Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 5: Volumenstrom berechnen

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Im fünften Schritt der Serie „Hydraulischen Abgleich selber machen“ werden wir die Volumenströme der jeweiligen Heizkörper berechnen.

Grundlagen zur Berechnung des Volumenstroms

Um den Volumenstrom eines Heizkörpers zu ermitteln, benötigen wir die Heizkörperleistung \dot Q, die Dichte von Wasser \rho, die spezifische Wärmekapazität von Wasser c und die Temperaturspreizung \Delta\vartheta. Die Formel zur Volumenstromberechnung ist folgende:

    \[ \boxed{\dot V=\frac{\dot Q} {\rho \cdot c \cdot \Delta\vartheta}} \]

Folgende Daten sind dazu gegeben:

  • Heizkörperleistung: \dot Q in [W]
  • spezifische Wärmekapazität: c = 1,16\frac{Wh}{kg\cdot K}
  • Dichte: \rho = 1\frac{kg}{l}
  • Temperaturspreizung bei 75/55: \Delta\vartheta = 20 K

Beim Kürzen der gegebenen Einheiten ergibt sich für den Volumenstrom folgende Einheit:

    \[ \boxed{\dot V=\frac{W \cdot kg \cdot K \cdot l}{Wh \cdot kg \cdot K} = \frac{l}{h}} \]

In manchen Formelsammlungen wird die Formel etwas vereinfacht dargestellt. Es findet sich darin der Faktor 0,86 wieder. Der Faktor 0,86 beinhaltet die Konstanten der spezifische Wärmekapazität sowie der Dichte von Wasser und wird wie folgt berechnet:

    \[ \boxed{\frac{kg \cdot K \cdot l} {1,16 Wh \cdot 1kg} = 0,86 \frac{K \cdot l}{Wh}} \]

Die vereinfachte Formel wird dann wie folgt dargestellt:

    \[ \boxed{\dot V= 0,86  \cdot \frac{\dot Q} {\Delta\vartheta}} \]

Beispielrechnung für den Volumenstrom

In dieser Beispielrechnung werde ich den Volumenstrom für den Heizkörper Nr. 1 im Vorraum des Beispielgebäudes berechnen.

Wichtig: Da wir mit der Durchführung des hydraulischen Abgleichs neben der Verbesserung der hydraulischen Gegebenheiten auch Energie sparen wollen, werden wir in den meisten Fällen anstelle der Heizkörperleistung \dot Q mit der berechneten Raumlast \Phi_{HL,i} die Volumenströme berechnen.

Dies hat folgenden Grund: Die überwiegende Anzahl der Heizkörper ist in dem sanierten Beispielgebäude weit überdimensioniert (Vergleich Raumlast und installierte Heizkörperleistungsiehe Schritt 4). Würden wir mit den überdimensionierten Heizkörperleistungen rechnen, würden wir den Räumen mehr Energie zuführen als diese benötigen. Nur bei den Heizkörpern mit vergleichbarer Leistung rechnen wir mit der berechneten Heizkörperleistung.

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Beispielrechnung Heizkörper Nr. 1 – Vorraum

Gegeben:

  • Raumheizlast \Phi_{HL,i} = 630 W
  • Heizkörperleistung \dot Q = 781 W bei 75/55/22
  • Temperaturspreizung: \Delta\vartheta = 20 K

Berechnung:

    \[ \boxed{\dot V= 0,86  \cdot \frac{630 W} {20K}= \underline{\underline{27,09\frac{l}{h}}}} \]

Für Heizkörper Nr. 1 ergibt sich in dem 6 m² großen Vorraum ein Volumenstrom von 27,09\frac{l}{h}. In Abbildung 1 findet ihr die Übersicht der berechneten Volumenströme für die einzelnen Heizkörper.

Übersicht der Volumenströme fürs Beispielgebäude

Ergebnisse der Volumenstromberechnung

Abbildung 1: Ergebnisse der Volumenstromberechnung

  • *1 – Im Wohnzimmer habe ich die Raumlast von 1830W auf beide Heizkörper aufgeteilt (jeweils 915W).
  • *2 – Im Büro habe ich mit einer Raumtemperatur von 18 ^{\circ}C gerechnet. Dies ergab eine Heizkörperleistung von 924W.

Update 03.02.2014:
Der Volumenstrom für den Heizkörper 11 im Gästezimmer (Raum 10) ist nicht in Abbildung 1 eingezeichnet: Raumlast Q=670 W, Volumenstrom \dot V=28,81 l/h.

Fazit

Mit den berechneten Volumenströmen können wir nun die Voreinstellwerte für die voreinstellbaren Heizkörperventile ermitteln. Dies werde ich euch für verschiedene Ventilhersteller im nächsten Schritt der Serie „Hydraulischen Abgleich selber machen“ zeigen. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, nutzt die Kommentarfunktion.

Übersicht zur Serie “Hydraulischen Abgleich selber machen”:

Zugehörige Beiträge außerhalb der Beispielserie:

WICHTIG: Bevor ihr mit der Durchführung des hydraulischen Abgleichs beginnt, weise ich euch darauf hin, dass die hier geschilderten Arbeitsweisen auf meinen persönlichen Erfahrungen und Gedankengängen basieren. Das Ausprobieren und das Implementieren der beschriebenen Vorgehensweisen erfolgt ausschließlich auf eigene Verantwortung und Gefahr. Ich übernehme keine Verantwortung. Weiterhin empfehle ich euch die berechneten Werte immer von einem Fachhandwerker oder einem Ingenieurbüro prüfen zu lassen. Denn auch wenn der hier beschriebene Weg einfach erscheint, können sich immer wieder Rechenfehler einschleichen.

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Liebe Grüße! Euer Martin

Weiterführend Links und Quellen:
Volumenstrom und Strömungsgeschwindigkeit
Wikipedia – Volumenstrom
Wikipedia – Strömungsgeschwindigkeit


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20 Kommentare/Fügen deinen eigenen Kommentar hinzu

  1. Avatar
    benjamin.s / Antworten ¬

    Hallo,

    wenn ich ein Thermostatventil „Heimeier eclipse“ verwende, kann ich dann den ermittelten Volumenstrom direkt einstellen und bin dann fertig oder liege ich da falsch?

    Mfg Benjamin

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Benjamin,
      damit liegst du genau richtig! Ich werde diesen Hinweis in den Beitrag einarbeiten.
      Vielen Dank und liebe Grüße
      Martin

  2. Avatar
    Oliver / Antworten ¬

    Guten Morgen,

    sie beschreiben in der Formel Q als Heizkörperleistung, benutzen aber bei der Berechnung den Wert ihrer ermittelten Raumlast. Habe ich da etwas falsch verstanden? Wie teile ich meinen Volumenstrom auf drei unterschiedlich lange Heizkreise einer Wandheizung auf? Taco Setter (Flowmeter) sind vorhanden.

    MfG

    Oliver

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Oliver,

      dies habe ich in dem grauen Hinweiskästchen unter dem Punkt „Beispielrechnung für den Volumenstrom“ erläutert. Mit der Durchführung des hydraulischen Abgleichs ist neben der Verbesserung der hydraulischen Gegebenheiten unser wichtigstes Ziel Energie zu sparen. Da in dem Beispielgebäude die überwiegende Anzahl der Heizkörper überdimensioniert sind, rechnen wir nicht mit der überdimensionierten Heizkörperleistung „Q“, sondern ersetzen diese in den meisten Fällen mit der berechneten Raumlast „Phi HL,i“.

      Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.

      Liebe Grüße!
      Martin

  3. Avatar
    Bernd / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    hoch interessanter Blog und eine wirklich sehr aufschlussreiche Ausführung.
    Ich habe bei mir auch das Problem welches durch Dich hier angeführt wird, Räume am Anfang des Heizkreises sind „überheitzt“ und am Ende die Räume sind „unterheitzt“. Dazu kommt jetzt noch meine neu Installierte Fußbodenheizung. Ich werde wohl oder übel alle alten Heizkörperventile zur Umsetzung des hydraulischen Abgleichs altersbedingt ersetzen müssen.
    Ich habe hier mal eine Frage zur Temperaturspreizung/Temperaturdifferenz, interpretiere ich das richtig, die Differenz welche hier gemeint ist ergibt sich aus Vorlauf und Rücklauf,
    oder ist das eine Konstante (hier angegeben mit 20 °C)?
    Ich habe mir noch lange nicht alles durchgelesen, dafür ist das ganze Thema zu Umfangreich, aber ich werde mich weiter belesen um meine Fußbodenheizung in den Griff zu bekommen, dann hier habe ich die größten Probleme.

    Grüße
    Bernd

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Bernd,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Genau, die Temperaturspreizung ist die Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf. Diese ist dynamisch, wird aber in der Beispielrechnung für den Auslegungsfall mit 20 Kelvin angenommen. Je größer die Spreizung ist, desto besser kann das Heizwasser seine gespeicherte Wärme über die Heizkörper an einen beheizten Raum abgeben. Bei einer Fußbodenheizung sieht das mit der Spreizung ein bisschen anders aus. Hier geht man meist von einer Spreizung von 5 – 10 Kelvin aus, da die Systemtemperaturen sehr viel geringer sind.

      Liebe Grüße! Martin

  4. Avatar
    Kögler / Antworten ¬

    Hallo Martin,
    ich bitte um Hilfe !
    wie kann man ohne große Formell die Durchflussmenge der einzelnen Heizkreise der Fußbodenheizung einstellen wenn ich weiß das die Länge der Fußbodenheizrohr (18mm Außen) – ist:
    Wohnzimmer drei Kreise (100 lm, + 70 lm + 68 lm),
    Vorzimmer ( 34 lm) ,
    Eingang ( 71 lm )
    WC ( 34 lm),
    Küche ( 84 lm ).
    – lm – ist für Laufende Meter des Heizrohrs.
    Mein Durchflussregler hat eine Skala von 0,5 bis 2,5 l/s
    Grüße Christian

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Christian,
      vielen Dank für deinen Kommentar, willst du wissen wie du die Durchflussmenge berechnest oder wo du sie einstellen kannst? Zur Berechnung benötigst du weitere Faktoren wie den Wärmestrom und die Temperaturdifferenz. Über deinen Durchflussregler kannst du bereits jetzt den Volumenstrom ablesen. Ich vermute, dass du vielleicht das Wasservolumen, also den Wasserinhalt in den Rohren, in den Heizkreisen berechnen möchtest? Vielleicht kannst du deine Frage etwas präzisieren.
      Liebe Grüße, Martin

  5. Avatar
    Christoph / Antworten ¬

    Hallo Martin,

    ich habe einen hydraulischen Abgleich von einer Fachfirma machen lassen. Diese hat bei praktisch allen 19 HK im Haus Voreinstellwerte von 1 bis maximal 2 errechnet (die Berechnung wurde sicherlich ordentlich gemacht, da habe ich keine Zweifel). Grund für die niedrigen Werte sind die überdimensionierten HK und die mittlerweile stark gesunkene Heizlast durch ein WDVS.

    Erfahrungen mit diesen Einstellungen haben wir noch nicht, weil dies erst im Sommer gemacht wurde. Ich frage mich aber immer wieder, ob nicht die Voreinstellwerte durchweg moderat erhöht werden könnten (z.B. auf 3-4), um eine noch niedrigere Vorlauftemperatur zu erreichen – oder mache ich da einen Denkfehler?

    Vielen Dank für diese extrem hilfreiche Seite!

    Grüße

    Christoph

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Christoph,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Um herauszufinden ob eine niedrigere Vorlauftemperatur möglich ist, müsstest du die Heizkörperleistung, die Volumenströme und die daraus resultierenden Voreinstellungen neu berechnen und ermitteln. Dazu empfehle ich dir den 4. Schritt der Serie „hydraulischen Abgleich selber machen“. Hier geht es um die Berechnung der Heizkörperleistung, welche die Vor- und Rücklauftemperatur zur Berechnung berücksichtigt.

      Liebe Grüße, Martin.

  6. Avatar
    Florian / Antworten ¬

    Servus Martin,

    erst mal Danke für die Veröffentlichung dieser wirklich aufklärenden, guten und enormen Arbeit!
    Zu meinem Fall: Ich habe ein ca. 200 Jahre altes Haus kernsaniert. Das Dach habe ich isoliert und neue Fenster eingesetzt. Die Heizung wird mit einem Pellet Kessel befeuert. Jetzt muss ich den hydraulischen Abgleich selbst machen da mein Heizungsbauer keine Zeit hat und wir aber Unmengen von Pellets brauchen und außerdem die Heizkörper unterschiedlich warm werden. Im WoZi etwa erreichen wir bei der Kälte kaum 19 Grad. Der Vorlauf ist lt. meinem Heizungsbauer 60 Grad; gesteuert von der TA (technische Alternative) Regelung. Woraus sich nach Deiner Rechnung mit Spreizung von 20 Kelvin ein Systemtemperatur von 60/40/22 ergibt. Ist da der Rücklauf nicht arg niedrig? Ich lese auf anderen Seiten im Internet (haustechnikdialog) eine maximal Spreizung von 10 Kelvin, alles andere wäre „Unfug“. Nun bin ich hin- und hergerissen, denn mir als Laie erschließen sich beide Argumentationswege. Außerdem erschließt sich mir immer noch nicht wie die Systemtemperatur eigentlich grundsätzlich bestimmt/ermittelt wird. Dennoch wollte ich den hydraulischen Abgleich nach deiner Vorgehensweise machen. Sehr hilfreich ist da der Rechenschieber von Honeywell den es mittlerweile als App für das IPhone gibt. Der rechnet gleich die Volumenströme mit aus.
    Für deine Antworten wäre ich Dir sehr dankbar.

    Viele Grüße, Florian

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Florian,

      vielen Dank für deinen Kommentar, Die Systemtemperatur für einen hydraulischen Abgleich ist eine reine Annahme, jedoch wichtige Grundlage für die Berechnung. Ausgangspunkt ist die Vorlauftemperatur deines Heizungssystems bei Normaußentemperatur.

      Beispiel:
      Die Normaußentemperatur in deiner Region beträgt -14°C (hier findest du eine Liste mit den notwendigen Daten für Deutschland) und die maximale Vorlauftemperatur bei dieser Temperatur ist laut deiner Regelung auf 75°C eingestellt. Dann haben wir den ersten Faktor der Systemtemperatur: „75“.

      Für den hydraulischen Abgleich wird eine hohe Spreizung angestrebt, damit das Heizwasser die Möglichkeit hat seine Wärme an den Raum abzugeben. Hie nehmen wir 20K an (es gibt Studien, die sogar mit einer Spreizung von 30K rechnen). Um auf den zweiten Faktor zu kommen und die Rücklauftemperatur zu ermitteln ziehen wir die Temperaturdifferenz von 20K von der Vorlauftemperatur ab und kommen auf 55°C. Nun haben wir unseren zweiten Faktor der Systemtemperatur: „55“.

      Der Dritte Faktor ist die durchschnittliche Raumtemperatur in deinem Gebäude bei Normaußentemperatur von zum Beispiel 20°C. Jetzt haben wir den dritten Faktor der Systemtemperatur: „20“
      Die angenommene Systemtemperatur für die Berechnung ist nun 75/55/20.

      Ob die Systemtemperatur von 60/40/22 für dein Gebäude ausreicht, wird sich erst während der Berechnung für den hydraulischen Abgleich herausstellen. Wenn die notwendige Wärmeleistung der Heizkörper zur Erreichung des Wärmebedarfs bei Normaußentemperatur erbracht wird, ist diese Systemtemperatur durchaus möglich und nicht zu niedrig.

      Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen und wünsche dir viel Erfolg bei deinem hydraulischen Abgleich.
      Liebe Grüße, Martin

      1. Avatar
        Rolf / Antworten ¬

        Hallo Martin,
        ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich für die Ausführlichkeit und Bereitschaft der zusätzlichen Erklärungen herzlichst bedanken.
        Ich habe hier viel gelernt, auch wenn ich noch ein paar Fragezeichen auf der Stirn habe…

        z.B. habe ich im Badezimmer einen Heizkörper mit Vor+Rücklauf, einstellbarem Ventil und einem HeimeierThermostatkopf (linke Seite). Zusätzlich befindet sich auf der rechten unteren Seite des HK´s noch ein RTL-Ventil. Damit wird aus dem Rücklauf des Heizkörpers noch der Fussboden in der Dusche „angewärmt“. Diesen haben wir in der Regel so auf 1,7-1,8 stehen. Unter den Fliesen der Dusche befinden sich einige „Schneckengebilde“ und führen dann wieder zurück zum Heizkörper.
        Stellt sich mir die Frage
        a) kann man auch RTL-Ventile voreinstellen (im Moment weiss ich nicht, ob da so ein voreinstellbares Ventil drin ist und überhaupt Sinn macht)
        b) wie betrachtet man nun den HK mit dem RTL-Ventil in der Berechnung für den hydraulischen Abgleich?

        Ebenfalls hadere ich mit mir, ob nun eine Tspreizung von 10°K bzw. oder 20°K annehmen soll. Mein Heizungsbauer nimmt die 10°K-Spreizung an. Ich kann aber Deinen Ausführungen auch gut folgen und 20°K machen nach Deinen Erklärungen auch Sinn. Dadurch, dass ich geringere Volumenströme habe, bekomme ich wahrscheinlich auch geringere Geräusche in der Heizung. Ich rechne mal beides durch, denn im Moment ist die Annahme 55/45/21.

        Was ich auch noch nicht verstanden habe ist, ob der Thermostatkopf – in meinem Fall von Heimeier – auswirkungen auf den hydraulischen Abgleich hat. Ich habe von Danfoss RA-Ventile in den HK´s. In der DanfossApp sind aber meine Thermostatköpfe nicht mehr abgebildet, sondern nur neuere. Ich habe überwiegend manuelle Thermostatköpfe und 2 elektronische, die ich mit der Fritzbox zeitlich steuere. Ganz platt ausgedrückt nehmen die Köpfe doch nur die Umgebungstemperatur auf und drücken mehr oder weniger- je Temperaturzustand im Raum – auf den Stift im Ventil. Von daher wäre die Art des Kopfes für den hydraulischen Abgleich eigentlich unerheblich? Stellt sich mir nur die Frage, warum in der DanfossApp unterschiedliche zur Auswahl stehen. Theoretisch müsste doch einer reichen? Da stehe ich völlig auf dem Schlauch und kann es mir nicht erklären.

        HG Rolf mit der Hoffnung auf ein Feedback

        PS: und nochmals vielen Dank für die Aufbereitung des Themas. Sehr aufschlußreich.

        1. Avatar
          Martin Schlobach / Antworten ¬

          Hallo Rolf,

          vielen Dank für deinen Kommentar. Ich versuche das mal aufzuschlüsseln:
          1. Zum hydraulischen Abgleich der Fußbodenerwärmung habe ich in den folgenden Beiträgen etwas geschrieben:
          Hydraulischen Abgleich selber machen – Korrektur: Fußbodenheizung oder Fußbodenerwärmung?
          Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 4: Berechnen der Heizkörperleistung
          Und ja Rücklauftemperaturbegrenzer können auch voreinstellbare Ventile besitzen und sollten dann auch voreinstellt werden.

          2. Spreizung: Hier sollte versucht werden, diese so groß wie möglich hinzubekommen. Wenn 20K zu viel sind, versuche es mit 15K.

          3. Thermostat: Hier geht es um den Hub des Thermostates. Darauf gehe ich im 6. Schritt der Serie zum hydraulischen Abgleich ein:
          Hydraulischen Abgleich selber machen – Schritt 6: Voreinstellung der Heizkörperventile

          Ich hoffe ich konnte dir damit etwas weiterhelfen.
          Liebe Grüße, Martin

          1. Avatar
            Rolf

            Guten Abend Martin,
            vielen lieben Dank für Dein Feedback und Deine Zeit… Ein sehr spannendes Thema…

            zu 1. Danke, schaue ich mir an. Ebenfalls muss ich mal die Thermostatköpfe abschrauben um zu schauen, ob da einstellbare Ventile drin sind, oder nicht. Das hatte ich noch nie auf dem Schirm.

            zu 2. Danke, ich hatte schon mal Beispielrechnungen mit 15K Spreizung angefangen.

            zu 3. Muss ich mir auch noch mal konkret anschauen. Habe ich wohl überlesen… Ist ja auch eine Menge Stoff… 😉

            Du hast mir sehr weiter geholfen. Dafür nochmals vielen lieben Dank. Ganz tolle Berichte, wenn auch für einen Quereinsteiger nicht gerade leichte Kost, aber es wird.

            In dem Zusammenhang noch eine Frage..
            Ich habe in einem Beispielraum einen Heizkörper

            HZK Typ
            33/PKPKKP

            Abmass [mm]
            1600x600x150

            Normwärmeleistung (75/65/20 °C) [W/m]
            2558

            Die Normwärmeleistung hatte ich nicht.
            Ich bin dann über die DanfossApp „Installer“ gegangen und habe mir ein Projekt angelegt, hinter dem ich 75/65/20 hinterlegt habe.
            Dann habe ich mir einen Heizkörper definiert, der die Abmessungen 1000 x 600 und den Typ 33 hat. Dazu dann noch das Ventil mit Thermostat. Dann hat mir die App die Normwärmeleistung für den Heizkörper – die auf 1m definiert ist – ausgewiesen.

            Würdest du da mitgehen und das für richtig ansehen?

            HG vom hitzegeplagten Rolf

          2. Avatar
            Rolf

            Hallo Martin,
            ich mag ja kaum fragen, aber konntest du schon mal einen Blick auf meine beiden Fragen werfen?
            Ein kurzes Feedback wäre echt toll.

            Danke im Voraus.

            HG
            Rolf

        2. Avatar
          Rolf / Antworten ¬

          Hej Martin,
          Könntest du dir bitte meine Frage zu den Thermostatköpfen prüfen?
          Das mit den Voreinstellungen Ventilen ist mir alles klar, auch mit den Druckveelusten über dem Ventil.
          Aber mir ist der Zusammenhang zwischen Ventil und Thermostat nicht klar bisher.
          Der Tkopf hat doch „nur“ einen Stößel mit dem er auf das Ventil drückt. Das müsste doch dann egal sein, mit welchem TKopf auf dem Ventil gedrückt wird. ?
          Mir gehts hauptsächlich um die Frage, ob ein nicht ganz richtiger TKopf in der Danfoss App “Installer“ ausgewählt wurde – meiner ist dort nicht abgebildet- zu falschen Wertergebnissen führt. Oder ist das egal?

          Danke für dein Licht im Dunkel ????
          Hg Rolf

  7. Avatar
    Dirk / Antworten ¬

    Hallo Martin,
    super Blog den Sie hier betreiben. Ich habe den Abgleich gemacht und bin sehr zufrieden. Die Vorgehensweise, die Sie beschreiben ist wirklich nachvollziehbar.
    Ein kleines Problem habe ich: In meinem Wohnzimmer im EG ist es zu warm, dafür aber im Bad im OG zu kalt. Das Bad hängt an der Steigleitung vor dem Wohnzimmer. Kann ich eventuell das Wohnzimmer weiter drosseln damit mehr Wasser nach oben ins Bad (Weg der geringsten Widerstands)?

    Viele Grüße und weiter so

    Dirk

    1. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Dirk,

      wenn es im Wohnzimmer zu warm, im Bad zu kalt ist und beide Heizkörper an einem Strang hängen, kannst du durch probieren das Ventil im Wohnzimmer ruhig weiter drosseln. Nach einem hydraulischen Abgleich ist es auch wichtig, dass du dich in deinem Wohnraum wohlfühlst 🙂

      Liebe Grüße, Martin

    2. Avatar
      Martin Schlobach / Antworten ¬

      Hallo Dirk,

      ja, das kannst du das machen. Ein hydraulischer Abgleich ist keine statische Angelegenheit. Wenn das Bad dadurch wärmer wird und die Temperaturen im Wohnzimmer angenehmer, spricht nichts gegen deine Idee.

      Liebe Grüße, Martin

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