisch verstanden habe, ist die praktischen Umsetzung nicht zwangsweise erklärt.

      Liebe Grüße und danke für deinen Hinweis!
      Martin

  2. Anke / Antworten ¬

    Hallo 🙂
    Wirklich toller Artikel!
    Angesichts einer deftigen Nachzahlung und einem Raum mit Thermostat auf 0 und trotzdem satten 24°C Raumtemperatur habe ich meine Heizung jetzt zu meinem neuen besten Freund auserkoren und möchte sie nun bis ins kleinste studieren. Selbst ist die Frau und somit steht ein hydraulischer Abgleich da ganz oben auf der Liste… das einzige Problem… ich brauche so eine Anleitung für eine Fußbodenheizung mit 2. Heizkreis für zwei zusätzliche Heizkörper gibt es da was???
    Liebe Grüße!

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Anke,

      danke für deine lobenden Worte! Ich finde es sehr gut, dass du dich mit deiner Heizung intensiv auseinander setzten willst. 🙂 Vielleicht kann ich dir dabei mit dem einen oder anderen Beitrag helfen. In einem meiner nächsten Beiträge werde ich versuchen den hydraulischen Abgleich für eine Fußbodenheizung zu berücksichtigen.
      Ansonsten kann ich dir vorerst als kleine Hilfe den Leitfaden für den überschlägigen hydraulischen Abgleich bestehender Fußbodenheizungskreise vom Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e.V. empfehlen: http://www.baulinks.de/webplugin/2013/1259.php4

      Liebe Grüße! Martin

  3. Reinhard / Antworten ¬

    Hallo Herr Schlobach

    Bin Heizungsbauer und habe bei einenm Freund die Heizung eingebaut. (pelletskessel mit
    Brauchwasser und Solar ).Jetzt benötigt die bafa eine Bestätigung über Hydraulischen Ab-
    gleich.
    Können Sie mir da weiterhelfen.

    Danke lg Holland

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Herr Holland,

      Der Nachweis für die BAFA kann nur von einem Fachbetrieb ausgeführt werden der die Anlage auch besichtigt hat. Dieser füllt dann das Formular „Bestätigung des hydraulischen Abgleichs für die KfW-/ BAFA-Förderung“ aus. Da ich kein Fachbetrieb bin, kann ich ihnen dabei leider nicht helfen.

      Falls sie einen Fachbetrieb in ihrer Nähe benötigen und keinen kennen, können Sie hier eine Anfrage stellen: Fachbetrieb finden.

      Liebe Grüße! Martin Schlobach

  4. Oskar / Antworten ¬

    Das Problem mit dem hydraulischen Abgleich in modernen Wohngebäuden ist, dass bei allen diesen Rechnungen immer mit MIttelwerten kalkuliert wird. Bei modernen Gebäuden mit großen Fensterflächen in Südrichtung schwankt aber der tatsächliche Bedarf extrem in Abhängigkeit von der Sonneneinstrahlung. In meinem Haus ist es so, dass selbst an einem kalten Wintertag mit Minustemperaturen keine Heizleistung erforderlich ist, wenn die Sonne intensiv scheint.

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Oskar,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Bei Neubauten wird der hydraulische Abgleich normalerweise nicht mit Mittelwerten oder Annahmen berechnet, da die Planungs- und Bauunterlagen alle nötigen Informationen für die Berechnung eines hydraulischen Abgleichs beinhalten. Die internen und solaren Gewinne bei Gebäuden mit großen Fensterflächen sind mit Sicherheit beachtlich, haben aber nichts mit dem hydraulischen Abgleich zu tun. Der hydraulische Abgleich optimiert das Fließverhalten des Heizungswassers und sorgt dafür, dass Heizkörper oder Heizflächen die Wärmemenge erhalten, die sie benötigen um genügend Wärme zur Verfügung zu stellen. Die Raumtemperatur wird weiterhin über die Thermostate an den Heizkörpern oder eine alternative Raumtemperaturregelung sowie die Heizungsregelung geregelt. Eine gute Heizungsregelung ist hier also der ausschlaggebende Faktor ob Wärme benötigt wird oder nicht.

      Liebe Grüße! Martin

  5. Christian / Antworten ¬

    Toll , ich finde es schön daß sich jemand die Mühe macht um wertvollen Tipps zu veröffentlichen . Super !

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Christian, vielen Dank für dein positives Feedback! Das ist meine Motivation für diese Seite. 🙂

  6. Georg Friedemann / Antworten ¬

    Es ist hoch anzuerkennen, dass mit Ihren Ausführungen auch dem Laien verständlich wird, welcher Aufwand für einen hydraulischen Abgleich erforderlich ist . Ich habe mit dem Thema aber ein grundsätzliches Problem: Befindet sich ein Heizkörper nahe an der Heizwasser-Umlaufpumpe, wird dieser Heizkörper ohne Zweifel heißeres Heizwasser bekommen als weiter entferntere Heizkörper. Es haben aber doch alle Heizkörper Thermostat-Ventile, dies ist ja doch schon lange vorgeschrieben. Dann wir dieses Thermostat-Ventil des pumpennahen Heizkörpers den Heizwasser-Zufluss zeitweilig drosseln oder ganz stoppen, wenn die erwünschte Raumtemperatur erreicht ist. Das Thermostat des entfernteren Heizkörpers wird dagegen weiter das nicht ganz so heiße Heizwasser durchströmen lassen. Zum Kessel fließt entweder gar kein Heizwasser oder genutztes Heizwasser, also kühleres, zurück. Es soll doch erreicht werden, dass möglichst nur genutztes, also kühleres Heizwasser zum Kessel zurück fließt. Das ist m.E. durch die Thermostat-Ventile im Regelfall gegeben. Wozu also noch der hydraulische Abgleich, zumal für die Berechnung nach dem vereinfachtem Verfahren in Bestandsgebäuden auf Schätz- und Mittelwerte zurückgegriffen werden muss?

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Herr Friedemann,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie haben den Sachverhalt im Grunde fast richtig dargestellt. Zur Beantwortung dieser Frage ist es jedoch wichtig, die Funktion eines Thermostatventils noch einmal nachzuvollziehen. Ein Thermostatventil besteht aus zwei Bauteilen: dem Thermostatkopf und dem Heizkörperventil. Wenn das Heizkörperventil voreinstellbar ist, wird dieses bei einem hydraulischen Abgleich voreingestellt und sorgt dafür, dass der Heizkörper nur so viel Wasser bekommt, wie er für die berechnete Raumleistung benötigt. Es ist ein erheblicher Unterschied ob 200 l/h oder lediglich 15 l/h durch einen Heizkörper fließen. Wenn sie wollen, dass diese Aufgabe vom Thermostatkopf alleine übernommen wird, ist die eigentliche Funktion des Thermostatkopfes nicht mehr gegeben, denn der Thermostatkopf soll die Temperatur im Raum regeln und auf Abweichungen von +/- 2 Kelvin reagieren. Der Thermostatkopf regelt also in gewisser Weise auch den Volumenstrom, kann den Durchfluss alleine jedoch nur ungenügend regeln. Das voreinstellbare Heizkörperventil sorgt also für den benötigten Volumenstrom und der Thermostatkopf regelt die Raumtemperatur.

      Ich empfehle dir dazu meinem Beitrag „Wie funktioniert ein Thermostatventil“. Darin ist ein Querschnitt von einem Heizkörperventil zu sehen, der noch einmal zeigt, was eine Voreinstellung bewirkt.

      Weiterhin ist es aus meiner Sicht sehr sinnvoll mit Schätz- und Mittelwerten zu rechnen, da ein hydraulischer Abgleich mit Hilfe des vereinfachten Verfahrens zu einer relativ hohen Energieeinsparungen führen kann und mit wenig Aufwand verbunden ist. Ich habe im Jahr 2009 einen hydraulischen Abgleich mit Hilfe des vereinfachten Verfahrens in einem Bürobestandsgebäude durchgeführt und 13,1 % an Wärmeenergie eingespart. Die Amortisationszeit lag bei lediglich 5,54 Jahren. Aus meiner Sicht sprechen die Ergebnisse für sich.

      Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.

      Liebe Grüße! Martin Schlobach

  7. Georg Friedemann / Antworten ¬

    Hallo Herr Schlobach,
    herzlichen Dank für Ihren Hinweis auf die Funktionsweise der Thermostatventilkörper mit Voreinstellungstechnik. Ein Aha-Erlebnis! Mit anderen Worten: es wird mit der Voreinstellungsfunktion der Thermostatventile der Aktionsraum des Thermostats variiert und so den örtlichen Gegebenheiten Rechnung getragen. Ein hydraulischer Abgleich sollte mithin wohl auch nach Wärmedämmung oder Heizkesselaustausch wiederholt werden? Und noch eine Frage: Ist es richtig, dass die energiesparende Wirkung eines hydraulischen Abgleichs erst bei Einsatz eines Brennwertkessels in vollem Umfang zur Wirkung kommt?
    Gruß Georg Friedemann

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Herr Friedemann, das ist schön zu hören 🙂 Ein hydraulischer sollte nach einer Wärmedämmung oder einem Fenstertausch auf jeden Fall wiederholt werden, da sich die Heizlast verändert und der Volumenstrom angepasst werden sollte. Bei einem Heizkesseltausch ändert sich die Heizlast nicht. Von daher reicht hier meist eine Überprüfung der voreingestellten Werte aus.

      Nun zu Ihrer Frage: Es ist eher umgekehrt. Ein Brennwertkessel kann seinen Wirkungsgrad meist nur nach einem hydraulischen Abgleich voll ausnutzen, da mithilfe eines hydraulischen Abgleichs die Systemtemperaturen gesenkt werden und der Brennwerteffekt somit meist erst nutzbar gemacht wird. Dazu empfehle ich Ihnen meinen Beitrag „Wie funktioniert ein Brennwertkessel?“. Darin habe ich den Brennwerteffekt an einem Schaubild erklärt.
      Ein hydraulischer Abgleich setzt also keinen Brennwertkessel voraus. Ein Brennwertkessel kann aber zusätzlich zu einem hydraulischen Abgleich dafür sorgen, weitere Energie einzusparen.

      Liebe Grüße! Martin Schlobach

  8. Kurt Baberske / Antworten ¬

    Hallo,
    seut kurzem macht meine Fußbodenheizung starke Fließgeräusche (Rauschen). Ich hatte neulich Wasser in der Fußbodenheizung aufgefüllt. Ich weiß aber nicht, ob das seit diesem Zeitpunkt ist.
    Kann man sie entlüften wie einen Heizkörper? Ich habe in dem Kreislauf ür die Fußbodenheizung nur einen Entlüfter gefunden – im Rücklauf der Fußbodenheizung. Die Heizung steht im Kellergeschoss – der Entlüdter ist im Verteilerkasten im Erdgeschoss. Der Entlüfter ist ein rundes Ding , mit einem Drehverschluß mit einem Loch im Drehverschluss. Ich denke, dass dieses ein automtischer Entlüfter ist.
    Bitte Hilfe, meine Frau dreht durch wegen der fließgeräusche. Ich stelle übe rNacht die Heizung auf nur Warmwasser um – wehe es wird kälter.
    Liebe Grüße
    Kurt

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Kurt,
      vielen Dank für deine Frage. Das Entlüften einer Fußbodenheizung ist leider nicht so einfach wie das Entlüften eines normalen Heizkörpers. Zuallererst solltest du einen Blick in das Datenblatt oder die Montageanleitung deines Heizkreisverteilers für die Fußbodenheizung werfen und schauen, ob du genauere Hinweise zur Entlüftung bzw. einem automatischen Entlüftungsventil findest – nicht jeder FBH Heizkreisverteiler hat ein automatisches Entlüftungsventil. Wenn du ein automatisches Entlüftungsventil hast, übernimmt das Ventil die Entlüftung von allein. Dies würde jedoch auch bedeuten, dass die Geräusche eine andere Ursache haben.

      Falls du kein automatisches Entlüftungsventil hast, gibt es bei Fördetherm eine sehr gute Anleitung zur Entlüftung einer Fußbodenheizung. Solltest du unsicher sein, empfehle ich dir einen Fachbetrieb einzuschalten, der dir bei der Entlüftung hilft.

      Ich hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen und wünsche dir viel Erfolg bei der Entlüftung deiner Fußbodenheizung.
      Liebe Grüße! Martin

  9. Bert Stenzel / Antworten ¬

    Hallo, wir haben in einem Mehrfamilienhaus eine Einrohrheizung, die Thermostatventile an den Heizkörpern haben keinerlei zusätzliche Einstellmöglichkeiten. Die Wassermenge kann und wurde vermutlich mit den Absperrventilen vor und hinter dem Strang mit 2 – 3 Heizkörpern (pro Wohneinheit 1 – 2 Stränge), eingestellt, was auch funktionierte. Jetzt haben wir die Heizung gewechselt – Brennwertkessel mit geregelter Umwälzpumpe und benötigen für die Zuschussförderung den Nachweis eines hydraulischen Abgleichs. Der ist aber nach Auskunft von Fachleuten unter den gegebenen Bedingungen gar nicht möglich. Was können wir tun?
    Gruß Bert Stenzel

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Herr Stenzel,

      der hydraulische Abgleich für eine Einrohrheizung ist in der Tat nicht ganz so einfach wie für ein Zweirohrsystem. Ich empfehle Ihnen zu dem Thema einen sehr guten Beitrag der Firma Danfoss, welcher die Problematik vertieft darstellt: Hydraulischer Abgleich von Einrohranlagen. Da ich die gegebenen Bedingungen bei Ihnen nicht kenne, müssen Sie auf die Aussagen der Fachfirmen vertrauen oder weiter nach einer Fachfirma suchen, die einen hydraulischen Abgleich für Einrohrsysteme anbietet.

      Liebe Grüße! Martin Schlobach

  10. Stephan / Antworten ¬

    Hallo,

    erst einmal muss ich auch diese tolle Leistung ihrerseits loben, diese doch etwas „trockene“ Thematik dem Laien so schön verständlich zu vermitteln!
    Wir haben für ein Haus, das auf Mallorca steht, eine Heizlastberechnung mit der Honeywell App durchgeführt. Folgendes Problem stellt sich mir: Die ermittelten Wattwerte sind zu hoch, da die Auslegungstemperatur nur bis maximal -10°C einstellbar ist. Das ergibt bei diesem Haus von 200m2 beheizter Wohnfläche 25000W. Da es allerdings faktisch auf Mallorca nie Frost gibt und wir von einer Heizperiode (Tage unter 15°C) von grob 150Tagen ausgehen erscheinen mir die Werte viel zu hoch.
    Gibt es eine Möglichkeit die ermittelten Werte mittels einer Formel (also Auslegungstemperatur -10°C auf 0°C) umzurechnen?
    VG,
    Stephan

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Stephan,

      vielen Dank für deinen Kommentar und diese spannende Frage. Wie von dir bereits beschrieben, kannst du in diesem Fall nicht mehr auf die App zurückgreifen, sondern musst die Heizlast per Hand ermitteln. Dies ist jedoch etwas komplexer, da du hierfür die Normtransmissions- und Normlüftungswärmeverluste, bezogen auf deine gewünschte Normaußentemperatur (z.B. 0 °C), ermitteln musst. Ich habe dies ansatzweise in meinem Beitrag „Heizlastberechnung“ beschrieben und empfehle dir die sehr gute Anleitung zur Heizlastberechnung von DeltaQ. Eine einfache Umrechnungsformel auf eine bestimmte Normaußentemperatur ist mir nicht bekannt, da die Normaußentemperatur in der DIN EN 12831 für über 500 Orte in Deutschland beschrieben wird.

      Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.
      Liebe Grüße! Martin

  11. Alexander / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    herzlichen Dank für diese hervorragende Arbeit. Nun bin ich aber an einem Punkt angelangt, an dem ich nicht mehr weiter weiß. Ich habe mich strikt an die von dir vorgegebene Gliederung gehalten und stehe nun bei 6. Insgesamt habe ich folgende Fragen zu den einzelnen Kapiteln:

    2. Raumheizlast: Das Volumen (Abhängigkeit von der Raumhöhe) ist vernachlässigbar?

    3. Berechnung der Heizkörper: Ist es erlaub zwischen den Werten zu interpolieren, sollte die Abmessung in den Tabellen nicht vorhanden sein?

    5. Volumenstrom: Ist die Regeldifferenz eine dem Ventil innewohnende Eigenschaft, oder kann man die einstellen? Im Produktdatenblatt unserer Ventile sind Diagramme für Regeldifferenzen von 1,0 und 2,0 K angegeben. Welche Auswirkung hat der Auslegungsdifferenzdruck auf die Berechnung zum hydraulischen Abgleich?

    6. Voreinstellung der Ventile: Woher bekomme ich den Differenzdruck?

    Allgemein: Ich habe jetzt den Wärmebedarf mit den Überschlagswerten für jeden Raum und die Heizleistung jedes Heizkörpers ermittelt. Wenn ich es richtig verstanden habe, fließt für die Ventileinstellung aber nur der über die Leistung der Heizkörper ermittelte Volumenstrom ein. Findet also keine „Bereinigung“ eines eventuell zu groß dimensionierten Hizkörpers über die Ventileinstellung statt?

    Sorry für die teilweise wahrscheinlich dusseligen Fragen, aber ich komme einfach nicht weiter.

    Gruß

    alex

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Alex,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine wirklich guten Fragen!

      Zu Kapitel 2: Richtig. Das Raumvolumen spielt hier keine Rolle.

      Zu Kapitel 3: Ich habe in diesen Fällen immer interpoliert und damit gut Ergebnisse erhalten.

      Zu Kapitel 5: Richtig. Die Regeldifferenz ist eine dem Thermostat innenwohnende Eigenschaft (hier ist es wichtig zwischen Thermostat und Ventil zu unterscheiden). Der Auslegungsdifferenzdruck hat hiermit nichts zu tun. Die Regeldifferenz (1k oder 2k) gibt an, bei welcher Abweichung der Solltemperatur das Thermostat reagiert.

      Zu Kapitel 6: Für den Differenzdruck über dem Ventil wird ein Wert angenommen. Der Auslegungsdifferenzdruck sollte 50 – 100 mbar betragen. Eine alternative Möglichkeit ist der Einsatz von Heizkörperventilen mit integrierter Differenzdruckregelung (Danfoss Dynamic Valve, Oventrop Baureihe AQ oder IMI Heimeier Eclipse). Hier musst du lediglich den Volumenstrom berechnen und kannst diesen anschließend direkt am Ventil einstellen.

      Zu Allgemein: Hier solltest du auf jeden Fall eine Bereinigung vornehmen. Meist sind die Heizkörper zu groß ausgelegt und die Leistung ist weit höher als der ermittelte Wärmebedarf. Wenn die Heizkörperleistung weit höher als die Raumheizlast ist, bietet es sich für die Berechnung des Volumenstroms an, die ermittelte Wärmeleistung (ermittelte Raumheizlast) des Raumes anstelle der Heizkörperleistung zu verwenden.

      Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.

      Liebe Grüße! Martin

  12. Norbert Trotzky / Antworten ¬

    ich will kein Abonnoment und möchte auch keine weiteren komentare ,

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Kein Problem, ich habe Sie ausgetragen.

  13. Poppe / Antworten ¬

    Bitte um ein Beispiel für ein Einfamilienhaus mit 7 Heizkörper. Danke

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Poppe,

      dazu einfach den 7 Schritten der Beispielrechnung folgen: Hydraulischen Abgleich selber machen – Beispiel an einem Einfamilienhaus

      Liebe Grüße. Martin Schlobach

  14. Christoph / Antworten ¬

    Hallo,

    danke für die tolle Einführung, die auch für Laien gut verständlich ist!

    Verstehe ich das richtig: Ohne voreinstellbare Ventile ist ein hydraulischer Abgleich eigentlich nicht möglich, bzw. bei einem hydraulischen Abgleich müssten nicht-voreinstellbare Ventile gegen einstellbare getauscht werden (oder zumindest gegen solche passenden Querschnitts)?

    Bei uns wurde 2009 im Zuge einer Heizungssanierung ein hydraulischer Abgleich durchgeführt (bzw. zumindest in Rechnung gestellt). Die meisten Ventile im Haus (Bj. 1994) sind nicht voreinstellbar und wurden auch 2009 nicht angetastet; nur die im erst 2001 ausgebauten DG sind voreinstellbar. Kann dann überhaupt ein Abgleich vorgenommen werden sein?

    Zwei Räume im DG wurden nicht ausreichend warm, weswegen ich die Voreinstellung etwas verändert habe. Nun wollte ich auf der Basis Deiner Erklärungen den hydraulischen Abgleich selbst durchführen (oder zumindest überprüfen), aber das scheint ja nun keinen Sinn zu machen, zumindest nicht ohne Ventiltausch bei den meisten Heizkörpern, oder verstehe ich etwas falsch?

    Vielen Dank für Deine Aufklärung!
    Christoph

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Christoph,

      entschuldige bitte die späte Antwort, irgendwie ist der Kommentar untergegangen. Deine Frage ist durchaus berechtigt. In der Variante wie ich sie vorgestellt habe, und wie es heute standardmäßig durchgeführt wird, werden zur Durchführung des hydraulischen Abgleichs voreinstellbare Heizkörperventile verbaut. Dies ist jedoch nur eine Variante von vielen. Eine andere Variante, wie sie früher oft durchgeführt wurde, ist die Voreinstellung über die Rücklaufverschraubung am Heizkörper. Dazu wurde mit dem Schraubenzieher oder einem Einstellschlüssel die Rücklaufverschraubung einmal komplett geöffnet und anschließend „nach Gefühl“ mit ein paar Umdrehungen wieder etwas geschlossen. Dadurch wurde der Durchfluss, ähnlich wie bei voreinstellbaren Heizkörperventilen, reduziert. Da es jedoch kein Maß dafür gibt, wie viel Wasser bei welcher Umdrehung durch den Heizkörper geht, ist diese Variante nur bedingt zielführend. Weiterhin wurde diese Art von Voreinstellung auch nur selten dokumentiert.

      Wurden denn auf deiner Rechnung auch die Preise für die neuen Ventile aufgelistet? Und falls nein, wie wurde der hydraulische Abgleich dokumentiert? Gibt es hierfür irgendwelche Listen mit Voreinstellungen oder ähnlichem?

      Liebe Grüße, Martin

  15. Johann / Antworten ¬

    Hallo,
    zum Beginn, ein „Daumen hoch“ für Deine Seite.
    Nun mein Frage zum hydraulischen Abgleich.
    Ich habe ein Grundfos Alpha 2, in der Auto-Adapt Stellung in einer 2-Rohr Anlage laufen.
    Wie verändert sich die Ventil Autorität der Thermostatventile, wenn die Pumpe die Förderhöhe abhänig von der Födermenge ändert?
    Hoffe das ich die Funktionsweise der Auto-Adapt Funktion richtig verstehe.
    mfg

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Johann, die Ventilautorität eines Thermostats wird für den Auslegungsfall angegeben und ändert sich nicht, da die Ventilautorität das Verhältnis der Druckdifferenz am geöffneten Ventil im Auslegungszustand zur Druckdifferenz bei geschlossenem Ventil beschreibt. Dennoch führt eine Veränderung der Fördermenge (zum Beispiel beim Schließen eines Thermostats) zu einer Veränderung des Pumpendrucks und somit auch zu einer Veränderung des Betriebspunkts der Pumpenkennlinie. Die Autoadaptfunktion analysiert permanent die Verhältnisse in der Anlage und sollte die Pumpenkennlinie daraufhin anpassen. Die Ventilautorität ändert sich jedoch nicht.
      Liebe Grüße, Martin.

  16. Johann / Antworten ¬

    Danke

    für die Erklärung

    mfg

  17. Frisch Oliver / Antworten ¬

    Hallo Martin,
    super, dass hier jemand Laien erklärt, wie deren Heizanlagen funktionieren. Auch wenn ich nur wenig verstehe helfen deine Artikel ungemein.

    Hier nun mein kleines Problem.
    Ich habe letztes Jahr die Außenwände meines Hauses isolieren und an der Heizung eine Hocheffizienzpumpe einbauen lassen. Durch eine Firma vom Fach wurde ein hydraulischer Abgleich durchgeführt. Dies hatte jedoch zur Folge, dass einzelne Heizkörper selbst auf Thermostatstufe 5 die Räume nicht mehr richtig aufheizen konnten. Besonders unangenehm im Bad im 1. Stock, wo man es doch gern etwas wärmer hat als in der Küche. Ich habe dann die Thermostate der betroffenen Heizkörper entfernt und festgestellt, dass die Voreinstellung auf N (Ring mit N, 1 bis 7). Ich habe die Voreinstellung einfach von N auf 1 verändert und siehe da – die Heizkörper werden wieder warm – auch auf Thermostatstufe 3.
    Meine Fragen sind nun: a) habe ich dadurch den kompletten hydraulischen Abgleich zunichte gemacht. und b) was genau bedeuten der Buchstabe N und die Ziffern auf dem Voreinstellungsring.

    1. Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Oliver,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Die Stufe N ist die sogenannte Null oder Spülstellung und bedeutet, dass es keine Voreinstellung gibt. Das Ventil ist quasi komplett offen. Stufe 1 – 7 sind dann die jeweiligen Voreinstellstufen, wobei die Stufe 1 die geringste Voreinstellung ist. Ich empfehle dir hier meinen Beitrag „Wie funktioniert ein Thermostatventil?“. Es wundert mich etwas, dass bei der Voreinstellung N der Heizkörper nicht warm wird und bei Stufe 1 zur Erwärmung des Heizkörpers führt. Hat die Heizungsfirma, die den hydraulischen Abgleich gemacht hat ein Protokoll hinterlassen, in dem die berechneten Voreinstellwerte der Heizkörperventile vermerkt sind? Es wäre gut, diese zum Vergleich heranziehen zu können.

      Liebe Grüße, Martin

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